Full text: 66.1938 (0066)

Menschen brauchen wir zur Verwirklichung des 
zweiten Vierjahresplanes, der die Sicherung 
unserer eigenen Lebensgrundlage zum Ziele hat. 
Darum soll jeder Bergmann, der dazu noch in 
der Lage ist, von den Ausbildungsmöglichkeiten 
Gebrauch machen, die heute von den Werks» 
Verwaltungen der Steinkohlenbergwerke im 
Saarland zur Verfügung gestellt sind. 
Eine weitere Aufgabe für uns besteht darin, 
unsere Leistungsfähigkeit nicht leichtsinnig zu 
gefährden oder aufs Spiel zu setzen. Deshalb 
gilt, wie der erwähnte Bergmann schrieb, 
„heute mehr denn je die Parole: „Arbeitet 
u n f a l l s i ch e r!" Jede Arbeitskraft mutz dem 
deutschen Volk erhalten bleiben im Kampf ums 
Dasein. Gebe jeder einzelne seinen anderen 
" Kameraden ein Beispiel durch unfallsicheres 
Arbeiten. Steht allen mit Rat und Tat zur 
^, Seite. Von der Mitarbeit eines jeden einzel- 
1 nett Bergmannes hängt es ab, wie groß der 
Erfolg sein wird." —■ Wer es ernst mit seinen 
Pflichten und Aufgaben nimmt, kann sich dieses 
Weck- und Mahnrufes eines Kameraden gar 
nicht entziehen. Jeder mutz die grotze Verant¬ 
wortung in sich spüren, die er selbst um das Ge¬ 
lingen des großen Werkes des Führers trägt. 
Eine weitere Aufgabe, die auf uns Bergleute 
wartet, schreibt unser Freund, „ist die möglichst 
weitgehende Einsparung aller Rohstoffe durch 
Ordnungswillen und Sparsinn aller Bergleute. 
Gerade unsere Schächte und Gruben bergen 
außer den „schwarzen Diamanten" ungeheure 
Fundgruben an kostbaren Werten, die bisher 
als „Abfälle" meistens nur wenig oder gar keine 
Beachtung gefunden haben. Der Bergmann mutz 
zukünftig stets mithelfen, auch diese Schätze zu 
heben! Nichts darf verloren gehen, was noch¬ 
malige'nutzbringende Verwendung finden kann. 
Die sorgfältige Instandhaltung aller 
Maschinen ist in erster Linie von aller¬ 
größter Wichtigkeit. Jede Verschmutzung der 
Maschinen mutz nach Möglichkeit vermieden wer¬ 
den, damit der Verschleiß dieses wertvollen 
Volksgutes auf ein Mindestmaß herabgedrückt 
wird." Dazu gehört auch — denn auch solch' 
scheinbar unwichtige Dinge sind von größter 
Bedeutung — daß jede Maschine gut geölt wer¬ 
den mutz, wobei jedoch darauf zu achten ist, daß 
keinerlei Verschwendung mit dem für uns 
Deutsche so kostbaren Oel getrieben wird. „Auch 
das Abmessen des Grubenholzes hat mit großer 
Sorgfalt zu geschehen, um unnötige Holzverluste 
Des jVlenkcben Bestimmung ist: 
CQäbrend dieser kurzen Zeit seines 
Lebens für das Mobl der Gemeinschaft 
zu arbeiten. 
Friedrich der Große, geboren am 24, Januar 1712 
zu vermeiden." Unser Holz ist ein sehr wert 
volles Volksgut, aus dem heute wichtige Roh 
stoffe zu unserer Lebensversorgung gewönnet 
werden. Darum darf auch Altholz in der Grub 
nicht verloren gehen. Es kann nach über Taz> 
geschickt, als Brennholz Verwendung finde« 
Ebenfalls mutz jedes Stück Alteisen, das gar of 
den Weg in den Vergeversatz nahm, gesammelt 
und zu Tage befördert werden. Wer seine Aus 
gaben, die jeder im Rahmen des zweiten Viel 
jahresplanes zu erfüllen hat, ganz begriffen hat 
wird sich nicht wundern, daß wir im Saarbrücker 
Vergmannskalender auch über diese anscheinet 
„kleinen Dinge" sprechen. Es braucht sich jebe: 
ja nur zu überlegen, welche Werte vor der Ver> 
nichtung bewahrt bleiben, wenn alle Abfällt 
wenn jedes Stückchtzn Alteisen — und wenn er 
sich nur um gebrauchte Schienennägel handelt 
— gesammelt und für eine weitere Verwende 
zur Verfügung gestellt werden. Gar manch 
Tonne Erz braucht nicht bezogen zu werden 
wenn jeder gerade „im Kleinen" seine voll 
Pflicht erfüllt. 
So fällt, wie unsere Bergleute erkennen köii 
nen, gerade ihnen bei der Lösung des zweite 
Vierjahresplanes eine Hauptaufgabe zu, bei de 
jeder Saarbergmann mit allen Kräften mit 
helfen mutz. Ist das der Fall, dann wird de 
grotze Werk unseres Führers gelingen, da 
unsere Arbeit, unsere Freiheit und unsere Ehr 
für immer sichern wird. pk. 
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