Full text: 1947 (0075)

i 75 
Abb. 19. Ein anderes Haus im Jahre 1937. 
Abb. 20. Vorbildliche Befestigung eines Bergrutsches. 
Abb. 21. Ausbuchtung der Straße Ottwetler — St. Wendel durch 
Belastung des Gehängeschutts. 
als 40 cm eingedrückt ist und 
dadurch das Haus sowohl an 
seinen Flanken als auch in der 
Mitte aufreißen mußte. Die Ab 
bildung 10 zeigt die beiden 
Risse auf den Flanken im Jahre 
1937 und Abbildung 17 im Jahre 
1943, während die Abbildung 18 
den Grundriß des Hauses dar 
stellt. 
Ein anderes Gebäude, dessen 
Grundmauer an der Vorder 
front offensichtlich wegen der 
tieferen Keller auf den festen 
Felsen herunterge fihrt wuHe, 
wölbte sich in seiner halben 
Höhe nach vorne durch, sodaß 
die Vorderfront eine wulstige 
Form erhielt. Die Abbildung 19 
zeigt dieses Haus im Jahre 1937. 
In den letzten Jahren sind dann 
die nachschiebenden Massen so 
stark gewesen, daß das Haus 
über seinen Kellern abgeschert 
wurde und schließlich abgeris 
sen werden mußte. Trotz dieser 
eindeutigenfMahnung der Natur, 
in diesem Gebiet bei Bauten 
vorsichtig zu sein, wurde der 
Berg noch mehr bebaut und 
zwar nun noch weiter nach un 
ten. Die Folge ist eine Fort 
setzung diesem Gekriechs des 
Gehängeschutts und damit der 
Zerstörung der Häuser. Die Bewe 
gung kann in trockenen Jahren 
zum Stillstand kommen. Di&s 
kann aber nur vorübergehend 
sein, da schon eine weniger 
starke Watsseraufnahme die 
Standfestigkeit des Verwitte 
rungsbodens ändert und zum 
anderen, das Gewicnt düb oouens 
durch das Wasser ganz erheb 
lich erhöht wird. Man kann also 
im Sinne des Laien von einem 
wandernden Berg sprechen und 
sagen, daß der Berg weiter 
wandert. Inzwischen ist ver 
sucht worden, durch Bepflan 
zung diesen Bewegungsprozeß 
aufzuhalten, aber der Erfolg ist 
wegen der noch nicht genügend 
tief wurzelnden Pflanzen und 
der dadurch bedingten ungenü 
genden Zusammenhaltskraft 
noch nicht durchgreifend, wenn 
es auch mit den Jahren zu einem 
Stillstand kommen kann. Jeden 
falls ist die Lehre daraus zu 
ziehen, daß man ohne den Bau 
grund zu kennen, kein Gelände 
als Baugelände freigeben dürfte. 
Wie solche Hangbewegungen 
zu befestigen sind, zeigt Abbil 
dung 20. Hier rutschte am Spie- 
mont bei Oberlinxweiler ein 
ziemlich starker Teil des be 
pflanzten Hanges ab, weil am
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.