Full text: 61.1933 (0061)

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Teil der Förderung nach 
Belieben von der einen 
zu der anderen Sohle umzu¬ 
leiten. Seit 1915 bewältig¬ 
ten dann Schacht IV und 
Schacht II die gesamte Förde¬ 
rung der Grube, während 
Schacht I nunmehr nur noch 
der Seilfahrt diente. 
Im Jahre 1914 gelangten 
zwei auf der III. Tiefbausohle 
aufgestellte elektrisch ange¬ 
triebene Wasserhaltungsma¬ 
schinen u. z. eine Zwillings- 
plungerpumpe und eine zur 
Reserve bestimmte Hochdruck¬ 
kreiselpumpe von je 3 m3/min 
Leistung in Betrieb; beide 
Pumpen überwinden unmit¬ 
telbar die Steighöhe bis zu 
Tage (649 Meter), so daß die 
alten Wasserhaltungsanlagen 
in der Wettersohle und 
in der I. Tiefbausohle abgeworfen 
konnten. 
Grube Gamphaujen. Lchlafhaus. 0m Vordergrund 5peiscsaal und Kochbuche. 
werden 
betriebenen maschinellen Anlagen ausgerüstet 
(s. hierzu Tafel II auf Seite 37). 
Die 1912 auf der nahezu verhauenen I. Sohle 
an Stelle der Seilförderung eingeführten 
führerlosen Akkumulatorenloko- 
Motiven (Bergochsen) wurden 1916, nach¬ 
dem die I. Sohle vollkommen zum Verhieb 
gelangt war, nach der II. Sohle verlegt. Wegen 
des durch den Krieg verursachten Pferde¬ 
mangels wurden zudem auf der II. und III. 
Sohle einige kürzere und längere Seilförde¬ 
rungen für den Zubringedienst eingerichtet. 
Im Jahre 1917 trat an die Stelle der 1800 
Meter langen Seilförderung zwischen den 
Camphausenschächten und dem Westfeld der 
III. Sohle Förderung mit B e n z o l l o k o Mo¬ 
tiven, da die Seilförderung mehrfach zu 
empfindlichen Förderungsstörungen Anlaß ge¬ 
geben hatte. 
Aber das Anwachsen der Belegschafts- 
und Förderziffer bis zum Ende des 
vierten Betriebsabschnittes der Grube Camp¬ 
hausen gibt die Tafel I auf Seite 36 Auskunft. 
Bei der Übergabe der Grube an den franzö¬ 
sischen Staat entfielen von der täglich 1150 
Tonnen betragenden Förderung zwei Drittel 
auf die Baue in der II. Sohle, ein Drittel auf 
die Baue in der III. Sohle. 
Werfen wir noch einen Blick aus den im 
Januar 1920 vorhandenen Stand der W e t - 
terwirtschaft: die Camphausenschächte I, 
II, IV und der Westschacht II (Franziska) sind 
Einziehschächte; die drei Ausziehschächte sind 
bis auf den Camphausenschacht III mit elektrisch 
Gleichen Schritt mit der Entwickelung des 
untertägigen Betriebes im vierten Betriebs- 
abschnitt hielt die Ausdehnung der Tages- 
an lagen, insbesondere der maschinellen 
Anlagen. 
Die zunehmende Verwendung mit Preßluft 
betriebener Hilfsmaschinen (Förderhaspel, Ven¬ 
tilatoren zur Sonderbewetterung, Pumpen) 
machte es bereits 1894, dann wieder 1900 er¬ 
forderlich, die vorhandene Kompressor¬ 
anlage um einen 70-pferdigen und einen 
90-pferdigen Kompressor zu verstärken. 
Die von der Berginspektion 1891 errichtete 
und bis 1911 betriebene Gasanstalt er¬ 
fuhr 1895 eine Erweiterung; aus ihr wurde 
das zur Beleuchtung der Schachtanlage und 
der bei der Anlage gelegenen Wohnhäuser er¬ 
forderliche Gas bezogen. 
Im Jahre 1896 wurde die erste elek¬ 
trische Maschine der Grube, eine 16-pfer- 
dige Dynamomaschine in Betrieb genommen; 
die Tagesanlagen einschließlich Grubenbahn¬ 
hof, Schachthalle und Rätterhalle erhielten 
nunmehr Beleuchtung durch Bogenlicht. 1900 
und 1902 wurde die elektrische Lichtanlage 
durch eine 90-pferdige und eine 60-pferdige 
Dynamomaschine verstärkt. 
Der im September 1895 im Fördermaschinen¬ 
gebäude ausgebrochene große Brand, 
durch den beide Fördermaschinen beschädigt 
sowie wertvolles, zum Teil unersetzbares Riß- 
und Aktenmaterial vernichtet wurden, legte die 
Förderung auf einen Monat still.
	        

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