Full text: 1948 (0076)

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Versorgung der Bergleute mit Kleidung, 
Wäsche, Schuhen, Seife usw. 
Die Verhältnisse auf dem Textil- und 
Ledermarkt haben sich in dem verflossenen 
Jahr nicht wesentlich gebessert. Dies ist an 
sich nicht verwunderlich. Auf dem Textil- 
und Ledermarkt hat der große Zerstörer und 
Verschwender „Krieg“ sich genau so brutal 
und rücksichtslos ausgewirkt wie bei der 
Vernichtung der Menschen, deren Arbeits 
und Wohnstätten. 
Der Mangel an Textilwaren ist nicht be 
dingt durch Mangel an Textil-Rohstoffen. In 
der Welt gibt es genügend Baumwolle, und 
Wolle ist sogar mehr als genug vorhanden. 
Vom Textilrohstoff aus gesehen könnte der 
Bedarf an Wäsche und Kleidern ausreichend 
gedeckt werden. 
Die Ursache der Textilnot ist bedingt durch 
die Zerstörung eines großen Teiles der Textil 
industrie. Die vorhandenen Maschinen in der 
noch verbliebenen Textil-Industrie sind wäh 
rend des Krieges derart abgewirtschaftet 
worden, so daß sie nicht imstande sind, die 
vorhandenen Rohstoffe zu verarbeiten. Es 
wird noch Jahre dauern, bis hier die Schäden 
behoben sind. 
Wir müssen uns darauf einstellen, daß die 
Not an Textilien jeglicher Art nicht schnell 
beseitigt ist. Für die Mehrzahl der Familien 
kommt erschwerend hinzu, daß die Bestände 
im Laufe der Jahre vollständig aufgebraucht 
wurden. Hier tritt der Mangel in den näcn- 
sten Jahren noch stärker in Erscheinung, 
als dies allgemein gesehen der Fall ist. 
Die Schwierigkeiten auf dem Ledermarkt 
sind zur Zeit noch außerordentlich groß. Der 
Krieg hat große Bestände an Vieh ver 
nichtet, so daß der Anfall von Tierhäuten 
zur Zeit noch sehr gering ist. Wo Tierhäute 
nicht anfallen, fehlen auch die notwendigen 
Fette zur Herstellung von Seife. 
Der vorhandene Bedarf an Schuhen kann 
in den nächsten Monaten noch nicht restlos 
gedeckt werden. Auch hier muß äußerste 
Sparsamkeit geübt werden. Die noch vor 
handenen Bestände sind so schonend wie 
möglich zu benützen. Im Hinblick auf den 
kommenden Winter müssen deshalb die 
Schuhe besonders gepflegt werden. 
Unter Berücksichtigung des bis jetzt Ge 
sagten ist es erklärlich, wie groß die Anstren 
gungen sein mußten, um die nachstehend 
angeführten Gegenstände wie Kleider, 
Wäsche, Schuhe, Seife usw. zu beschaffen. 
Dies verpflichtet uns, all denen zu danken, 
die sich unermüdlich um deren Beschaffung 
eingesetzt haben. 
In der Zeit vom 1. Juli 1946 bis 30. Juni 
1947 wurden an unsere Belegschaftsmit 
glieder verteilt: 
1. Kleider, Schuhe, Wäsche 
101 100 Arbeitsanzüge 
8 653 Arbeitshosen 
87 991 Arbeitshemden 
9 904 Unterhemden 
98 183 Unterhosen 
36 904 Schweißkittel 
140 536 Paar Arbeitsschuhe 
143 097 Paar Socken 
946 Frauen-Berufskittel 
40 000 Taschentücher 
18 400 Rollen Nähgarn 
266 710 Rollen Nähkunstseide 
19 140 Briefchen Stopfwolle 
64 000 Jackenkhöpfe 
2. Sonstige Gegenstände 
221 564 kg Kernseife 
163 542 kg Waschpulver 
350 000 Rasierklingen 
6 500 Herrenuhren 
4 000 Wecker 
12 475 Herrenkämme 
12 458 Damenkämme 
2 400 Fahrraddecken 
1 826 Fahrradschläuche 
3. Tabakwaren 
96 514 428 Stück Zigaretten 
2 907 901 Stück Zigarren bzw. Stumpen 
2 953 699 Stück Zigarillos 
460 000 Heftchen Zigarettenpapier 
76 980 kg Rauchtabak 
30 184 kg Rolltabak 
230 kg Schnupftabak 
3 267 Holz- und Tonpfeifen
	        

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