Full text: 67.1939 (0067)

reichischen Volkes wohl in keiner Weile besaß. 
Fast das gesamte Volk setzte sich in Widerspruch 
zu dieser Regierung und ertrug alle Not und 
Armut, um sich dadurch seine Freiheit und seine 
Heimkehr zum großen Mutterlande zu erkämp¬ 
fen. Das Land Österreich ist lange nicht so arm 
wie vielfach angenommen wird. Wenn es auch 
als selbständiger Staat nur schwer sich hätte 
wirtschaftlich behaupten können, so ist es gerade 
als Bestandteil des großen deutschen Wirtschafts¬ 
raumes ein wertvolles Glied in der Aufbau¬ 
arbeit des Dritten Reiches. 
Zunächst sei erwähnt, daß die österreichische 
Landwirtschaft und vor allem seine Viehzucht und 
sein Obstbau trotz der schweren Krisenjahre sich 
auf eine ganz beträchtliche Höhe heraufgearbeitet 
haben, sodaß Österreich heute schon in der Lage 
ist. Milch- und Molkereiprodukte wie Butter und 
Käse und vor allem aber Edelobst auszuführen. 
Die Erträge der Landwirtschaft und der Vieh¬ 
zucht können bei günstigem Absatz, vor allem 
aber durch Verwendung von Kunstdünger ganz 
erheblich gesteigert werden. Der österreichische 
Bauer verwandte bisher pro ba kaum ein Zehn¬ 
tel des Kunstdüngers, den der Bauer im Alt¬ 
reich seinem Boden zuführte. Der Grund lag 
einzig darin, daß Kunstdünger in Österreich er¬ 
heblich teurer war, und die gesamte Bauernschaft 
Österreichs nicht nur ohne jegliche Barmittel, 
sondern außerdem noch schwer verschuldet war, 
wie ja auch die Bauernschaft im Reich bis zur 
Machtübernahme. Wenn daher Österreich einmal 
in unsere Erzeugungsschlacht eingebaut sein 
wird, dann wird es bestimmt auch sehr dazu bei¬ 
tragen, Deutschlands Unabhängigkeit in Bezug 
auf Lebensmittel zu fördern. 
Wichtig für Österreich ist vor allem sein Holz¬ 
reichtum. Das Land verfügt über überaus große 
und ausgedehnte Waldbestände und ist daher in 
der Lage, große Mengen von Holz auszuführen. 
Der große Holzbedarf Deutschlands konnte leider 
nicht im Inland gedeckt werden und es mußte 
bisher jährlich mehrere Mill. cdm einführen. Da 
ist nun der große Holzreichtum Österreichs eine 
günstige Ergänzung für den Holzmangel in 
Deutschland. 
Durch den Anschluß Österreichs wurde die Roh¬ 
stoffgrundlage für die gesamtdeutsche Wirtschaft 
auf vielen Gebieten verbreitert. Hierzu tragen 
bestimmt auch die Bodenschätze, an denen Öster¬ 
reich im Verhältnis zu seiner kleinen Boden¬ 
fläche reich ist, bei. Schon durch die derzeitige 
Ausnutzung der vorhandenen Bodenschätze wird 
die Eisen- und Zinkförderung Deutsch¬ 
lands wesentlich erhöht. Die E r a p h i t f ö r d e- 
r u n g wird nahezu verdoppelt und die Mag¬ 
nesitförderung steigt auf das mehr als 
zwanzigfache. Österreich beherrschte bisher mit 
seiner jährlichen Magnesitgewinnung von 300000 
Tonnen, die ungefähr 55% der Weltproduktion 
ausmacht, praktisch den Weltmarkt. Es ist klar, 
daß die österreichischen Reserven an Boden- 
Der steierische Erzberg
	        
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