Full text: 1948 (0076)

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Schiefertonen unzählige Muscheln zu finden, 
unter denen auch die Jugendformen in klei 
nen und kleinsten Exemplaren vertreten 
sind. In unmittelbarer Nachbarschaft von der 
Muschelschicht finden sich plattige, glimmer- 
Abb. 20: Garnelenartiges Krebstier der Jetztzeit; 
Anaspides tasmaniae (n. Claus-Grobben) 
führende Sandsteine mit vielen inkohlten 
Pflanzenresten, meist als Häcksel. Darunter 
sind aber auch Reste, an denen man die 
Artzugehörigkeit noch gut erkennen kann. 
Daß auch echte Landtiere in diesem Lebens 
raum vorhanden waren, geht aus dem Fund 
eines großen, 40 mm langen Schabenflügels, 
den ich als Phyloblatta gigantea beschrie 
ben habe, hervor. Außerdem wurden im Laufe 
Abb. 21: Doppelbeiniger Tausendfüßer; Arehiulus 
brassi (Aufn. d. Verf.) 
der Zeit viele Lebensspuren von teils auf 
dem Lande, teils im Wasser lebenden Tieren 
entdeckt. Unter diesen fallen sehr schöne 
und deutlich erhaltene Laufspuren von Scha 
ben besonders auf (Abb. 28). Mit dem Auf 
sammeln der verschiedenartigen Lebens 
spuren hat sich Frau Lotte Lellbach aus 
Odernheim am Glan sehr verdient gemacht. 
Um die Bergung der schönen Stegocephalen- 
und Fischreste haben sich die Herren Georg 
Großarth aus Odernheim und Dipl.-Ing. J. 
Herold aus Monzingen sehr bemüht und recht 
ansehnliche Sammlungen zustande gebracht. 
Nach all den Beobachtungen und Funden zu 
urteilen, herrschte im Winterburg-Odern- 
heimer Lebensraum ein für die Weiterent 
wicklung der Pflanzen- und Tierwelt recht 
günstiges Klima. Der Strand war von baum 
förmigen Gewächsen, unter denen die Nadel 
hölzer und Schachtelhalme den Vorrang hat 
ten, bewachsen; Sporen- und Samenfarne ver 
vollständigen das Bild. Feiner Sand und 
kalkig-toniger Schlamm bildeten einen 
fruchtbaren Boden, besonders dann, wenn 
nach einer zeitweiligen Überflutung der 
Wasserspiegel wieder einen niedrigen Stand 
annahm. Bald hatten die Sonnenstrahlen 
auch wieder das Trocknen und Aufblättern 
der Schlammdecke bewirkt, dabei aber auch 
die Laufspuren von Insekten, Panzerlurchen 
und sonstigen Tieren so gefestigt, daß sie 
nach abermaliger Überflutung als besondere 
Gebilde, die man Lebensspuren nennt, erhal 
tungsfähig wurden (Abb. 46). Sicherlich 
schwirrten außer den auf das Landleben an 
gewiesenen Schaben oder Kakerlaken noch 
Insekten, seien es heuschrecken- oder libel 
lenähnliche gewesen, in der Luft. Denn auch 
Abb. 22: Doppelbeiniger Tausendfüßer der Jetztzeit; 
Julus terrestris (n. Handliisch) 
für diese war der Lebensraum ein günstiger. 
Die starken Gerölleschichten über der Stego- 
cephalenbank sind ein Beweis dafür, daß die 
Natur auch jetzt wieder durch sehr starke 
Niederschläge und Überschwemmungen mit 
Sand und Geröll versucht hat, allem Leben 
ein gewaltsames Ende zu bereiten. 
Aber auch aus diesem Zeit- und Lebensraum 
hat sich sowohl die Pflanzen- als auch die 
Abb. 23: Urgeradflügler; Metoedischia 
(wiederhergest. v. Martynov)
	        

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