Full text: 1948 (0076)

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Abb. 28: Insekten-Lau!spuren; Ichnium voelckeri 
(Aufn. d. Verf.) 
Teil der Lebacher Schichten durch Sand 
steine, der obere durch sandige Schiefer und 
Schiefertone, die oft sehr dünnblätterig ver 
wittert sind, gekennzeichnet. D.e graue Ge 
steinsfarbe ist vorherrschend. Wenn auch 
kohlige Einlagerungen fast 
ganz fehlen, so scheinen aber 
dennoch die Anzeichen für ein 
feuchtwarmes Klima in diesem 
Zeitabschnitt vorhanden zu 
sein. Kalkbildungen haben 
kaum stattgefunden, da ja das 
nördliche Randgebirge m't den 
erwähnten Kalkvorkommen an 
der Lieferung der Aufbaustoffe 
für die Lebacher Schichten so 
gut wie nicht beteiligt war. 
Der eigentliche, in Rede ste 
hende Lebensraum liegt im 
oberen Teil dieser Schich en, 
mehrere Meter unterhalb der oberen Begren 
zung. Die Versteinerungen führenden Schich- 
Abb.29: Wellenfurchen aus dem Kusel-St. Wendeier 
Lebensraum (Aujn. d. Verfassers) 
ten werden als Toneisensteinlager bezeichnet. 
Die meist nieren- bis brotlaibförmigen Ton 
eisensteine, „Lebacher Knollen“ oder „Le 
bacher Eier“ von Taubeneigröße bis zu rie 
sigen Gebilden wurden bis zu Anfang der 
zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts in 
zahlreichen „Erzkaulen“ abgebaut. Die Orte 
Lebach, Gresaubach, Rümmelbach, Otzen 
hausen, Steinbach, Nonnweiler, Schwarzen 
bach und Berschweiler bei Kirn wurden durch 
den Abbau und die damit verbundenen vie 
len Versteinerungsfunde sehr bekannt. Diese 
Eisenerze sind durch tonige Beimengungen 
verunreinigte Spateisensteine oder Eisen 
karbonate. Sie bildeten d;e Grundlage für d.e 
Entstehung der Eisenhütten - Industrie zu 
nächst im Hunsrück, dann an der Saar. Die 
Ortsbezeichnungen Schmelz bei Bettingen, 
Mariahütte bei Nonnweiler, Abentheuerhütte 
bei Birkenfeld, Asbacherhütte bei Kempfeld 
u. a. sind die Zeugen für diese Industrie am 
Südrande des Hunsrücks. Von Lebach wurde 
außerdem der Toneisenstein mit Pferdefuhr 
werken bis zum Krämer’schen Eisenwerk 
nach St. Ingbert gebracht. Daß bei einem für 
die damalige Zeit recht großzügigen Abbau 
auch dementsprechend viele Funde von Ver 
steinerungen gemacht werden konnten und 
tatsächlich auch gemacht wurden, Dt leicht 
erklärlich. Besonders Lebach als größter der 
Abb. 31: Haiähnlicher Fisch; Pleuracanthus sessilis 
(wiederhergest. v. Jaekel, umgez. v. Broili) 
genannten Orte wurde dadurch weltbekannt. 
Fast in allen in- und ausländischen geolo 
gischen und naturhistorischen Museen findet 
man Versteinerungen von „Lebach *. Genau 
vor 100 Jahren wurden die ersten Panzer 
lurche auf Veranlassung des seinerzeit gen 
Berghauptmanns Dr. Heinrich von Dechen 
gefunden, die im gleichen Jahre noch von 
Professor Dr. Goldfuß als Archegosaurus de- 
cbeni abgebildet und beschrieben wurden. 
Die meisten Fisch- und Amphibienreste kamen 
beim Aufspalten der kleineren und größeren 
Toneisenstein-Nieren oder Lebacher Knollen 
zum Vorschein. Diese sind in der SchichL-
	        

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