Full text: 60.1932 (0060)

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bar, un die Maargweiwer Hann em die Hell hei߬ 
gemacht un em sei ganz Sinderegischder vorgehall. 
Wie e Laaffeier is es in ganz Saabrigge erum- 
gang: „Dr Bäggermeischder vun dr alt Brigg steht 
am Branger!" Un jeder wollt ne aach in seiner 
Schann siehn un ne noch zum Beschde halle. Daß 
er nit näwes Heisje kumm is, war alles. Wie die 
Henkerschleit ne awer am Omend losgebunn han, 
is er denne unner de Hänn zesammegebroch. Sie 
han ne hämgeschaffd, un dann hat er's hitzig Fiewer 
kriehd. Un in seine Phantasie hat er immer nure 
mit de amme Leit se duhn gehadd bis uff die 
ledscht Minudd. 
Än odder zwei Johr denoh is dann die Mauer 
er Saarbrücker Bergmannskalender 
tritt mit dieser Ausgabe, wie aus dem Titel¬ 
blatt ersichtlich, in den 6 0. Jahrgang. Wenn 
er so seinen Geburtstag feiert, so hat er wohl 
ein wahres Recht darauf. Denn er hat nicht nur 
durch die Zahl seiner Jahre bewährt, daß er einem 
allgemeinen Bedürfnis entspricht und daß er in¬ 
an dr Saar gebaut war, un dicht bei dr alt Brigg 
is dorte ä Dohle durch die Mauer nah dr Saar hin 
geleht gewe. 
Do hat dann der Stänmetz, wo die Stän behau 
hat, aach noch sei Wut an dem doode Bagger aus- 
gelaßt. Er hat e Stän gehau, das leibhaftig Ge¬ 
sicht vun dem doode Bägger, das Maul weit uff, 
un hat denne Stän so dehingemauert, daß all das 
dreckig Wasier durch sei Maul laafe muß. Un noch 
heitsedaach muß dr Bägger so for sei Duhn un 
Treiwe bieße, un wär das nit glaabt, kann sich an 
der Saar jed Minudd selwerschd iwwerzeiche, oder 
awwer e kanns steh laste. 
Aus dem „Heimgarien" (Verlag Hausen, Laarlomr). 
folgedesten auch schicksalsschwere Jahre überstehen 
konnte, sondern der Kalendermann kann beim 
Rückblick auch mit Befriedigung feststellen, wie sein 
Werk sich von Jahr zu Jahr weiter entwickelt hat. 
Und die Rundsragen der beiden vorletzten Jahre 
haben ihm auch den Beweis erbracht, daß er den 
Geschmack und das Bildungsbedürfnis seiner vielen 
Leser getroffen hat und sich auf rechtem Wege 
befindet. 
Das soll aber nun keineswegs bedeuten, daß 
der Kalendermann nunmehr auf seinen Lor¬ 
beeren sich ausruhen wollte. O nein! Im 
Gegenteil! Er legt hiermit das feierliche Ge¬ 
löbnis ab, auf seinem Wege weiter fortzu¬ 
schreiten und immer wieder seine ganze Kraft 
dafür einzusetzen, daß der Kalender nicht bloß 
auf der erreichten Höhe stehen bleibe, sondern 
ständig weiter sich verbessere zum Wohle und 
Nutzen unserer Bergknappen und zur Freude 
seiner Leser. 
Zweifellos wird es nun viele von ihnen 
interessieren, zu wissen, wie denn eigentlich der 
Bergmannskalender früher ausgesehen hat und 
was er bot. Nun die Anfänge waren überaus 
bescheiden. Die ersten Kalender hatten das 
Format eines kleinen Notizbuchs und einen 
Umfang von 120 bis 144 Seiten. Davon ent¬ 
fielen die ersten 30 auf Titelblatt, Inhaltsver¬ 
zeichnis und Kalendarium, mindestens ein 
Dutzend der kleinen Seiten werden von Witz¬ 
bildern eingenommen und noch ein paar mehr 
vom Jahrmarktsverzeichnis. Somit bleibt für 
den eigentlichen Text nicht viel übrig. Ein paar 
bergmännische Lieder und eine größere Er¬ 
zählung, „geschmückt" mit ganzseitigen, uns Heu¬ 
tigen reichlich kunstlos und primitiv vorkom¬ 
menden Bildern, das ist alles. Wir reprodu¬ 
zieren hier in Originalgröße das Titelblatt des 
ersten Kalenders (es blieb so unverändert 
bis 1897) und desgleichen eine Illustration einer 
Erzählung. Wir wollen aber dabei beileibe doch 
nicht unsere Vorgänger belächeln, wenn sie in 
dieser naiven Weise dem Kalender ein berg¬ 
männisches Kolorit geben wollten. Ge¬ 
wiß, so sah auch in den 70er Jahren kein Berg¬ 
mann und kein Steiger aus — und die „Uni- 
So (ah er ans: der erste Laarbrücker Bergmannskalender. 
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Hlnseu Jubiläum. 
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