Full text: 1948 (0076)

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Abb. 16: Muschelkrebstier aus Süßwasserbecken der 
Jetztzeit; Cypris (n. Claus) 
gepackt. Mit seinen paarigen, langen Flossen 
kann er sich auch anstemmen. Ähnliche Er 
scheinungen mögen für manche steinkohlen- 
und rotliegendzeitlichen Fische und Lurche 
zutreffend gewesen sein. Die Lurch- oder 
Lungenfische, deren Überreste auch in einem 
späteren Lebensraume unseres Gebietes ge 
funden wurden, spielten in der Entwick 
lungs-Geschichte der Lurche sehr wahrschein 
lich eine bedeutende Rolle. 
An der oberen 
Grenze der Obe 
ren Kuseler 
Schichten ist ein 
weiterer Lebens 
raum zu erkennen, 
den man als Win 
terburg -Odernhei- 
mer bezeichnen 
kann. In der Um 
gebung von 
Odernheim am 
Abb. 17: Gehäuse des Blatt- Glan, wie auch am 
füßerkrebses; Estheria te- südlichen Huns- 
nella (Aufn. d. Verf.) rückrand bei Win 
terburg und im Gaulsbachtal 
ist eine wenige Zentimeter 
starke, fast schwarze, kalkige 
Bank vorhanden, die durch 
ihren Reichtum an versteiner 
ten Fischen und kleinen Pan 
zerlurchen (Abb. 39 u. 40) aus 
gezeichnet ist. Dieses Gestein 
ist in seiner Beschaffenheit so 
einheitlich, jiaß man zwischen 
Stücken der verschiedenen ge 
nannten Orte überhaupt kei 
nen Unterschied feststellen 
kann. Auch in diesem Lebens 
raum sind die Fische wieder 
ausschließlichSchmelzschupper 
mit den Gattungen Palaeonis- 
cus, Elonichthys und Amblyp- 
terus gewesen. Die Panzer 
lurche gehören 3 bis 4 ver 
schiedenen Gattungen der 
Branchiosauriden an. Vom 
Larvenstadium bis zum aus 
gewachsenen Tier wurden alle 
Abb. 15: Einzelne Klappen von Muscheln; Anthracomya 
(n. A. Schmidt) 
lebenden Lurch- oder Lungenfischen, die 
mancherlei mit den alten, wie hinsichtlich 
des Extremitätenbaues und der Kiemen-Lun- 
genatmung gemeinsam haben, hat der in 
Senegal-Afrika vorkommende und bis 2 Meter 
lang werdende Protopterus annectens die 
Eigenschaft, sich zur Trockenzeit im Schlamm 
einzugraben. Er liegt dann gewissermaßen 
in einer Höhle, von erhärtetem Schleim ein- 
Abb. 19: Garnelenartiges Krebstier; Uronectes fim- 
briatus (Aufn. d. Verf.) 
Abb. 18: Blattfüßerkrebstier der Jetztzeit; Estheria 
tetracerus (nach Claus-Grobben) 
Zwischengrößen oder Altersstadien beobach 
tet. Wenn auch in dieser kalkigen Schicht 
keine kleineren Tierchen wie Muscheln und 
Krebstierchen entdeckt wurden, so sind aber 
in einer tieferen Lage in grau-braunen
	        

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