Full text: 66.1938 (0066)

Große Halle der Hauptrettungsstelle Maybach-Gll 
Aufnahme: Funke, Hauptverwaltung 
Das Grubenrettungswesen der Saargruben 
Von Vergassessor a. D. Lehmann, Sulzbach 
Unser Bergbau ist nicht mehr denkbar ohne 
ein gut geordnetes Grubenrettungswesen, das es 
dem Bergmann ermöglicht. Arbeiten in giftigen 
oder matten Wettern, d. h. in unatembaren 
Wettern, auszuführen. Giftige Wetter treten im 
Bergbau vor allem beim Grubenbrand oder nach 
Explosionen auf. Die Schwaden können dann 
Kohlenoxyd enthalten, das besonders heimtückisch 
ist, weil es mit den menschlichen Sinnen nicht 
wahrnehmbar ist. Bei schweren Grubenexplo¬ 
sionen kommen etwa zwei Drittel der tödlich 
Verunglückten allein durch Einatmen giftiger 
Nachschwaden zu Tode und nur der kleinere Teil 
durch Verbrennungen oder mechanische Ver¬ 
letzungen. Ein anderes zuweilen im Bergbau 
auftretendes giftiges Gas ist der Schwefelwasser¬ 
stoff, der durch Geruch nach faulen Eiern kennt¬ 
lich ist. Unter matten Wettern versteht man Luft, 
>die nicht mehr die der normalen Zusammensetzung 
entsprechende Menge Sauerstoff (21%) enthält. 
Matte Wetter können sich unter Tage an schlecht 
bewetterten Orten bilden, wenn z. V. der Sauer¬ 
stoff durch Oxydation von Kohle oder Holz ver¬ 
braucht wird. Schließlich kann der Sauerstoff¬ 
gehalt der Luft bei Austritt von großen Mengen 
Grubengas oder Kohlensäure und Vermischung 
dieser Gase mit den Grubenwettern unter das 
zulässige Maß (etwa 17 %) sinken, wenn die 
regelmäßige Wetterführung nicht zur Abführung 
der Gase genügt. In allen diesen Fällen ist die 
Durchführung von Arbeiten nur mit Hilfe von 
Easschutzgeräten (früher auch Gastauchgeräte 
genannt) möglich. Es ist Aufgabe besonders aus¬ 
gewählter und im Gebrauch dieser Geräte aus¬ 
gebildeter Bergleute, die zur Bekämpfung von 
Grubenbrand, zur Erkundung nach Explosionen, 
zur Wiederherstellung oder Verstärkung der 
Wetterführung, zur Bergung von Verunglückten 
oder zur Hilfeleistung usw. erforderlichen Ar¬ 
beiten zu verrichten.
	        

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