Full text: 71.1943 (0071)

tierte, ging der deutsche Vormarsch im 
Osten weiter und der ungebrochene Kampf¬ 
geist der deutschen Truppen bewies aufs 
neue, daß die Pläne der Briten nicht zur 
Durchführung kommen würden. Churchill 
hatte seinem Volk jedoch nichts anderes zu 
sagen, daß England vor neuen, qualvollen 
Prüfungen stände. Kein Wunder auch, 
denn in zweieinhalb Kriegsjahren gingen 
für das 
Empire und USA. bereits die Hälfte des 
Schiffsraums verloren. 
Trotz starker Abwehr erzielten die deut¬ 
schen U-Boote und die Überwasserstreit¬ 
kräfte zusammen mit der Luftwaffe von 
Monat zu Monat wachsende Erfolge. Das 
Auftauchen der deutschen Untersee¬ 
boote vor der USA. - Küste am 
11. Juni bildete eine neue Großtat der U- 
Bootwaffe. Gleich bei ihrem ersten Er¬ 
scheinen in nordamerikanischen und kana¬ 
dischen Gewässern wurde der feindlichen 
Versorgungsschiffahrt schwerer Schaden 
Minensuchboote. Ob es gilt die Seewege minenfrei 
zu halten, Minen zu werfen, Geleit zu fahren oder 
andere Aufgaben zu erfüllen, immer sind die Minen¬ 
sucher in vorderster Front mit dabei, um bei jedem 
Wetter ihre Pflicht zu erfüllen. — Sicherung für ein 
Unterseeboot. 
PK-Aufnähme: Kriegsberichter Weinkauf (Wb) 
durch Versenkung von 18 Handelsschiffen 
mit zusammen 125 000 BRT zugefügt. Von 
jetzt an konnte man mit Wilhelm Busch 
sagen: ,,Das war der erste Streich, doch 
der zweite folgt sogleich!" Nicht nur vor 
der Ostküste Amerikas, auch im übrigen 
Atlantik, im Mittelmeer und auf den We¬ 
gen zum und im Nördlichen Eismeer ope¬ 
rierten die deutschen Unterseeboote erfolg¬ 
reich. Anfang Juli spielte sich eine 
Tragödie im Nördlichen Eismeer 
ab, die mit der Vernichtung eines ganzen 
Geleitzuges endete. Noch niemals war vor¬ 
her aus einem einzigen Geleitzug eine so 
große Tonnagemenge herausgeschossen 
worden, wie aus diesem nach Sowjetru߬ 
land bestimmten, mit hochwertigen Kampf¬ 
mitteln vollbeladenen anglo-amerikanischen 
Geleitzug. In unermüdlichem Nachsetzen 
und tagelangen Angriffen gelang es den 
deutschen See- und Luftstreitkräften, alle 
38 Schiffe des Geleitzuges zu vernichten 
und der feindlichen Versorgungsschiffahrt 
fast 250 000 BRT für immer zu streichen. 
Die katastrophalen Ausmaße dieses Ver¬ 
nichtungsschlages lösten auf der Feindseite 
größte Verwirrung aus. Moskau betrach¬ 
tete die ganze Lage als sehr ernst. Die 
immer dringender werdenden Rufe Stalins 
nach Entlastung durch eine zweite Front 
und Entsendung von Kriegsmaterial konn¬ 
ten weder von England noch von den USA. 
erfüllt werden. Die Kluft zwischen den 
Versenkungen und Schiffsneubauten erwei¬ 
terte sich immer mehr und das schwer be¬ 
drohte England mußte sogar an das reiche 
Amerika Schiffsraum abgeben, um die Ver¬ 
sorgungsschiffahrt überhaupt noch aufrecht¬ 
zuerhalten. Dadurch, daß die Achsenmächte 
die Herrschaft über das Mittelmeer errun¬ 
gen hatten, wurden die Briten gezwungen, 
ihren Nachschub für Afrika um Afrika her¬ 
umzuleiten, wodurch die Versenkungsge¬ 
fahr erheblich gesteigert wurde. Versuche, 
dennoch Geleitzüge durch das Mittelmeer 
zu entsenden, endeten mit schwersten 
Schlägen seitens der Achsenmächte. Zur 
Entlastung ihrer stark bedrängten Streit¬ 
kräfte in Ägypten und der Insel Malta ver¬ 
suchten die Briten Anfang August, einen 
aus Tankern und Transportern zusammen¬ 
gestellten riesigen Geleitzug von 21 Schif¬ 
fen durch das Mittelmeer zu bringen. Drei 
Schlachtschiffe und vier Flugzeugträger, 
zahlreiche Kreuzer und Zerstörer bildeten 
das Geleit. Den Flugzeugträger ,,Eagle" 
22
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.