Full text: 67.1939 (0067)

Die Tagesanlagen der Grube Anna II bei Aachen nach der Grubenexplosion am 21,Okt. 1930 
Kohlenstaub einschränken sollen, vor allem dar¬ 
auf an, die Entzündung von Schlagwettern und 
Kohlenstaub zu verhüten und Maßnahmen zu 
treffen, die die Möglichkeit für eine Fortpflan¬ 
zung einmal entstandener Explosionen unter¬ 
binden uno aus einen möglichst kleinen Raum 
beschränken. Hierzu ist es nötig, die Ursachen 
zu klären, die zu einer Entzündung von Schlag¬ 
wettern oder Kohlenstaub führen können, und den 
Verlauf von Grubenexplosionen zu untersuchen. 
Neben der eingehenden Untersuchung der in 
Gruben vorgekommenen Explosionen ist zu er¬ 
forschen, unter welchen Bedingungen Schlag¬ 
wetter und Kohlenstaub verschiedenster Feinheit 
und Beschaffenheit entzündet und zur Explosion 
gebracht werden können. Da die Entstehung von 
Erubenexplosionen neben dem Vorhandensein 
des Explosionsträgers stets das Auftreten einer 
Hitzewirkung (Flamme oder Funken) als Zünd¬ 
ursache voraussetzt, müssen alle Betriebsmittel, 
deren Verwendung zu einer Bildung von Flam¬ 
men, Funken, Erglühungen oder eines Brandes 
führen kann, als gefährlich angesehen werden. 
Soweit diese Betriebsmittel für den Bergbau 
unentbehrlich sind, ist mithin dafür zu sorgen, 
daß die th ihnen ruhende Gefahr durch beson¬ 
dere Maßnahmen oder Vorrichtungen unter¬ 
bunden oder so weit eingeschränkt wird, daß 
gegen ihre Verwendung bei Beachtung beson¬ 
derer Vorschriften vom sicherheitlichen und somit 
bergpolizeilichen Standpunkt aus nichts einzu¬ 
wenden ist. Solche Betriebsmittel sind z. B. 
Sprengstoffe, Zündmittel, alle Beleuchtungs¬ 
mittel, elektrische Maschinen und Geräte, Ben¬ 
zol- und Dieselmotoren. Zur Ermittlung der im 
Belange der Sicherheit an sie zu stellenden 
Anforderungen sind eingehende Versuche erfor¬ 
derlich. Weiterhin müssen diese Betriebsmittel 
vor ihrer Zulassung zur Verwendung im Gru¬ 
benbetrieb auch auf ihre Sicherheit geprüft und 
gegebenenfalls auch von Zeit zu Zeit nachge¬ 
prüft werden. Schließlich sind die Bedingungen 
für die Ausbreitung von Explosionen zu erfor¬ 
schen und Vorrichtungen oder Verfahren auszu¬ 
arbeiten und zu erproben,'die geeignet sind, die 
Entstehung von Explosionen zu verhüten oder 
einmal entstandene Explosionen zum Erlöschen 
zu bringen. Allen diesen Aufgaben dienen die 
Arbeiten der bergbaulichen Versuchsftrecken, 
deren Name daher rührt, daß ihre Versuchs¬ 
einrichtungen anfangs in einer den Gruben¬ 
strecken nachgebildeten, künstlichen Versuchsstrecke 
über Tage bestanden, in der man absichtlich Ex- 
vlosionen erzeugte. Die Versuchsstrecken sind aber 
nicht nur als Untersuchungs- und Prüfungs¬ 
stellen für die Bergbehörde tätig, sondern wer¬ 
den von dieser sowie vom Bergbau und anderen 
Seiten auch zur Begutachtung und Beratung in 
schieß- und explosionstechnischen Angelegen¬ 
heiten herangezogen. Mit den ausländischen 
Versuchsanstalten finden in größeren Zeitabstän¬ 
den Zusammenkünfte zum Erfahrungsaustausch 
und zu gemeinsamen Beratungen statt. 
Die erste Versuchsstrecke ist im Jahre 188t 
auf Anregung der Preußischen Schlagwetterkom¬ 
mission vom Preußischen Staat auf der Grube 
König in Neunkirchen errichtet worden. Sie 
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