Volltext: 63.1935 (0063)

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Beantwortung und Gewinner 
unserer 
Preisfragen iru 
Wahrlich, mit großer Spannung hat der Kalender¬ 
mann das Ergeönis seiner letzten Preisfragen er¬ 
wartet: hatte er doch diesmal, anstelle der bis dahin 
üblichen Rätsel und Denksportaufgaben allgemeinen 
Inhalts etwas ganz Anderes, Neues geboten: be¬ 
zogen sich doch sämtliche Preisfragen ausschließlich 
auf den Bergmannsberuf und wandten sich 
an den beruflich geschulten Sinn unserer mackeren 
Saarknappen. 
Mit Genugtuung hat der Kalendermann da fest¬ 
stellen können, daß er sich in seinen Erwartungen 
nicht getäuscht hat, und daß in der Tat der Gedanke 
der „Erubensicherheit" bei unserer Leser¬ 
schaft so recht den Anklang gefunden hat, den er ob 
seiner außerordentlichen Wichtigkeit und Bedeutung 
verdient. Denn die große Zahl der Einsendungen 
— in den 4 Gruppen zusammen rund 2300 — be¬ 
weist ihm zu seiner Freude, daß er auch diesmal 
wieder auf dem richtigen Wege war. Galt es ihm 
doch, diesmal etwas zu bringen, wovon nicht nur 
jeder, der sich an der Ausschreibung beteiligte (selbst 
wenn bei der Auslosung der Preise seine Losnummer 
sich als Niete erwies), sondern sogar auch der bloße 
Leser des Kalenders mehr haben sollte als bloß 
einen materiellen Gewinn, nämlich einen ideellen, 
und nicht nur für sich, sondern auch zu Nutz und 
Frommen seiner Familie, nämlich: einen Wegweiser 
zur Unfallverhütung im Bergbau. 
Wie groß das Interesse war, dem dieser Leit¬ 
gedanke des Kalendermanns bei seiner treuen Leser¬ 
schaft begegnete, beweist am besten die Beantwortung 
des Buchstabenrätsels zu Frage 1, bei welcher 
über 90%, aller Einsendungen richtig waren. 
Die anderen Gruppen waren B i l d r ä t s e l; hier 
sollte der geübte Blick des Knappen erkennen, was 
die dargestellten Bergleute falsch gemacht, und wo¬ 
durch sie ihr Leben gefährdeten. Auch hier war die 
Beteiligung, wie gesagt, stark, doch da es hier nicht, 
wie bei Frage 1 auf bloßen Fleiß und Nachdenken 
ankam, um die richtige Lösung zu finden, sondern 
vor allem auch auf berufliche Erfahrung, waren hier 
natürlich die Zahlen der in jeder Beziehung der er¬ 
warteten Antwort entsprechenden Lösungen geringer. 
Nehmen wir nun die Bilder einzeln vor: 
Gruppe ll: Daß auf Bild l der S t e m p e l 3 auf 
einem Klötzchen steht, haben fast alle bemerkt: da¬ 
gegen ist es vielen entgangen, daß der S t e m p e l 1 
keinen Geißfuß hat. Dieser Geißfuß ist aber 
unbedingt notwendig: denn schon mancher Berg¬ 
mann, der einem hereinbrechenden Kohlenabdruck 
noch hätte glücklich ausweichen können, wurde dann 
von dem herausgeschlagenen Stempel getroffen und 
doch noch verletzt. — Desgleichen haben viele über¬ 
sehen, daß die S t a n g e II unmittelbar an Stange l 
anschließen muß: ist das, wie hier auf dem 
Bild, nicht der Fall, so hat an solchen Stellen das 
Hangende keine Unterstützung und kann, ohne zu 
warnen, überraschend schnell hereinbrechen. 
Zur Gruppe III waren die Bilder II und HI zu¬ 
sammengefaßt. Hier liegen bei 568 Einsendungen 
Malender 1934. 
(da eben beide Bilder richtig erfaßt werden 
mußten, ferner die vorgekommenen Unfallzahlen ge¬ 
nannt werden sollten), nur 245 vollständig richtige 
Einsendungen vor. 
Bei Bild H durfte nicht vergessen werden, daß Vor¬ 
stecker nur dann ganz vorgezogen werden dürfen, 
wenn sie mit einem N o t st e m p e l unterstützt 
werden. Hingegen dürfen Vorstecker ohne Not¬ 
stempel nur mit %, besser nur m i t der Hälfte 
ihrer Länge vorgezogen werden. 
Zu Bild III: Daß „Abputzen des Stoßes" der 
Kampfruf des Bergmanns werden muß, haben die 
meisten Einsender richtig getroffen. 
Bei der Gruppe IV (Bildrätsel IV und V) hat erst 
recht mancher nicht die Lösung gefunden. Was Bild 
IV angeht, so weiß doch jeder Bergmann, daß auf 
den Gruben unseres Saargebiets im Streckenvortrieb 
lange eiserne Vor st eck er eingeführt sind. 
Deren vorderes Ende mutz möglichst den Stoß be¬ 
rühren und mit einer aufgelegten Streckenbank das 
Hangende wirksam abfangen. Dabei muß jede Vor¬ 
steckschiene in mindestens zwei Hängeeisen 
liegen und gut verkeilt sein, sonst hat sie keinen 
Wert. 
Gegen das Umschieben der Paarhölzer 
helfen nur Spreizen, die zwischen den Stempeln 
eingebracht werden müssen. — 
Die meisten Schwierigkeiten hat das Bild V ge¬ 
macht: sehr viele Antworten lauteten einfach: „Der 
Schlepper betritt eine abgesperrte Strecke . Das ist 
wohl wahr, aber nicht das Wichtigste. Denn zum 
Betreten der Strecke kann er schließlich aus betrieb¬ 
lichen Gründen Auftrag haben. Wer also so ant¬ 
wortet. hat sich die Sache etwas arg leicht gemacht. 
Man betrachte doch das Bild genau! Es zeigt in 
der Mitte auffällig eine elektrische Lampe, 
die keine Wetter anzeigt. Das aber ist es gerade, 
worauf es ankommt. Denn die Gefahr liegt für den 
Schlepper gerade und vor allem in der Möglichkeit 
des Erstickens in unatembaren Gasen, ein Fall, 
der ja leider schon vorgekommen ist. Deshalb hätte 
er — vorausgesetzt, daß er Befehl hatte die Strecke 
zu betreten (8 87 Absatz 3 der Bergpolizeiver¬ 
ordnung vom 31. Dezember 1931, die im Auszug im 
Besitz jedes Bergmannes sein muß) — außer seiner 
gewöhnlichen elektrischen Grubenlampe noch eine 
Flammsicherheitslampe mitnehmen müssen, die in 
unatembaren Wettern erlischt und ihn so warnt, und 
deswegen mußte die Antwort hier lauten: „Geht 
ohne Flammsicherheitslampe in eine abgesperrte 
Strecke". — 
Wie er das nun schon gewohnt ist, erhielt der 
Kalendermann auch wiederum eine ganze Anzahl in 
Versen abgefaßte Lösungen, zum Teil auch in Mund¬ 
art. Er hat sich recht darüber gefreut: leider kann er 
sie, schon aus Raummangel, nicht alle abdrucken. 
Er beschränkt sich daher auf den. Abdruck der 
humorvollen Einsendung des Herrn Alois H e n b
	        

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