Full text: 72.1944 (0072)

Als er sich aber dann doch zum Aufstehen 
anschickt, da strömt trotz aller Skepsis der 
Lebenswille wieder in ihn ein und er versucht 
es nicht spielerisch, sondern ganz ernst. Doch 
bei aller Anstrengung gelingt es ihm nicht, 
auch nur ein Glied zu rühren. 
Es scheint ihm, als läge der Schnee in vielen 
Metern Höhe auf ihm, hielte ihn in unlösbarer 
Haft, doch ohne eigentliche Schwere. Er 
schließt ihn ab von der Welt, wie eine un¬ 
durchdringliche Hülle, unter der er gegen 
alles geschützt ist. 
Er fühlt sich geborgen wie vor seiner Ge¬ 
burt. Er will immer so liegen bleiben, be¬ 
friedigt ruhn und immer sein. Auch im Tod 
ist man, fühlt er. Es ist nur eine andere Art 
des Seins. 
Er will nicht mehr hinausmüssen in dieses 
stürmende, gefährliche Leben mit all seiner 
Mühsal, seinem Leid, seinen Enttäuschungen. 
Auch ihm hatte einst das Glück gelächelt, 
als er noch jünger war, in den unergründlich 
tiefen Augen einer geliebten Frau. Aber die 
Erinnerung daran ist ihm in dieser Stunde 
verhangen, ist vergangen wie die Frau, die 
vor langem gestorben. Er will nicht mehr ge¬ 
stört sein in dieser seligen Ruhe. Wenn jetzt 
jemand käme, ihn zu retten, er möchte gar 
nicht mehr gerettet werden. Er ist undankbar 
gegen das Leben, und weiß es nicht. 
Und horch! Er glaubt ein wundermildes 
Tönespiel von ganz weit her zu hören. Ein 
Flötenspieler muß es sein. Der Tod! Noch 
sieht er ihn nicht, aber er hört sein reines, 
elfenbeinernes Spiel. Alle irdischen Schlacken 
verbrennen in diesen Tönen. Er lauscht wie 
ein Trunkener dieser lieblichen, seltsamen 
Melodie. Komm, süßer Tod , . 
Plötzlich fühlt er einen heftigen Ruck an 
seiner Brust. Es ist sein Hund. Wie ein Tau¬ 
cher arbeitet er sich aus tiefem, schwerem 
Wasser mit aller Kraft in die Höhe, empor 
zum Licht. Das starke Tier zerrt ihn an den 
Beinen, den Armen, der Brust, hin und her. 
Da springt der Mann — Entschluß und Tat 
fließen im Bruchteil einer Sekunde in eins 
zusammen — jäh auf die Füße, schüttelt den 
Schnee ab und bricht unverweilt auf zu sei¬ 
nem weiteren Weg. 
Die ungeheure Versuchung des Todes weicht 
von ihm. Es ist ihm aber gleichsam, als hätte 
sich die starke, gütige Hand Gottes unsicht¬ 
bar vom Himmel heruntergestreckt und durch 
ein geringes Tier gewirkt, ihn — den dem 
Trug des Denkens unterworfenen Menschen, 
den homo sapiens — seinem unseligen Vor¬ 
haben zu entreißen. 
Etwas Höheres als eigenes Glück und Leid 
ist wieder in ihm aufgewacht: die Pflicht. 
Sein Leben gehört nicht ihm allein. Drüben 
im Dorf jenseits des Kammes verlassen sie 
sich auf ihn, die Bergmannsbauern, mit den 
treuherzigen, von harter Arbeit unter Tag und 
von Wetter und Wind zerfurchten Gesichtern. 
Er kommt sich jetzt fast vor wie ein Deser¬ 
teur, ein Verbrecher. Er erkennt: Man hat 
nicht das Recht, sich dem Leben, auch wenn 
es Not und Bitternisse in sich birgt, zu ent¬ 
ziehen, und nicht der Gemeinschaft. Tapfer 
und treu sein ist alles. 
Als er in rüstigem Schritt die ersten Häu¬ 
ser der kleinen Stadt auftauchen sieht, sind 
seine Augen wieder klar und fest. 
Vollkornbrot Dient Der Gefunöbcit 
Das mit der Gütemarke ausgezeichnete 
Vollkornbrot enthält für die menschliche Er¬ 
nährung neben den Kohlehydraten noch die 
hochwichtigen Stoffe Eiweiß und geringe 
Mengen von Fett, für die Gesunderhaltung 
Mineralsalze, Vitamine, insbesondere das 
Vitamin B 1, die bei der Brotherstellung mit 
hellem Mehl der menschlichen Ernährung 
verloren gingen. 
Vollkornbrot sollte jeder Mensch schon von 
frühester Jugend an essen. Das Kleinkind 
benötigt die Mineralstoffe zum Aufbau des 
Körpers und das Vitamin B 1 für die beste 
Verwertung seiner kolehydratreichen Nah¬ 
rung. Vollkornbrot enthält Spuren von Eisen, 
die bei regelmäßigem Verbrauch dieses Bro¬ 
tes genügen, das Auftreten von Blutarmut 
bei den Kindern zu verhüten. Im schulpflich¬ 
tigen Alter sollte den Kindern nur das sät¬ 
tigende Vollkornbrot gegeben werden. 
Für alle berufstätigen Männer und Frauen 
ist das Vollkornbrot durch den Vitamin-B 1- 
Gehalt wichtige Voraussetzung für die Er¬ 
haltung der Leistungsfähigkeit, da das volle 
Korn neben der Hefe von allen Nahrungs¬ 
mitteln der reichste Vitamin-B I-Träger ist. 
Der Handarbeiter, von dem heute ge¬ 
steigerte Leistung verlangt wird, benötigt das 
Vitamin B1 in großen Mengen. Der meist 
sitzende Geistesarbeiter braucht das 
Vollkornbrot nicht nur wegen seiner Vita¬ 
mine, sondern auch wegen der regulieren¬ 
den Wirkung auf den Magen-Darm-Kanal 
als innere Massage für den Darm. Auch der 
Magenschwache kann das Vollkornbrot ver¬ 
tragen, wenn er gründlich und lange kaut und 
mindestens drei bis vier Tage altes Brot in 
langsam steigenden Mengen zu sich nimmt. 
Während der Schwangerschaft trägt 
das Vollkornbrot bei zu einem beschwerde¬ 
freien normalen Verlauf und verbessert die 
Still-Leistung der Mutter. Benötigt doch die 
werdende Mutter einen dreifachen Bedarf 
an Vitamin B1, die stillende Mutter sogar 
einen viereinhalbfachen Bedarf. Und welche 
Mutter wollte ihrem Kinde nicht schon vor 
seiner Geburt die beste Grundlage für seine 
Gesundheit geben? Dr. Voll. 
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