Full text: 1947 (0075)

Saarburg 
(Phot. Max Wentz, Saarbrücken) 
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Neckel: Da hast Du recht. Reden wir zunächst 
darüber, wo uns der Schuh drückt. 
Was hältst Du von unserer Pensions 
kasse? Ist es nicht Sünd und Schande, 
daß man uns heute mit so ein paar 
Mark abspeist, während uns fast 
mehr als das Doppelte zusteht. 40 Jahre 
hat unsereiner in der Grube geschafft, 
treu und redlich 6eine Knappschafts- 
Beiträge gezahlt, um im Alter versorgt 
zu sein, und nun diese Enttäuschung. 
Du kannst mir’s glauben, Matz, wenn 
ich die Halunken in die Finger be 
käme, die uns so um unsere sauer ver 
dienten Groschen gebracht haben, ich 
glaube, ich würde „Gehacktes" aus 
ihnen machen. 
Matz: Aber mein Lieber, die Kerle, die uns 
in diese traurige Lage gebracht haben, 
sind nicht mehr am Leben. Du weißt 
doch, daß die glorreichen Führer des 
Dritten Reiches, Hitler, Goebbels und 
Genossen sich in Berlin längst ver 
giftet haben, und daß der Rest der 
Kumpane zurZeit in Nürnberg auf der 
Anklagebank sitzt. 
Neckei: Ja, es ist empörend und kaum zu 
fassen. Ueber zweihundert Millionen 
Reichsmark Knappschaftsvermögen 
hatten diese Halunken nach Berlin 
geholt, um sie in dem durch ihren 
Größenwahn ent esselten Krieg durch 
die Kanonenrohre zu jagen. Wir 
stehen nun da und haben als traurige 
Hinterlassenschaft nichts als Trümmer 
und leere Sozialversicherungskassen. 
Und wie sollen diese Kassen wieder 
aufgefüllt werden? 
Matz: Aufgefüllt, so wie das früher war, 
daran ist vorerst garnicht zu denken. 
Wenn wir es nur wieder soweit brin 
gen, daß unsere Pensionen in der 
statutenmäßigen Höhe gezahlt werden, 
dann können wir zufrieden sein. Zu 
Reserveansammlungen wird es lange 
Zeit nicht kommen. Und doch muß die 
Knappschaftskasse mit der Zeit auch 
wieder einige Reserven haben, wenn 
auch nicht mehr in der früheren Höhe. 
Reserven sind schon notwendig, wenD 
bei einer verringerten Belegschaft mit 
verminderten Beitragseinnahmen die 
lautenden Ausgaben gedeckt werden 
sollen. Zur Zeit lebt unser Knapp- 
6chaft.sverein nur von den laufenden 
Beiträgen unserer noch arbeitenden 
Kameraden. Die Zahl der augenblick 
lichen Belegschaftsmitglieder der Saar 
gruben ist aber geringer als die Zahl
	        

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