Full text: 64.1936 (0064)

Besuch in den H)-Zeltlagern an der Saar 
Gebt der Jugend die Freizeit, die sie 
braucht, um nach einem langen Arbeite 
jähr neue Kräfte zu sammeln, um weiter¬ 
hin mitzuarbeiten am Ausbau unseres Va¬ 
terlandes! Gebt ihr die Freiheit für die 
Zeltlager der HI, in denen sie inniger 
mit ihrer Heimat, mit unserer deutschen 
Natur verbunden werden, in denen sie 
den wahren nationalsozialistischen Geist in 
sich aufnehmen werden, um als körperlich 
und geistig gefestigte Menschen für ihr 
großes Deutschland kämpfen zu können! 
In diesen wenigen Sätzen ist das Wesen der 
von der Hitlerjugend im befreiten Saarlande 
so erfolgreich durchgeführten Zeltlageraktion klar 
und deutlich umrissen. Ein Besuch in einem die¬ 
ser Zeltlager vermittelte uns einen eindrucks¬ 
vollen Einblick. 
Abseits von dem Getriebe der großen Ver- 
lehrsstraßen erheben sich die Zelte, schon von 
weitem grüßen die großen Fahnen der HI. Ein 
Doppelposten bewacht den Eingang des La¬ 
gers — niemand hat Zutritt, der nicht vorher 
vom Posten telephonisch im Lager angemeldet 
ist. Lautes Rufen, Lachen unv Singen tönt 
herüber. Der Lagerführer übernimmt stolz die 
Führung. Ein Zelt dient der Aufnahme aller 
elektrischen Geräte: hier steht der Funkapparat, 
von hier laufen die Kabel zum Lautsprecher, 
zum Kommandozelt, damit der Lagerführer sich 
durch Lautsprecher über das werte Feld hin 
verständlich machen kann. Hier laufen die Lei¬ 
tungen der Telephonanlagen zusammen. Die 
Jungen haben sich nicht bequem in ein fertiges 
Nest gesetzt! Alle Anlagen wurden von ihnen 
selbst geschaffen, alles wurde selber hergerich¬ 
tet. auch die einfachen Telephonapparate sind 
Bastelarbeiten aus den winterlichen Heimaben¬ 
den der HI. 
Die Zelte sind mit durchschnittlich 170 bis 180 
Mann belegt. Der Lagerführer erzählt, daß 
entscheidend für die Auswahl der Jungen die 
soziale Stellung der Eltern ist. In erster Li¬ 
nie sind es Jungen, deren Vater erwerbslos ist, 
Kinder von Veramanns- und Arbeiterfamilien, 
die sonst ihren Urlaub daheim verbringen mü߬ 
ten. die vielleicht noch nie über den Bereich 
ihres eigenen Dorfes hinausgekommen find. Sie 
brauchen keinen Pfennig mitzubringen — alles 
und jedes stellt das Lager. Jungen bessergestell¬ 
ter Eltern, die selbst ihre Ferienreise machen 
können, werden nur aufgenommen, wenn ihre 
Sehnsucht nach dem Kameradschaftsleben im 
Zeltlager allzu groß ist und sie ihre Unterbrin¬ 
gung durch einen Zuschuß an das Lager aus¬ 
gleichen. 
Alle zehn Tage wechselt die Belegschaft des La¬ 
gers. Aber zehn Tage Erholung inmitten der 
wunderschönen Landschaft, von morgens bis zum 
Abend in frischer Luft und Sonne, tun schon 
ihre Wirkung. Ueberall sieht man braunge¬ 
brannte, straffe, sehnige Körper, strahlende, 
frohe, lachende Gesichter. Sie springen und lau¬ 
fen, spielen, singen und lachen, toben so, wie 
sich Jungen austoben müssen, wenn es wirkliche 
Jungen sein sollen. Und dennoch liegt über 
allem ein Begriff, der alles in die richtigen 
Bahnen lenkt: Disziplin und Kameradschaft. Ein 
fester Plan regelt den Tageslauf: frühmorgens 
um 6 Uhr Wecken, Frühsport, Baden und Wa¬ 
schen, Zelt- und Lagerordnung, Frühstück, Sport¬ 
wettkämpfe, belehrende Vorträge, Putz- und 
Flickstunde, „Heimabend" im Freien, bei dem 
alle Jungen im Kreise am kleinen Thingplatz 
des Lagers sitzen. Im Sanitätszelt ist dafür 
gesorgt, daß im Notfall sofort Hilfe zur Stelle 
ist — jeden zweiten Tag besucht ein Arzt das 
Lager, um über die Gesundheit der Jungen zu 
wachen. Selbstverständlich müssen sich die Jungen 
abwechselnd auch in die Pflichten des Lagers 
teilen: müssen Kartoffel schälen, Holz sägen und 
zerkleinern für die Gulaschkanone, Wache halten. 
Auch für das leibliche Wohl der Jungen ist 
aut gesorgt. Im Proviantzelt stehen sackweise 
Kartoffeln, täglich werden 50 dreipfündige Brote 
ausgeaeben. Frischfleisch gibt es für jeden Jun- 
aen 100 Gramm, täglich wird etwa ein Zentner 
Kartoffeln verbraucht. Frühmorgens gibt es 
Kaffee, Brot und Marmelade, am Abend Brot. 
Butter und Wurst, dazu Tee. 
Alles in allem: diese Aktion, die in erster 
Linie der Jugend unserer minderbemittelten 
Bevölkerung zu gute kam. mußte sich segensreich 
auswirken, da sie von einem neuen, großen Geist 
getragen war. 
^lecte und auch die beste Xdee wird zur Gefahr, wenn sie sich einbildet, Selbstzweck zu sein, in 
Wirklichkeit jedoch nur ein ]VIittel zu einem solchen darstellt, -pur mich aber und alle wahr¬ 
haftige Nationalsozialisten gibt es nur eine Doktrin: Volk und “VaterlandI Hdolf fjitler. 
Neid auf der einen und Dünkel auf der anderen Seite sind die Criebfedern des Klassenkampfes. 
Das berechtigte Streben, vorwärtszukommen, darf niemals in ]Veid ausarten, und das Be¬ 
wußtsein etwas geleistet zu haben, keinen Dünkel erwecken. Dr.Schacht».d Reichsparteitagi» Nürnberg is35 
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