Full text: 1948 (0076)

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gewann er die neuen Kameraden durch einen 
Liter Schnaps, den sogenannten Einstand. 
Hieb er aber „in den Sack“ oder ging er „in 
Pension“, so geschah es nicht ohne „den Aus 
stand“, der die nächsten Kameraden noch 
einmal mit dem Scheidenden vereinte. 
Diese in der Tiefe der Erde unter lauern 
den Gefahren zusammengeschweißte Kame 
radschaft währte bis zum Tode. Kein Bauer 
und Handwerker war im Dorfe so feierlich zu 
Grabe getragen wie ein Bergmann. Um ihm 
das letzte Geleit zu geben, verfuhren die 
Freunde und Kameraden am Begräbnistag 
keine Schicht, und von den Nachbardörfern 
kamen die Abordnungen mit ihren umflorten 
Fahnen, um sie über der letzten Ruhestätte 
des toten Knappen zu schwenken. 
„Heute war der Kirchhof wieder „schwarz 
von Bergleuten“, hieß es nach dem Leichen 
begängnis, und wir Buben blickten mit 
scheuem Stolz auf unsere Bergmannsväter 
und fühlten, daß sie einem Stand angehörten, 
der etwas galt und in hohem Ansehen stand. 
„Wer kä Berschmann es, zähld net mett“. war 
damals eine landläufige Redensart, und um 
auch „mettzezähle“ und „net henne hott zu
	        

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