Full text: 66.1938 (0066)

einen, der schon sonst ein bißchen gebastelt hat. 
Wer aber doch zu ängstlich ist, der kann sich auch 
einen Tischler dafür bestellen. 
Nachdem nun das Schlimmste überstanden war, 
das, wozu man den größten Mut braucht, drehte 
ich den Küchentisch um, daß die Tischplatte aus 
dem Fußboden lag, und nun nagelte ich an den 
Längsseiten der Oeffnung zwei Leisten an, und 
zwar mit mehreren Nägeln in Abständen von 
etwa 5 cm. Darüber nagelte ich noch eine zweite 
Leiste so an, daß später die Schublade in ihr 
laufen kann, also etwas über die untere vor¬ 
stehend. So, nun war mein Werk vollendet, und 
für den nächsten Tag habe ich mir den Klempner 
herbestellt, der sollte mir dann aus gewöhnlichem 
Weißblech die passende Schublade machen, vorne 
mit einem handlichen Griff, hinten als Schütte 
ausgebildet. Die Schublade kostete 2,50 NM, 
also keine große Ausgabe. 
Für den Mittagtisch 
Kartoffelpfannkuchen. Y* Pfd. Kartoffeln vom 
Tag zuvor oder vom Mittag werden gerieben 
und mit Y Liter Milch, 5 Eigelb und 2 Eßlöffel 
Butter, die wir vorher schaumig gerührt haben, 
verrührt und gesalzen. Das Eiweiß der 5 Eier 
wird zu Schnee geschlagen und darunter gemischt. 
Nun wird die Masse wie Pfannkuchen in Oel 
oder Fett gebacken. 
Kartoffelwürstchen. Wir kochen Kartoffeln, 
schälen und reiben sie. Dann werden sie mit ein 
paar Löffeln Mehl, Salz, 2 bis 3 Eiern und 
etwas saurem Rahm zurecht geknetet, am besten 
auf einem Nudelbrett. Nun formen wir kleine 
Würstchen daraus, so dick, wie 2 Finger sind und 
gut fingerlang. Diese Würstchen backen wir in 
heißem Fett und bringen sie so frisch gebacken 
auf den Tisch. 
Zu Salaten sind auch wohlschmeckende Mehl¬ 
speisen sehr willkommen. 
Kräuterpfannkuchen. 2 bis 4 Eigelb werden 
mit 1 Liter Magermilch und etwas Salz ver¬ 
quirlt. Hierauf wird das Ganze auf 500 g Mehl 
gegossen und alles gut verrührt. Nun wird die 
Masse noch mit einem Zusatz von feingehackten 
Kräutern untermengt. Wir nehmen dazu Peter¬ 
silie, Schnittlauch, Boretsch, Kerbelkraut und 
Sauerampfer. Das steifgeschlagene Eiweiß wird 
erst zuletzt daruntergezogen. Aus dieser Masse 
können wir schmackhafte Gerichte zubereiten. 
Das „Ausgehöhlte" gibt eine gute Vorsuppe 
oder eine Abendsuppe. 
Kohlrabi und Kartoffeln zusammengekocht, 
ergeben ebenso ein sättigendes Gericht wie eine 
mit einigen Kohlrabiknollen bereicherte Kar¬ 
toffel- oder Gemüsesuppe. Sehr gut sind auch 
durch ein Sieb gestrichene Gemüsereste, die man 
mit einer Einbrenne zu einer schönen glatten 
runden Suvve auffüllt, mit Muskatnuß ab¬ 
schmeckt und mit gehackter Petersilie begrünt. 
Zackig geschnittene Kohlrabistückchen bitten um 
Beachtung bei der einfachsten Brühsuppe, die 
durch einen einfachen, in feine Streifen geschnit¬ 
tenen Eierkuchen bereichert werden kann. 
Mit preiswertem Seefisch beliebiger Menge, 
Kartoffel- und Kohlrabi,u)eiben eingeschichteter 
Auflauf erhält eine beliebige — etwa Bechamel- 
oder Petersilientunke und wird mit Käsegerie¬ 
benem überstreut; eine Obstsuppe, warm oder 
kalt, wird vorher oder nachher gereicht. 
Wickelklöße von Nudelteig. Aus Mehl, Eiern, 
Butter und Salz stellen wir einen Nudelteig 
her. Auf einem mit Mehl bestäubten Nudelbrett 
wird er dann ausgerollt. Zu diesem Teig ver¬ 
wenden wir etwa 500 gr. Mehl, 3 Liter Wasser, 
40 gr. zerlassene Butter und Salz. Die 4 Eier 
verquirlen wir mit etwa 8 Löffeln Wasser und 
gießen sie dazu. Nun rösten wir Semmelbrösel 
in Butter, etwa 100 bis 120 gr. und 80 gr. 
Butter. Diese Brösel streuen wir auf den aus¬ 
gerollten Nudelteig, schneiden 6 bis 7 cm breite 
Streifen und rollen diese Streifen zu länglichen 
Klößen zusammen. Der Rand und die oberen 
und unteren Enden müßen fest eingedrückt wer¬ 
den. Die Klöße sind etwa 20 bis 25 Minuten in 
Salzwasser zu kochen. 
Einfacher Gemüsepudding (warm). 1 Kilo 
junges, gemischtes Gemüse wird durch die Ma¬ 
schine gedreht und mit gehackten Kräutern, 
Salz und 5 Eigelb gut vermischt. Dann wird 
noch Vx Zitronenschale daran gerieben, das Ei¬ 
weiß zu Schnee geschlagen und daruntergezogen. 
Nun wird die Masse in einer gut ausgefetteten 
Puddingform im Wasserbad gekocht. 
Stachelbeerkompott ist besonders aromareich, 
läßt sich auch gern mit dem geschmacksverwandten 
Rhabarber mischen und zu vielerlei Speisen ver¬ 
wenden. Wichtig ist seine zweckmäßige Zuberei¬ 
tung, die erst alle Eeschmacksfeinheiten ent¬ 
wickelt. 500 gr. unreife Stachelbeeren werden 
von Stielen und Blüten befreit, gewaschen und 
in 1 Liter kochendes Wasser, (dem man zum Ent¬ 
säuern eine Prise Natron zusetzt,) geworfen, nach 
einmaligem Ueberwellen auf ein Sieb geschüttet 
und mit kaltem Wasser überspült. Reichlich 
Zucker — ungefähr 125 gr. — wird mit Wasser 
geläutert. Wünscht man das Kompott wirtschaft¬ 
licher auszunutzen, so vergrößert man die Wasser¬ 
zutat. Sodann gibt man die Beeren hinein und 
läßt sie durch sehr langsames Kochen weich 
werden. Nach Wunsch mit Kartoffelmehl ein¬ 
dicken oder mit einem Eigelb abziehen. 
Zum Einmachen. Dazu findet sich in Eroß- 
mutters Kochbuch eine preiswerte Anweisung, 
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