Full text: 59.1931 (0059)

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Blick ins Schiff gegen die Rose. 
Die Kanzel. 
Münsters genannt, dessen Standbild sich heute am 
Südportal erhebt. Doch beschränkt sich seine Leitung 
natürlich nur aus einen kurzen Zeitraum, und zwar 
auf die Westfassade. Schon vor Erwin haben andere 
bedeutende, doch meist nicht mit Namen überlieferte 
Meister das große Werk geführt, wobei der ur¬ 
sprüngliche Bauplan zwar im großen und ganzen bei¬ 
behalten, jeder aber im Sinne seiner Zeih „modern" 
weiter schaffte. Ein solches Schaffen kennzeichnet ja 
überhaupt alle unsere großen mittelalterlichen Bau¬ 
ten, und das ist es auch gerade, was sie so mit 
ewigem Leben erfüllt, später künstlich rekonstruierte 
Bauten wie „aus einem Guß" aber so kalt und nicht 
„naturgemäß gewachsen" erscheinen läßt. (Man 
braucht zum Vergleich nur an den Kölner Dom zu 
denken, den manche Kunstverständige gern als eine 
vorschriftsmäßig gelöste Klassenarbeit' im gotischen 
Stile charakterisiert haben. — Allerdings hat ja 
vor vielen anderen Kathedralen zu allem Überfluß 
der Straßburger Dom auch noch die warm leuchtende 
Farbe seines Sandsteins als weiteren Vorteil für 
sich! — So zeigen denn auch — bei der Südfassade 
auch am Portal deutlich sichtbar (an der Nordseite 
ist das gotische Laurentiusportal davor gebaut und 
verdeckt das ursprüngliche) — die älteren Teile roma¬ 
nischen Charakter. Dann aber kam das gotische 
Kreuzgewölbe, verbunden mit dem Spitzbogen, der 
in seiner Scheitelhöhe von der Spannweite unab¬ 
hängig war. So kam man denn auch, beim Aus¬ 
bau'des Langschiffs, nach dem Muster der Kathe¬ 
drale von St. Denis zur Behandlung des Tri- 
foriums als lichte Fensterreihung. — 
Das Langschiff ist ' dreischiffig; das Mittelschiff 
30 m hoch und 13 m breit. Gegen den Chor war es 
bis 1682 durch einen Lettner, d. h. eine steinerne 
Chorschranke mit reichen Skulpturen, wie sie z. B. 
heute von den großen rheinischen Domen noch 
St. Viktor in Tanten zeigt, abgeschlossen. Desgl. 
befand sich früher im südlichen Seitenschiff ein Zieh¬ 
brunnen. Zum romanischen Chor führen mehrere 
Stufen hinauf: unter ihm befindet sich die alte 
Krypta. — Die aufs reichste skulptierte mit zahl¬ 
reichen Statuen geschmückte Kanzel wurde 1487 
für den berühmten Prediger Geiler aus dein alten 
Elsässer Städtchen Kaysersberg errichtet. — Links 
vom Chor ist die Laurentius- und die Johannes-, 
.rechts die Katharinen- und Andreaskapelle. In der 
'Mitte des Querschiffs ist vor allem der sogenannte
	        

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