Full text: 1948 (0076)

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serstadt schien Trier zur Plünderung vorzüg 
lich geeignet. Im Jahre 451 fiel die Stadt den 
Hunnen zum Opfer. 
Der letzte Rest ihrer alten Herrlichkeit sank 
in Trümmer, als am Gründonnerstag des Jah 
res 882 die Normannen über die ahnungslose 
Stadt herfielen, sie vier Tage lang plünderten 
und in Brand steckten. 
Noch heute stößt man bei Ausgrabungen 
auf eine starke Aschenschicht über dem alten 
römischen Boden. Sie rührt von den Einäsche 
rungen der Stadt im 5. Jahrhundert her. 
Etwas höher verläuft im Raume des alten 
Trier eine zweite Aschenschicht, die ohne 
Zweifel dem durch die Normannen angelegten 
Brande zuzuschreiben ist. 
Obwohl nun all’ diese schweren Stürme 
schon früh über die alte Moselstadt dahin 
brausten und die prächtigen römischen Bau 
werke in Trümmer sanken, so sind doch ein 
bahn, Fabriken und Warenlager, Kornspei 
cher, Luxusvillen reicher Römer, Bürgerhäu 
ser, Kaianlagen u. a. ist uns nicht bekannt. 
Deshalb erscheint uns der Stadtplan des römi 
schen Trier etwas dürftig. Nehmen wir aber 
dies alles, was andere römische Städte noch 
heute zeigen, zu dem uns Bekannten hinzu, 
so können wir uns eher ein Bild von der Größe 
und Pracht der einstigen römischen Kaiser 
stadt an der Mosel machen. Halten wir uns 
jedoch an das, was noch vorhanden ist. 
Von den einstigen vier römischen Stadt 
toren, welche den Hauptachsen des Stadt 
planes entsprechen, ist nur die „Porta 
nigra“ erhalten. Dieses „Römertor“ hat Weit 
berühmtheit erlangt als großartigstes römi 
sches Baudenkmal diesseits der Alpen. Diese 
feste Torburg war im Zuge der römischen 
Stadtmauer wahrscheinlich um 258 n. Chr. 
erbaut worden zum Schutze der hier zusam- 
Bild 3 So mag das Römertor vor beinahe 2000 Jahren ausgesehen haben. Vorne rechts sehen wir den 
doppelten Graben. Anschließend an das Tor nach beiden Seiten die sechs m hohe Mauer mit den 
runden Wachttürmen. Ganz links oben auf der Höhe des heutigen Petersberges den auch noch 
in unseren Tagen so geheimnisvollen und rätselhaften Hügel „Franzenknüppchen“, damals wohl 
der prunkvolle Grabtempel eines reichen Römers oder römischen Helden. 
zelne derselben noch in ihrer heutigen er 
habenen Größe erhalten geblieben. 
In seinen Grundformen ist der römische 
Stadtplan Triers aus dem 3. und 4. Jahrhun 
dert so gut wie sicher festgelegt. Im Gegen 
satz zu dem heutigen noch aus dem Mittel- 
alter stammenden meist engen Straßengewirr 
zeigt er ein rechteckiges System mit etwa 11 
Meter breiten Straßen. Nur wenige Reste 
einer Menge herrlicher Bauwerke sind uns 
aus der Römerzeit erhalten geblieben. Die 
einstige Lage anderer Prachtbauten, wie 
des Capitols, hallenumeebener Stadtplätze, 
Triumphbogen, Brunnenanlagen, Markthallen, 
Tempel, Paläste, Kasernen, der großen Renn 
menlaufenden Heerstraßen aus Eifel, Huns 
rück und von der Mosel. Fest und stark sind 
immer noch die altersgrauen, mächtigen 
Quader des Römertores gefügt, wie sie von 
starken Römerhänden mit eisernen Klammem 
ohne Kalk- oder Mörtelverbindung aufeinan 
der geschichtet wurden, würdig einer Macht, 
die sich ewig dünkte und die, an dieser Stelle 
wenigstens, sich ewig gezeigt hat in ihren 
Werken, wenn auch nicht in der Dauer ihrer 
Herrschaft. 
Der Vollständigkeit halber sei an dieser 
Stelle auf einige Zeilen die römische Ge 
schichte der „Porta nigra“ verlassen und ins 
Mittelalter hinübergegriffen. Im Verlauf des- 
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