Full text: 64.1936 (0064)

schnitt zu schaffen, denn nur dann ist eine 
reibungslose Förderung möglich. Auch den 
Wetterstrecken und Wetterbergen wird be¬ 
sondere Sorgfalt gewidmet. Wenn jetzt noch 
immer wieder Betriebe wegen hoher Schlag- 
wettercntwicklung gestundet werden müssen, 
so wird das hoffentlich nach Instandsetzung 
der Wetterstrecken besser werden. 
Die kostspieligen Arbeiten an den Ee- 
fteinsstrecken sind nur zu vertreten, wenn ein 
zuverlässiger Ausbau eingebracht wird. Je¬ 
der Bergmann hat oft genug gesehen, das; 
Hunderte von Metern Strecken durchgebaut 
werden mutzten, da der Ausbau unzureichend 
war. Namentlich die Verbindungen der eiser¬ 
nen Streckengestelle waren unzuverlässig. 
Zusammen mit den Saarhütten wurde ein 
neues Ausbaumodell geschaffen, das in den 
meisten Eesteinsstrecken eingeführt wird. Es 
unterscheidet sich von dem bisherigen Aus¬ 
bau durch ein schweres Eisenprofil und die 
Verbindung mit der Klammerlasche. Die 
Klammerlasche ist fester als der Träger. Ein 
Reitzen an den Verbindungsstellen, das 
früher oft beobachtet wurde, ist jetzt nicht 
mehr zu befürchten. 
Die neuen Erfahrungen haben ergeben, 
datz ein Ausbau mit Türstöcken und graden 
Kappen nur an solchen Stellen in Frage 
kommt, wo ein besonders gutes Hangendes 
vorhanden ist. Bei allen Neuauffahrungen 
und Jnstandfetzungsarbeiten wird daher an¬ 
gestrebt, die Strecken mit Rundbögen oder 
Spitzbögen auszubauen. In den Abbaustrek¬ 
ken sind verschiedene Ausbauarten neu ein¬ 
geführt, so nachgiebige eiserne Gestelle von 
Toussaint-Heintzmann, Mollbögen und an¬ 
dere Arten. Der Zweck dieses Ausbaues ist, 
datz nach einmaligem Einbringen Repara¬ 
turen unnötig sein sollen. Hierdurch werden 
Förderstörungen vermieden. 
Auf vielen Gruben hatte der Fördermann 
dauernd ein Beil im Riemen, um in engen 
Strecken die Kappen oder Stempel auszu¬ 
bauen. Der neue Ausbau wird dies hoffent¬ 
lich unnötig machen. Bei dem grotzen Strek- 
kenguerschnitt kann die Lokomotive unge¬ 
hindert bis zum Streb fahren. Die Benzol- 
Lokomotiven mit ihren gefährlichen Abgasen 
werden beschleunigt durch neue Diesel-Loko¬ 
motiven ersetzt. Auch die Brandgefahr wird 
dadurch vermindert. Kleine Häspel. soge¬ 
nannte Schlevverbäspel. erleichtern die 
schwere und gefährliche Arbeit der Schlep¬ 
per. Der Förderwagenpark befindet sich aus 
vielen Anlagen in einem trostlosen Zustand. 
Grotze Neubeschaffungen sind eingeleitet. , 
Bei der Wetterführung sind erhebliche 
Umstellungen notwendig. 2m deutschen 
Bergbau teilt man den Wetterftrom mög¬ 
lichst stark auf, um bei etwaigen Explosionen 
die Gefährdung mehrerer Abteilungen zn 
vermeiden. Bei vielen Saargruben war diese 
Matznahme noch nicht durchgeführt. Ganze 
Gruben bestanden nur aus einer Wetter¬ 
abteilung. Im Falle einer Explosion wäre 
die ganze Grube in Mitleidenschaft gezogen 
worden. Die Teilung der Wetter ist nur 
allmählich durchzuführen, da hierzu umfang¬ 
reiche Arbeiten erforderlich sind. Die Zahl 
der Wetterabteilungen hat sich aber schon 
erheblich vermehrt. Jede Abteilung wird 
durch eine Eesteinstaubhauptsperre im Ein¬ 
zieh- und Ausziehstrom abgeriegelt. Sämt¬ 
liche Strecken sind außerdem mit Gesteinstaub 
eingestaubt, um etwaige Explosionen mög¬ 
lichst schon bei der Entstehung abzulöschen. 
Was an Staubsperren neu geschaffen ist, 
weitz jeder Saarbergmann. Ihre Zahl wurde 
auf manchen Anlagen vervierfacht. Vom 1. 
März bis Ende Oktober sind 7000 Tonnen 
Gesteinstaub in die Gruben gebracht. Trotz 
aller Vorsichtsmatzregeln ist die Gefahr einer 
Schlagwetter- oder Kohlenstaubexplosion lei¬ 
der nie ganz zu beseitigen. Durch die voll¬ 
ständige Durchführung des Eesteinstaubver- 
fahrens werden sie hoffentlich auf einen 
möglichst geringen Umfang beschränkt wer¬ 
den können, falls sie sich doch ereignen soll¬ 
ten. Zur Durchführung dieses Verfahrens 
haben andere Bezirke Jahre gebraucht. An 
der Saar ist es innerhalb von 4 Monaten 
geschehen. 
Die Grubenlampen waren alt und ver¬ 
braucht. Zum Teil traten 10—15 Prozent 
Dunkelbrenner auf. Der Bergmann mutzte 
dann ohne Licht arbeiten, da nicht genügend 
Reservelampen 'da waren. In 8 Mo¬ 
naten sind folgende Anlagen mit neuen 
Grubenlampen ausgerüstet: Saarschacht, 
Griesborn, Velsen, Maybach, Jägersfreude, 
Hirschbach, Mellin, Camphausen, Vrefeld, 
Heinitz und Dechen. Das sind zusammen rund 
19 000 neue Grubenlampen. In jedem Mo¬ 
nat werden weitere 3000 neue Lampen in 
Betrieb genommen. Die anderen Anlagen 
werden also bald folgen. An wichtigen Be¬ 
triebspunkten find Pretzluftlampen eingesetzt,
	        

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