Full text: 66.1938 (0066)

du den Waschkorb und ich will dann auch gar 
nicht mehr die weißen Wadenstrümpfe zu Ostern 
und schenk dir meine 15 Pfennig", sagte di« 
kleine Anne. Und Rolf sagte: „Dafür will ich 
nochmal so schreckliche Nudeln mit Tomaten 
essen". Denn weil er sie so ungern atz, dachte er, 
das sei das billigste Essen der Welt. Da lachte 
die Mutter, denn so schlimm war es doch gar 
nicht und sie hatte eigentlich schon immer den 
Wäschekorb kaufen wollen. Dann gingen sie hin¬ 
ein und kauften den Korb und legten das Schuh¬ 
paket hinein. Rolf faßte vorn an, Anne hinten, 
und los ging die wilde 2agd über die belebte 
’ Erotzstadtstratze, daß mancher sich böse umguckte, 
der gerade einen Puff abkriegte. Die Mutter 
ging hinterher und wußte nicht, sollte sie nun 
schimpfen oder sollte sie die laute Freude aus¬ 
toben lassen. Und dann schimpfte sie lieber nicht, 
denn viel Schimpfe, meinte sie, wäre nie gut, es 
macht so traurig. Na, so rannten sie dann nach 
Haus, klingelten Sturm, und da satz in seinem 
weißen Bettchen das zarte kleine Schwesterchen 
mit seinen blauen Augen und den dunklen Löck¬ 
chen und kreischte vor Freude. Rolf beugte zärt- 
Küche u 
lich den Kopf herunter, da faßt sie ihn jauchzend 
ins Haar und hielt fest. Anne packte sorgfältig 
eine weiche Decke in den neuen Waschkorb. Rolf 
hob das Schwesterchen hinein, das hielt sich mit 
beiden Fäustchen an den Rändern des Wasch¬ 
korbs fest, dann hoben die beiden vorsichtig den I 
großen Korb mit der kostbaren Last und gingen 
ins Zimmer, da saß der Vater und schrieb und ' 
mutzte lachen, so putzig sah das aus, der kleine i 
Mensch in dem großen Korb, wie er so neugierig 
über den Rand guckte. 
Keller 
So bleibt der Küchentisch sauber! 
Wieviel Teller und Schüsseln stehen denn hier 
wieder mit Abfällen herum?!" seufzt die Haus¬ 
frau, die alles zum Abwaschen zusammenräumt. 
Da sind die Kartoffelschalen, da die Gemüse¬ 
abfälle, da Obstreste, und dort glücklich die Kno¬ 
chen aus der Suppe! 
Beobachten Sie einmal ein paar Tage lang, 
wieviel Gefäße Sie im Laufe eines Vormittags 
beim Kochen mit Abfällen füllen, wieviel mehr j 
in der ohnehin schon engen Küche herumsteht — 
und wieviel Mehrabwäsche Sie dadurch haben! 
Am liebsten möchte man den stets geöffneten 
Mülleimer mitten in der Küche stehen haben, 
um alles schnell immer verschwinden laßen zu 
können. Ob es da nicht einen Ausweg gibt? O 
ja, da gibt es wohl etwas, was sich ganz findige 
Köpfe ausgedacht haben, und was auch wirklich 
die Rettung bedeutet: die Abfallschublade im 
Küchentisch. Firmen, die ganz gute, zweckmäßige 
Küchenmöbel bauen, haben die Abfallschublade 
als Selbstverständlichkeit aufgenommen, und wer 
sich etwa neue Küchenmöbel kaufen kann, der 
sollte unbedingt auf sie bedacht sein, denn sie 
erspart eine Menge Arbeit. Was sollen nun 
aber die armen Hausfrauen tun, die schon jahre¬ 
lang ihre fertige Kücheneinrichtung haben, und 
die sich doch so gern manche Erleichterung schaffen 
möchten? Soll ich Ihnen erzählen, wie ich das 
Problem gelöst habe? 
Ich zeichnete mir mit dem Bleistift auf die 
eine Seite meines Küchentisches ein langes 
Rechteck mit den Maßen 12:50 cm auf, und dann 
sägte ich mir das Loch mit einer Stichsäge, die 
für wenige Groschen in der Eisenhandlung er¬ 
hältlich ist. aus. Zuvor muß man jedoch an allen 
vier Ecken ein Loch gebohrt haben, denn mit der 
Säge kommt man sonst nicht um die Ecken. 
Die ganze Sache ist durchaus nicht schwierig für 
200
	        

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