Full text: 1948 (0076)

24 
Die Zahlung der Sonderbeihilfe an die Lehr 
linge entspringt der Erwägung, diese zum 
Sparen anzuleiten. Im Hinblick auf die Lohn 
gestaltung in früheren Jahren müßte es mög 
lich sein, daß die Lehrlinge auch noch von 
den Lohnbeträgen, die sie ausgezahlt be 
kommen, bestimmte Beträge sparen. 
Bis Ende September 1921 erhielten die 
Arbeiter nach der damals geltenden Lohn 
regelung im Alter von 16, 17 und 18 Jahren 
6/10, im Alter von 19, 20 und 21 Jahren 7/10, 
im Alter von 22 Jahren 8/10 und im Alter 
von 23 Jahren 9/10 des Lohnes der Vollarbei 
ter, mit Vollendung des 24. Lebensjahres 
wurden erst die vollen Löhne zur Auszahlung 
gebracht. 
Ab 1. 10. 1921 wurde die Altersgrenze zum 
Erreichen der vollen Löhne auf 22 Jahre her 
abgesetzt. 
Heute erhalten unsere Berglehrlinge im 
Alter von 16 Jahren 60 v. H., im Alter von 
17 Jahren 70 v. H., und wenn sie ihre Knap 
penprüfung vor Vollendung des 18. Lebens 
jahres ablegen, 80 v. H. der vollen Löhne. 
Darüber hinaus erhalten sie als Knappen 
bis zur Ablegung der Hauerprüfung — die 
schon mit HM/s Jahren abgelegt werden 
kann — je nach dem Fortschreiten ihres Aus 
bildungsstandes 85, 90 und 95 v. H. des erreich 
ten Gedinge- bzw. Schichtlohnes. Nach Ab 
legung der Hauerprüfung erhalten sie 100 v. H. 
der Gedinge- oder Schichtlöhne. Die gewerb 
lichen Lehrlinge erhalten nach Ablegung der 
Gesellenprüfung unter den gleichen Voraus 
setzungen die gleiche Lohnsteigerung wie die 
Knappen. Sie erhalten mit Vollendung des 
20. Lebensjahres gleichfalls den Vollarbeiter 
lohn. 
Beim Vergleich der Löhne von heute und 
früher müßte man annehmen, daß die Berg-, 
gewerblichen und kaufmännischen Lehrlinge 
bei gutem Willen und entsprechender Unter 
stützung der Eltern mehr sparen könnten — 
wir denken an das eigene Heim des Saarberg 
mannes — wie dies früher möglich war. Alle 
Berglehrlinge, die ihre Knappenprüfung ab 
gelegt, und alle gewerblichen und kaufmän 
nischen Lehrlinge, die ihre Gesellenprüfung 
abgelegt haben, müßten eigentlich von diesem 
Zeitpunkt ab je Schicht mindestens M. 1,— 
zur Sparkasse bringen können. Wer darüber 
hinaus dann noch vorsichtig ist in der Wahl 
seiner Zukünftigen und zugleich der Schwie 
gereltern, des Onkels und der Tante, die 
gegebenenfalls noch mithelfen, müßte es fertig 
bringen, daß er die Hochzeit im eigenen Heim 
feiern würde. Wir sind der felsenfesten Auf 
fassung. daß spätestens in 4-5 Jahren wieder 
nach Herzenslust auch von dem Bergmann 
gebaut werden kann. Hierfür heute schon 
Vorsorge zu treffen, ist ein Gebot der Klug 
heit. 
Durchschnittslöhne. 
Der Barverdienst der im Gedinge beschäf 
tigten Arbeiter betrug im Jahre 1946 je 
Schicht M. 9,78, der Durchschnitts-Barver 
dienst aller Arbeiter unter Tage M. 9,00 und 
der durchschnittliche Barverdienst aller 
Arbeiter M. 8,14 unter und über Tage. 
Der Nettolohn — das ist abzügl. der Knapp 
schaftsbeiträge und Steuern — betrug im 
Jahre 1946 für die im Gedinge beschäftigten 
Arbeiter M. 8,45, für sämtliche Arbeiter unter 
Tag M. 7,80 und für sämtliche Arbeiter unter 
und über Tag M. 7,05 je Schicht. 
Das Gesamt-Einkommen aller im Jahre 
1946 auf den Saargruben beschäftigten Ar 
beiter betrug M. 101.545,906.—. 
Hierin sind unter anderem enthalten: 
M. 5 301 706.— für Frauenzulage und Kinder 
geld 
M. 1476 661.— an Zuschlägen für Sonn- und 
Feiertagsarbeit, 
M. 3 109 471.— für Erholungsurlaub einschließ 
lich Schichten, die nach § 56 
der Betriebsordnung vergütet 
werden, 
M. 1 577 267.— für Schichtausfälle am 1. Mai 
und den sonstigen Wochenfeier 
tagen, 
M. 3 166 165.— für Regelmäßigkeitsprämien, 
M. 864 096.— für Fahrgeldrückerstattung. 
Ab 1. November 1946 wird auch für die Uber- 
tage-Arbeiter im gleichen Umfang und in 
gleicher Höhe je Schicht 1/25 des monatlichen 
FahrgeMbetrages rückvergütet, der M. 10,— 
im Monat übersteigt, wie dies bei den Unter- 
tage-Arbeitern ab 1. 7. 1946 der Fall ist. 
Regelmäßigkeits-Prämie und Regelmäßigkeits- 
Prämien-Bezugssche ! n. 
Die Regelmäßigkeits-Prämie in Höhe von 
10 v. H. des Brutto-Lohnes wird ab 1. Juli 1946 
der Untertage-Belegschaft. und ab 1. 12. 1946 
der Übertage-Belegschaft unter der Voraus 
setzung gewährt, daß sämtliche, jeden Monat 
anfallenden Schichten verfahren werden. 
Feiert ein Belegschaftsmitglied, gleich aus 
welchem Grunde, eine Schicht, so beträgt 
die Prämie 7,5 v. H., feiert das gleiche Beleg 
schaftsmitglied im Monat 2 Schichten, so be 
trägt die Prämie nur noch 5 v. H. Feiert 
dieses Belegschaftsmitglied im Monat 3 oder 
mehr Schichten, so wird keine Prämie ge 
währt. 
Als verfahrene Schichten gelten auch Er 
holungsurlaub und Schichten, die nach § 56 
der Betriebsordnung vergütet werden, sowie 
Schichtteile, die Belegschaftsmitglieder nicht 
verfahren, welche infolge Unfall oder Krank 
heit früher abfahren mußten. 
Werden einem Belegschaftsmitglied nach 
§ 56 der Betriebsordnung Schichten vergütet 
und dieses Belegschaftsmitglied feiert nach 
dieser bezahlten Freistellung von der Arbeit 
unentschuldigt eine Schicht, so gilt die ge 
samte Abwesenheit als unentschuldigt. Dies 
hat zur Folge, daß die Regelmäßigkeitsprämie 
sich verringert oder für den laufenden Monat 
ganz ausfällt. 
Das gleiche gilt bei Gewährung von unbe 
zahltem Urlaub. \
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.