Full text: 1948 (0076)

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wir raten Ihnen 
Es sind gar nicht so sehr die großen 
Schwierigkeiten, die die Hausfrau ermüden, 
sondern vielmehr die kleinen, sich täglich 
wiederholenden Hindernisse. Häufig ent 
stehen sie aus Unwissenheit, häufig nur aus 
Ungeschicklichkeit. Hier will Ihnen unsere 
kleine Plauderei raten und helfen: 
Holzwurm in alten Möbeln? 
Nehmen Sie Eicheln, in die die Würmer mit 
Vorliebe kriechen, und legen Sie sie in die 
Schränke und Schubladen. Nach einer ge 
wissen Zeit erneuern Sie die Früchte, die 
alten angebohrten Eicheln verbrennen Sie 
sorgfältig. 
Blanke, abgewetzte Stellen am Anzug? 
Man kann die abgetragenen Stellen am Sitz. 
Ellenbogen, Knie für einige Zeit vertuschen, 
indem man sie mit einem in Selterswasser 
getauchten Stofflappen leicht abreibt und 
nachbürstet. 
Und Pappreste? 
Die werden in Streifen geschnitten und in 
die flüssiggemachten Wachs- oder Kerzen 
reste getaucht. Sie gewinnen dadurch ein 
vorzügliches Anfeuermittel. 
Die Dose geht nicht auf? 
Rollen Sie sie einige Male mit der flachen 
Hand hin und her. 
Der Glasstopfen an der Kristallkaraffe 
klemmt? 
Tauchen Sie ein Tuch in heißes Wasser und 
legen es um den Flaschenhals. Reiben Sie 
mehrere Male hin und her. 
Haben Sie kleine Seifenreste? 
Lassen Sie sie in heißem Wasser schmelzen, 
fügen Sie einige Tropfen Parfüm hinzu, et 
was Glyzerin (etwa 1 / i0 des Gewichts der 
Menge), rühren das Ganze gut durcheinander. 
Gießen Sie dann die flüssige Masse in eine 
Dose, lassen sie trocknen und erkalten. Etwa 
einen Monat nach der Herstellung verwen 
den Sie das Stück Seife, dann ist es genü 
gend trocken. Je trockener die Seife ist, 
desto sparsamer ist sie im Verbrauch. 
Rohkost - gesund 
Großmutter lernte in der Kochschule neben 
dem Praktischen auch etwas über Eiweiß, 
Kohlenhydrate und Fett; bei Mutter sprach, 
man schon von „Kalorien“ — und unsere 
Zeit nun hat die eigentlichen lebendigen 
Stoffe, die „Vitamine“ und die „Nährsalze“ 
entdeckt. Sie sind in der Hauptsache in den 
Pflanzen, das heißt in den Gemüsen und 
Früchten enthalten, allerdings nicht mehr in 
Gemüsen, die durch langes Kochen ausge 
laugt und blanchiert sind. Hier sind Vita 
mine und Nährsalze getötet oder chemisch 
verändert. Pflanzen Sie einmal den Kern 
eines gedünsteten Apfels, er wird nie keimen, 
denn seine Lebenskraft wurde durch das 
Sind Schuhpaste und Bohnerwachs einge 
trocknet? 
Werfen Sie sie nicht weg, sondern lösen 
Sie sie mit ein wenig Milch auf. 
Wollen Sie glänzende Schuhe? 
Reinigen Sie sie zuerst mit Brennspiritus, 
um die Flecken zu entfernen, spannen Sie 
die Schuhe zum Trocknen auf Spanner oder 
stopfen sie mit Papier aus. Erschrecken Sie 
nicht, wenn die Lederschuhe unansehnlich 
aussehen. Wenn die Schuhe trocken sind, 
tragen Sie mit einer Bürste die Schuhpaste 
auf, lassen sie zwei Tage stehen und reiben 
dann mit einem Wollappen nach. 
Blinde Lackschuhe? 
Sie sind alt, wir wissen es, aber man braucht 
sie doch noch. Reiben Sie die Schuhe mit 
einer Zwiebel ab und sie gewinnen wieder 
für einige Zeit einen ganz unerwarteten 
Glanz. 
Löcher und Kitze in der Wand? 
Rühren Sie aus Zeitungspapier und Wasser 
einen Brei an und stopfen damit die Risse zu. 
Wollen Sie die Eier frisch halten? 
Legen Sie sie eine halbe Minute — aber nicht 
länger — in kochendes Wasser. 
Wohin mit Papierresten? 
Stecken Sie sie nicht in den Ofen, sie ver 
stopfen ihn nur. Weichen Sie das Papier 
zwei Tage ein, wringen es dann aus, formen 
Würste oder Bälle daraus, die Sie an der 
Sonne trocknen. Und Sie haben für den 
Winter den schönsten Brikettersatz 
Stört Sie der Fischgeruch beim Kochen? 
Dann fügen Sie dem Fischwasser ein wenig 
Milch bei und der unangenehme Geruch wird 
verschwinden. 
Die Schublade öffnet sich schwer? 
Reiben Sie sie an den Kanten mit trockener 
Seife ein. 
Und vergessen Sie nicht: 
Das sorgfältig gereinigte Ofenloch ist im 
Sommer der schönste und billigste Kühl- 
schrankersatz! M. A. T. 
und schmackhaft 
Dünsten ausgelöscht. Ähnlich geht es mit der 
Kraft aller übrigen wichtigen Bestandteile der 
Gemüse und Früchte. Darum sollte bei jedem 
Essen ein Teil der Nahrung roh genossen 
werden, gleich ob als Früchte, Salate oder 
als Rohgemüse. Aber selbst dem gekochten 
Gemüse sollte man kurz vor dem Anrichten 
jeweils ein wenig rohes, geriebenes Gemüse 
zur Auffrischung beigeben. 
Um aus der Rohkost den höchsten Gewinn 
zu erzielen, müssen wir jedoch einige Grund 
regeln beachten: 
1. Der Sauerstoff der Luft und die Wärme 
schaden einigen Vitaminen. Die Speisen
	        

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