Full text: 66.1938 (0066)

Die deutsche Reichsbahn 
im Dienste des Saarbergmannes 
Bedingt durch eine charakteristische Siedlungs¬ 
weise, bewegt sich im Industriebecken an der 
Saar.ein sehr bedeutender Berufsverkehr nach 
und von den einzelnen Arbeitsstätten. Während 
die Kohle der Industrie ihre besondere Bedeu¬ 
tung gibt, ist der Bergmann der überwiegende 
Teilnehmer am Personenverkehr der Deutschen 
Reichsbahn. 
Vergleicht man den Eisenbahnfahrplan des 
Ruhrgebietes oder irgend eines anderen In¬ 
dustriegebietes Deutschlands mit dem des Saar- 
landes, so wird man finden, daß dort der dichte 
Zugverkehr fast unmittelbar an den Grenzen 
des eigentlichen Industriegebietes sein Ende 
findet, während er sich im Saarland auf Ent¬ 
fernungen bis zu 50 Kilometer über das In¬ 
dustriegebiet hinaus in rein ländliche Gebiete 
in fast gleicher Dichte ausdehnt. Der Grund 
liegt darin, daß dort die große Mehrzahl der 
berufstätigen Bevölkerung in der Nähe ihrer 
Arbeitsstätten in Mietshäusern wohnt, während 
sie hier auf dem Lande, in meist landwirtschaft¬ 
lich bevorzugter Gegend auf dem von den Vor¬ 
fahren ererbten Grundbesitze, zu Hause ist. 
Man kann sagen, daß in jedem Orte des Ge¬ 
biets Taben, Schillingen, Hermeskeil, Heimbach, 
Baumholder, Altenglan, Landstuhl, Zweibrücken, 
französische Grenze, Leute wohnen, die irgendwo 
im eigentlichen Industriegebiet des Saarlandes 
beschäftigt sind. Diese Leute, vorwiegend sind es 
Berg- und Hüttenleute, legen täglich Fahrten 
bis zu zwei Stunden zurück, um zu ihrer Arbeits¬ 
stätte zu gelangen und nach ihrem Dienst in die 
Heimat zurückkehren. Hierzu kommen alle die, 
die etwa bis zu 25 Kilometer von ihrer Arbeits¬ 
stätte entfernt wohnen und auch zur Einnahme 
des Mittagessens nach Hause fahren. So kommt 
es, daß auf dem Hauptbahnhof Saarbrücken, 
einer Stadt von 130 000 Einwohnern, 54 009 
Leute täglich ankommen und abfahren, ebenso- 
Bergleute auf dem Weg zum Bahnhof, um zur Drube zu fahren 
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