Full text: 67.1939 (0067)

setzt und das Gefäß mit seinen 9 Tonnen Koh¬ 
len nach oben zieht. Oben angekommen, öffnet 
sich in der Entladestellung der sinnreich durch¬ 
gebildete Gefäßverschluß selbsttätig und der 
Kohlenstrom fließt über einen Aufnahmebunker 
auf eine Bandanlage, die die Weitersörderung 
zur Sieberei bewirkt. Beim Wiedevhinabfahren 
schließt sich wiederum selbsttätig der Verschluß, 
und ein neues Förderspiel beginnt. 
Der große Vorteil der Gefäßsördetung gegen¬ 
über der Eestellförderung liegt aber nicht nur 
in der Arbeitsersparnis, sondern vor allem in 
der Leistungssteigerung der Schachtförderung. 
Während bei der Gestellförderung außer der 
Kohle auch noch die Förd er wagen gehoben wer¬ 
den müssen, können bei der Gefäßförderung statt 
dieser Totlast zusätzliche Kohlenmengen gefördert 
werden. Zum anderen ist das Füllen des Ge¬ 
fäßes, von dem Entladen ganz zu schweigen, viel 
rascher bewerkstelligt, als das Aufschieben der 
einzelnen Wagen auf das Gestell. Für unsere 
Schachtanlage Heinitz hat die Gefäßförderung 
darüber hinaus überhaupt erst die Möglichkeit 
geschaffen, von dem bisherigen unwirtschaft¬ 
lichen Förderbetrieb mit kleinen Förderwagen 
abzugehen und Großraumwagen einzusetzen, 
denn der enge Schachtquerschnitt verbietet die 
Verwendung größerer Wagen im Förderturm. 
Daß es im übrigen auch möglich ist, Seilfahrt 
in durchaus zweckmäßiger Weise mit der Gefä߬ 
förderung abhalten zu können, ist durch unsere 
Einrichtung einwandfrei bewiesen. Auf zwei 
Tragböden, die durch Herunterklappen von 
Wand teilen des Gefäßes gebildet werden, kön¬ 
nen insgesamt 29 Mann im Gefäß fahren. 
Die Umstellung der Gestellförderung im Hei¬ 
nitz-Schacht III auf Gefäßförderung erfolgte im 
April 1936 innerhalb von drei Tagen. Am 
Freitagabend kamen die letzten Kohlenwagen 
zu Tage und am darauffolgenden Dienstagmor¬ 
gen schüttete zum erstenmal das Gefäß seine 
Fracht aus. Diese Leistung war möglich, weil 
einerseits richtig geplant und vorgearbeitet wor¬ 
den war und andererseits jeder sich restlos für 
das Gelingen einsetzte und alle Hand in Hand 
arbeiteten. 
Die Anlage ist inzwischen weiter verbessert 
und ausgebaut worden. So kam Anfang 1937 
eine bislang im Bergbau noch nicht bekannte 
Förderwagenzählvorrichtung in Betrieb, welche 
die der Wipperanlage zulaufenden Förderwagen 
zählt. Ihre Wirkungsweise beruht auf der An¬ 
wendung der lichtempfindlichen Caesiumsröhre, 
welche ein Uebertage befindliches elektrisches 
Rollenzählwerk über einen Verstärkerstromkreis 
auslöst. Die seitlich der Gleisanlage angeord¬ 
nete Caesiumröhre wird von einer ihr gegen¬ 
über angebrachten Lichtquelle dauernd ange¬ 
strahlt. Beim Durchgang eines Förderwagens 
wird der Lichtstrahl unterbrochen, die Röhre da¬ 
durch zum Ansprechen gebracht und das Zähl¬ 
werk betätigt. Um die großen und kleinen Wa- 
Und so sieht es heute aus 
Aufnahme : Werksfotograf Kleemann 
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