Full text: 67.1939 (0067)

Ueber den Wiederaufbau der Grube Velsen 
Die zur Gruppe West der Saargruben-A.-E. 
gehörige Grube Velsen bildet mit der ebenfalls 
auf der linken Saarseite bauenden Grube Luisen¬ 
thal das Steinkohlenbergwerk Geislautern, das 
die links der Saar bauenden Saargruben 
umfaßt. 
Velsen liegt in der Gemeinde Klarenthal, in 
unmittelbarer Nähe der deutsch-französischen 
Grenze. Die Grube ist eine der jüngsten Saar- 
gruben und wurde erst zu Anfang des Jahrhun¬ 
derts in Betrieb genommen. Velsen ist in dem 
großen Waldgebiet des Warndt bisher die ein¬ 
zige Schachtanlage. Sie verfügt daher über sehr 
erhebliche Kohlenvorräte, von welchen allerdings 
erst ein kleiner Teil aufgeschlossen ist. 
Das Erubenfeld, in dem heute gebaut wird, 
erstreckt sich längs einer Grenze, die einerseits 
nach Südost durch den Schafbach, d. h. die 
Reichsgrenze, andererseits durch den Rosselbach 
nach Westen und den Eeislauterner Hauptsprung 
nach Osten gebildet wird. Rach Nordwesten zu ist 
das Feld offen. Die Längenausdehnung schwankt 
zwischen 1,5—2 km, die Tiefe von 0,5 bis 1,5 
km, der Eesamtinhalt beträgt etwa 5 750 000 gm 
oder 2,6 preußische Normalfelder. 
Trotzdem Velsen eine der jüngsten Gruben 
darstellt und die Franzosen infolge der günstigen 
Lage zur Grenze mit der Uebernahme derselben 
einschließlich des ganzen Warndt gerechnet ha¬ 
ben, war der Zustand bei der Uebernahme am 
1. März 1935 so, daß große Arbeiten umgehend 
in Angriff genommen werden mußten, um sie 
auf einen der heutigen Technik entsprechenden 
Stand zu bringen. Ueber diese Arbeiten soll 
nachstehend berichtet werden, 
l. Technische Maßnahmen unter Tage: 
Im Untertage-Betrieb schien Velsen 
bei oberflächlichem Hinsehen einigermaßen in 
Ordnung zu sein. Es waren zwei Förderschächte 
und ein gut ausgebautes Füllort auf der dritten 
Sohle vorhanden. Die Hauptbausohle war jedoch 
1935 bereits die vierte Sohle. Der Doppelschacht 
Gustav II reichte aber nur bis zur dritten 
Sohle. Gustavschacht I war bis zur vierten 
Sohle abgeteuft, e'r hatte jedoch nur eine För¬ 
dereinrichtung und das zugehörige Füllort der 
vierten Sohle war mehr als primitiv. Es war 
somit eine der ersten Aufgaben, den Haupt-För¬ 
derschacht Gustav II von der dritten bis vierten 
Sohle abzuteufen und ein neues Füllort aufzu¬ 
fahren. sehr umfangreiche Gesteinsarbeiten, die 
beinahe zwei Jahre in Anspruch nahmen. 
(Abb. 1) 
In Gustavschacht I waren seit Jahren keine 
Jnstandsetzungsarbeiten ausgeführt worden. Die 
eisernen Einstriche und Führungen waren ver- 
Kurve im beladenen Umbruch der Grube Velsen 
Werksaufnahme 
68
	        
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