Full text: 67.1939 (0067)

Der prüfende Blick wird bei all den Neuan¬ 
lagen feststellen müssen, daß nicht nur das Stre¬ 
ben nach höchster Wirtschaftlichkeit bestimmend 
gewesen ist, sondern daß darüber hinaus alles 
getan wurde, um das Wort von der „dreckigen 
Zeche" Lügen zu strafen. Dunkle gedrückte Ma¬ 
schinen- und Aschekeller sind auf Heinitz nicht 
mehr vorhanden. Alles ist licht und bequem zu¬ 
gänglich. Wo Staub sich entwickelt, z. V. in der 
Schachthalle, der Sieberei, der Wäsche, ja sogar 
unter Tage im Füllort, sind Staubabsaugevor¬ 
richtungen eingebaut. Der warme Farbton der 
ruhig-sachlichen neuen Klinkerbauten, dazwischen 
das satte Rotbraun der Eisenkonstruktionen har¬ 
monieren auf das beste mit dem Grün der über¬ 
all entstehenden Rasenflächen und der die An¬ 
lage umschließenden Buchenwälder. 
Die Badeanstalten und die damit in Verbin¬ 
dung stehenden sanitären und hygienischen Ein¬ 
richtungen wurden durchgreifend erneuert. Bei 
dem Umbau wurde eine scharfe Trennung zwi¬ 
schen Umkleide- und Baderaum durchgeführt. 
Die Brausen und Waschbecken befinden sich in 
einem gesonderten Raum, aus dem der warme 
Brüdem abgesaugt wird. Die Heilstube, moder¬ 
nen sanitären Ansprüchen in keiner Weise genü¬ 
gend, ist einer Anlage gewichen, die aus einem 
Warteraum, einem Behandlungsraum und einem 
Baderaum besteht. 2n den zweckmäßig einge¬ 
richteten, lichtdurchflossenen Räumen herrscht 
peinlichste Sauberkeit. Eine künstliche Sonne in 
dem Behandlungszimmer hilft heilen. 
Auch die Lampenkaue hat ein neues Aussehen 
und eine zweckmäßigere Anordnung erhalten. 
Früher mußten sich die Bergleute an den we¬ 
nigen engen Schaltern zur Lampenausgabe und 
-abgäbe drängen; lediglich ein kurzes Glasdach 
sorgte dabei für etwas Schutz gegen Regen. Jetzt 
erfolgt die Ausgabe und Annahme der Lampen 
in geschlossenen, beheizbaren, breiten Gängen, die 
um die Lampenkaue gezogen sind. Ausgabe- und 
Abgabeschalter sind außerdem getrennt worden, 
was die Abwicklung wesentlich vereinfacht. 
In einem überflüssig gewordenen Vau zwi¬ 
schen Sieberei und Wasche einerseits und den 
Werkstätten andererseits ist ein großer Aufent¬ 
haltsraum für die Tagesbelegschaft geschaffen 
worden. Vorgelagert sind ein Raum mit Rund¬ 
brunnen und Warmlufttrockner sowie die nöti¬ 
gen Abortanlagen. Mit dem Aufenthaltsraum, 
der auch für Betriebsappelle dient, ist eine 
„Kaffeeküche" verbunden. 
Zwischen diesem Bau und der Badeanstalt ist 
ein großer freier Platz, von einer Pergola um¬ 
grenzt, entstanden, dessen Grünflächen und Blu¬ 
menbeete das Auge des Bergmanns erfreuen 
sollen. 
Eine in einem ehemaligen Magazingebäude 
neu eingerichtete Werkschule mit hellen freund¬ 
lichen Schulsälen, einem Lehrmittel- und Leh¬ 
rerzimmer, sorgt für die schulische Aus- und 
Fortbildung des bergmännischen Nachwuchses, 
während die praktische Ausbildung in der Berg- 
lehrwerkstatt, die in dem früheren Werkftattge- 
Kleinkindergarten des Steinkohlenbergwerks Heinitz in Elversberg Aufnahme Werksfotograf Kleemann
	        
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