Full text: 1948 (0076)

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denen der eigentlichen Steinkohlenzeit, nur 
von kurzer Lebensdauer. Die aus ihnen ent 
standenen Kohlenflöze sind auch dement 
sprechend meist nur von geringerer Mächtig 
keit. Ausnahmen bestehen in den Rotliegend 
gebieten von Sachsen und Mittelfrankreich, 
wo sich neben schwächeren auch noch recht 
mächtige Flöze gebildet haben. In der Rot 
liegendzahl fand die Steinkohlenzeit ihren 
allmählichen Ausklang, nachdem schon in der 
späteren Steinkohlenzeit die Kohlenbildungs 
perioden von immer längeren Zwischenzeiten 
unterbrochen waren. Wie die verschiedenen 
Steinkohlenablagerungen von Nord-Amerika, 
Europa und Asien auf der nördlichen Erd 
halbkugel ein feuchtwarmes Klima für ihr 
Zustandekommen voraussetzen, so sind auf 
der südlichen Halbkugel sehr deutliche An 
zeichen in Form von Gletscher-Schliffen, 
Schrammen und Geschiebeablagerungen für 
die Annahme sehr starker Vereisungen in 
diesem Zeitabschnitt vorhanden (Abb. 2). 
scher des Strandes, der oft überflutet wurde, 
sodaß dann nur noch die größten Schachtel 
halme mit ihren Wipfeln herausragten. 
Kraut- und baumförmige Farne gestalteten 
das Strandbild etwas abwechslungsreicher. 
Die farnähnlichen Gewächse oder Samen 
farne erhielten zum Teil dickere, fleischigere 
Blätter und gediehen mit den Nadelholz- 
Gewächsen zusammen auch weiter ab vom 
Strande. Auf der südlichen Halbkugel hat 
sich nach dem Abschmelzen des Eises eine 
ganz neuartige, den nun herrschenden Ver 
hältnissen angepaßte Pflanzenwelt ent 
wickelt. Wie aus der Verbreitung ihrer ver 
steinerten Reste in den Gesteinsschichten des 
heutigen Südafrika, Südindien. Australien 
und Südamerika geschlossen werden kann, 
waren diese Gebiete während der Permzeit 
ein großes, zusammenhängendes Festland, 
das man nach einer Landschaft in Mittel 
indien Gondwanaland nennt (Abb. 2). Nach 
dem Überschreiten des großen Mittelmeers 
Abb. 2: Verteilung von Wasser und Land auf der Erde während der Permzeit 
(n. Schachert u. v. Freyberg) 
Durch den öfteren Wechsel des Klimas, die 
Eiszeiten und die auch während der Permzeit 
zeitweise noch recht starke Gebirgsbildung 
wurde das Leben dementsprechend sehr ver 
ändernd beeinflußt. Besonders stark hat die 
Pflanzenwelt darunter gelitten. Von den vie 
len, in der Steinkohlenzeit reichlich ver 
tretenen Pflanzengruppen haben nur wenige 
den Beginn des neuen Erdzeitalters erlebt. 
Die baumförmigen Bärlapp-Gewächse waren 
mit dem Ende der Steinkohlenzeit fast ganz 
ausgestorben. Neue, zum Teil anspruchs 
losere Pflanzen sind entstanden. Nadel- und 
nadelholzähnliche Gewächse, die sich bereits 
in der späteren Steinkohlenzeit infolge des 
ungünstiger werdenden Klimas ganz allmäh 
lich zu entwickeln begannen, wurden arten- 
und zahlreicher. Glieder-Gewäehse, zu denen 
die Schachtelhalme als Röhricht und die dem 
Wasserleben besonders gut angepaßten Keil 
blatt-Gewächse gehören, waren die Beherr- 
oder der Tethys während der Permzeit ge 
langten die recht eigenartigen südlichen 
Pflanzen auch nach dem nordöstlichen Ruß 
land und Sibirien. Es handelt sich bei diesen 
hauptsächlich um Glossopteriden, das sind 
cycadeenartige Pflanzen mit bis zu 1 Meter 
langen, hirschzungenähnlichen Blättern, wie 
sie besonders später im Mesozoikum oder in 
der Erdmittelzeit gelebt haben. Die Tierwelt 
erhielt in der Permzeit sowohl im Wasser als 
auch auf dem Lande ihr besonderes Gepräge. 
Die die Meere der vorkarbonischen Zeiten 
beherrschenden Trilobiten oder Dreilapp 
krebse waren bereits so gut wie ausgestorben. 
Verschiedene Gruppen von Fischen, sowie die 
Panzerlurche erlebten ihre Blütezeit. In 
einigen Gebieten des Gondwanalandes waren 
schon die Reptilien als zum Teil recht große, 
säugetierähnliche Landsauriere vielgesta’tig 
vertreten. Neben der bereits erwähnten Ge 
birgsbildung entfaltete sich in der Rot-
	        
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