Full text: 1949 (0077)

des 
oarfoblcnfanole 
'■-' Von Hans KÖRNER, Saarbrücken 
D ie Benutzung der Saar als Wasser- 
Strasse ist alt und hängt natur- 
gemäss eng zusammen mit der Saar- 
flösserei. So ist uns bekannt, dass 
die Saarschiffahrt in der zweiten Hälfte des 
16. Jahrhunderts eine besondere Bedeutung 
insofern erreichte, als ihr das Massengut der 
Dudweiler und Sulzbacher Steinkohle zu 
geführt wurde. Der Umstand nun, dass saar- 
abwärts selbst bis Holland fahrende Schiffe 
als Rückfracht Waren aller Art mitbrach- 
te.n, die dann in Saarbrücken ausgeladen und 
per Wagen nach Ostfrankreich gebracht 
wurden, liess schon recht früh den Gedan 
ken aufkommen, auch die obere Saar schiff 
bar zu machen und selbst eine Verbindung 
mit Strasbourg herzustellen. 
Ein solcher Plan wurde bereits 1581 zwi 
schen dem Herzog von Lothringen und dem 
Grafen Philipp von Saarbrücken erwogen. 
Zehn Jahre später regte der Pfalzgraf zu 
Veldenz und Lützelstein beim Saarbrücker 
Landesherrn an, die Saar durch einen Kanal 
mit der Zorn zu verbinden, « auf dass man 
sie, mit den Waren Sommer- und Winters 
zeit zu den gewissen Messen und Jahrmärk 
ten zu Strasbourg und anderen Plätzen un 
gehindert gebrauchen könne ». Es fanden 
verschiedentlich Geländebesichtigungen statt, 
auch wurden notwendige -Verträge mit 
anderen interessierten Fürsten geschlossen. 
Das ostfranzösische Interesse an einer Ka 
nalverbindung der Saar mit der Eichel wird 
dann um 1600 bekannt. Lind 1623 hören 
wir von einem Vertrage des Herzogs Hein 
rich II. von Lothringen mit dem Saarbrücker 
Grafen Ludwig, der die Schiffbarmachung der 
Saar von Hexbitzheim bis Saarbrücken betraf. 
Wenn dieser Plan nicht zur Durchführung 
kam, so offenbar infolge der Drangsale des 
dreissigjährigen Krieges, der bereits 1627 das 
Saarland schwer heimsuchte. 
Es dauerte nun recht lange, bis man die 
alten Pläne erneut erwog. Hatte sich unter 
der Regierung des Saarbrücker Fürsten Wil 
helm Heinrich, dem eine erfolgreiche Zusam 
menarbeit mit Frankreich im Interesse der 
beiden Länder rühmend nachgesagt wird, 
saarabwärts ein ungeahnt reger Verkehr ent 
wickelt, so begann man sich auch mit Beginn 
der 1770er Jahre in Frankreich für eine 
gleiche Verbindung mit der Saar nach Süden 
hin zu interessieren. Dem französischen In 
genieur Robin war 1782 sogar der Auftrag 
erteilt worden, Pläne zur Schiffbarmachung 
der oberen Saar auszuarbeiten und vorzu 
legen. Um 178 5 begann schliesslich die 
Durchführung der Schiffbarmachung, auf die 
man nach einem Jahr Arbeit rund 130.000 
Franken verwandt hatte. Bis vier Kilometer 
oberhalb Saarbrücken reichte die Schiffahrt 
damals. 
Das französische Interesse an der Saar 
schiffahrt schien greifbare Formen anzuneh 
men, als das Saarbrücker Land unter fran-
	        

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