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Der Bahnhof in Mailand.
j Km Wagen Saarkohte fährt nach Mailand, s
ar manches Mal wird sich der Leser des
Bergmanns-Kalenders darüber Gedanken
gemacht haben, wohin eigentlich die vielen
Kohlen unserer Heimat, die täglich gefördert
werden, wandern.
Der größte Teil wohl dient den Fabriken und
Hochöfen Frankreichs, ein großer Teil bleibt
aber im Lande, und im Übrigen verbraucht
man Saarkohle in Deutschland, in Belgien, in
Österreich, in der Schweiz und in Italien.
Ohne die modernen Verkehrsmittel, Eisen¬
bahn, gut ausgebaute Wasserstraßen, Fernver-
kehrslaströagen, wäre der Verkauf in großen
Mengen nach so weit entlegenen Ländern wie
Österreich, Schweiz oder Italien nicht möglich,
denn die Kohle hätte eine viel zu lange Reise
zu machen, und die Reisekosten wären, wenn
man noch wie in alter Zeit den Fuhrverkehr
mit Pferden hätte, viel zu hoch. Mit den heu¬
tigen Verkehrsmitteln aber, mit der modernen
Technik, ist die Beförderung nach sehr weit ent¬
fernten Ländern rasch, gut und billig durchzu¬
führen.
Diese Möglichkeit schafft Absatz und damit
Brot für tausende braver, fleißiger Knappen.
Am billigsten ist der Transport auf natür¬
lichen oder künstlichen Wasserstraßen. Wo die
aber fehlen, wird die in Europa glänzend aus¬
gebaute Eisenbahn in Anspruch genommen. Der
Versand nach Frankreich und der Schweiz er¬
folgt zum Teil auf dem Wasserwege. Aber nach
Österreich und Deutschland muß das Dampfroß
die schwerbeladenen Kohlenkähne ersetzen. Auch
nach der Mittel- und Südschweiz und nach
Italien wird unser schwarzer Edelstein mit
der Eisenbahn befördert, weil geeignete, durch¬
gehende Wasserwege in diese Teile unseres
Kontinents fehlen.