Full text: 63.1935 (0063)

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St. Paul's Kathedrale. 
der größte englische Dichter, dann Francis 
Bacon, E. Spencer, schufen in jenen Jahren, 
etwa zwischen 1550 —1640, ihre unsterblichen 
Werke. 
Das 17. Jahrhundert brachte aber nicht nur 
durch die große Feuersbrunst, sondern auch durch 
Bürgerkriege und politische Umwälzungen Hem¬ 
mungen in der aufsteigenden Entwicklung. Aber 
schon durch die Neuschöpfung der Stadt durch 
den Baumeister Christoph Wren, und durch 
Übernahme von Kolonien durch den Staats¬ 
mann Olliver Cromwell hatte London bereits 
im 18. Jahrhundert das Handelsmonopol fast 
über die halbe Welt er¬ 
rungen. 
Die technischen Erfindungen 
im 19. Jahrhundert, das An¬ 
wachsen der Industrie und 
des Bergbaues in England, 
die unaufhörliche Vergröße¬ 
rung des englischen Kolonial¬ 
reiches, trieben nun London 
als den großen Hafen- und 
Handelsplatz in rasendem 
Tempo zu einer Riesenstadt. 
Dorf um Dorf wird der 
eijgentlichen Stadt angeglie¬ 
dert, und allmählich verlassen 
die Bewohner der City ihre 
bisherigen Wohnungen, um 
sich in den Vororten neu an¬ 
zusiedeln. Aus den Wohn¬ 
häusern der ' City werden 
große Geschäfts- und Büro¬ 
gebäude und neben diesem 
Zentrum des Handels wächst 
rasch ein Zweites mit unge¬ 
heurer Schnelligkeit heran, 
der Londoner Hafen und die 
Stadtviertel der Docks. 
Der steigende Verkehr führt 
zu vielen neuen Vrücken- 
bauten über die Themse, die 
London in zwei Teile trennt. 
Aber heute ist es fast un¬ 
möglich, mit Bestimmtheit zu 
sagen, wo London beginnt 
oder endet, denn diese Stadt 
lebt in einer ständigen Um¬ 
wandlung und Neugliede¬ 
rung. Bemerkenswert vor 
allem an der eigentlichen 
City, dem Kern der Stadt, 
ist, daß auf einem engen 
Raum von nur zwei und dreiviertel Quadrat¬ 
kilometer tagsüber eine halbe Million Menschen 
im Dienste eines gigantischen Handels arbeiten. 
Nachts ist dieser Stadtteil tot, denn nur etwa 
11 000 Menschen haben in ihm ihren dauernden 
Wohnsitz. Von der City führen nach allen 
Stadtteilen direkte Verbindungswege, bequeme 
Untergrundbahnen, viele Autobuslinien, die 
den Pasfanten rasch nach den entlegendsten Be¬ 
zirken bringen. 
Eine der schönsten und eindruckvollsten Stellen 
ist unstreitig der Strand, die Fleet Street und 
die Cannon Street, die alle drei am linken
	        

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