Full text: 66.1938 (0066)

Zahlen, die an eine Million Reichsmark heran¬ 
reichen. Da aber die Wasser bedeutend höher 
gehoben werden müssen, so ergibt die Rechnung 
noch erheblich größere Beträge, an deren Ver¬ 
minderung zu arbeiten, sich schon lohnt. 
Es war daher nur eine selbstverständliche Auf¬ 
gabe, die Wasserverhältnisse im Saarbergbau 
auf die Möglichkeit einer Besserung zu unter¬ 
suchen. Das einfachste Verfahren, die Hebung 
der zusitzenden Wasser, haben wir bereits als 
recht kostspielig erkannt. Von unserer Gesell¬ 
schaft wird deshalb geprüft, ob dem Saarberg- 
bau auf andere Weise und auf die Dauer 
billiger aus seinen Wassernöten zu helfen ist. 
Ist man sich darüber klar, daß alle Gruben¬ 
wasser Niederschläge über Tage waren, so liegt 
doch der Gedanke nicht fern, durch geeignete 
Maßnahmen wenigstens einen Teil des Wassers 
schon oben abzufangen und so schnell fortzu- 
leiten, daß es nicht versickern kann. Das ist 
durchaus nichts Neues, sondern dieses Verfahren 
ist schon lange Zeit vor dem Kriege von der 
preußischen Verwaltung in den Feldern der 
wasfergefährdeten Gruben über Tage angewandt 
worden. Leider hat es dann in der Nachkriegs¬ 
zeit an der nötigen Gründlichkeit zur weiteren 
Ausbildung der Schutzmaßnahmen gefehlt. Den 
meisten Bergleuten ist bekannt, in welchem Zu¬ 
stand sich zum Beispiel die Gefluter in der Um¬ 
gebung der Gruben Göttelborn, Heinitz, Reden, 
Dechen, Kohlwald, Viktoria und anderen am 
Ende der Franzofenzeit befanden. Ihrer Ver¬ 
wahrlosung und Wirkungslosigkeit haben die 
Gruben ein gerüttelt Maß an Wasserschwierig¬ 
keiten zu verdanken. 
Zuerst war einmal festzustellen, wo schon 
früher Gefluter lagen und welche älteren Auf¬ 
zeichnungen und Erfahrungen darüber vorhan¬ 
den waren. Nachdem die alten Pläne eingesehen, 
die notwendigen Grubenfahrten gemacht und die 
geologischen Untersuchungen vorgenommen wa¬ 
ren, konnte nunmehr an die hydrologischen Auf¬ 
gaben herangegangen werden. 
Wenn man feststellen will, ob Wasser in die 
tieferen Grubenbaue versinkt, so ist dies eine 
nicht ganz so leichte Aufgabe, wie viele es den¬ 
ken. Nur mit besonderen Hilfsmitteln kann der 
Geologe und Hydrologe den Weg des unter¬ 
irdisch fließenden Wassers verfolgen. Die Natur 
und die Chemie haben uns dazu eine Anzahl 
übt der Glanz des Grfolges, sondern 
die Lauterkeit des Strebens und das 
treue Beharren in der Pflicht entscheidet 
über den Mert des Menschenlebens. 
Mottke 
Stoffe geschenkt, die bei richtiger Anwendung 
meistens zum Erfolg führen. Es kommt aber 
darauf an, den richtigen Stoff zu wählen. Un¬ 
möglich ist es, wie es einfach von Laien getan 
wird, einen x-beliebigen Farbstoff ins Wasser 
zu werfen, und nun zu warten, ob der Farb¬ 
stoff wieder erscheint. Bei Anwendung des Farb- 
oder auch eines anderen Stoffes muß erst jedes¬ 
mal eine eingehende Untersuchung des Wassers 
sowohl über Tage als auch unter Tage vor¬ 
genommen, die Beständigkeit des Stoffes auf 
die Dauer geprüft und schließlich noch auf die 
Tier- und Pflanzenwelt Rücksicht genommen 
werden. 
Außer den Farbstoffen, von denen einige 
giftig sind, wird auch vielfach das Kochsalz als 
Nachweismittel gebraucht. Es kommt dort aber 
nicht in Betracht, wo das versalzene Wasser 
Teiche und Seen durchfließen muß, in denen sich 
Fische befinden. Der Salzungsversuch erfordert 
immer derartige Mengen, daß mittlere Teiche 
und Seen damit völlig versalzen werden. Auch 
erfordert er eine dauernde chemische Prüfung 
der Wasserproben. Wenn das Wasser schon vor¬ 
her Salze enthält, muß der Gehalt davon fest¬ 
gestellt werden. Ist der Salzungsversuch ge¬ 
lungen, so müssen die entnommenen Wasser¬ 
proben eine größere Salzmenge enthalten, als 
zu Beginn des Versuches. In den meisten 
Fällen wird man deshalb auf die Farbstoffe 
zurückgreifen. Bei ihrer großen Färbekraft 
können sie bei richtigem Zusatz zum Wasser mit 
großer Wahrscheinlichkeit auf Erfolg angewendet 
werden. So konnten auch bei Färbeversuchen 
auf einigen Gruben einwandfrei die Zusammen¬ 
hänge zwischen Bach- und Grubenwässer gezeigt 
werden. 
Daneben ist es häufig aber gar nicht not¬ 
wendig, solche Versuche anzustellen. Es wird sich 
schon in vielen Fällen über Tage eine Versicke¬ 
rung des Baches durch Abnahme der Wasser¬ 
menge oder vollkommenes Verschwinden des 
Wassers im Bachbett bemerkbar machen. Ueber 
solche Beobachtungen kann jedes Gefolgschafts¬ 
mitglied der Saargruben seiner Werksleitung 
berichten, damit die erforderlichen Maßnahmen 
getroffen werden. Helfe darum jeder mit, die 
Wasserschwierigkeiten im Saarbergbau zu ver¬ 
mindern. 
¿^in Volk bedarf immer eines Btnzel- 
'-'nen, der feinen Millen versteht, ihn 
zur Cat zusammenfaßt, seine Ziele dem 
Volke verdeutlicht und auf den ihm be¬ 
stimmten Meg führt. 
Graf Arthur Gobiueau 
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