Full text: 59.1931 (0059)

117 
des Erdhalbmessers be¬ 
trage. Infolgedessen kann 
die glutflüssige Masse des 
Erdkerns, das „Magma" 
überhaupt nicht mehr 
vom Erdinnern bis auf 
die Erdoberfläche durch¬ 
dringen. Die Vulkanaus¬ 
brüche erklären sich viel¬ 
mehr derart, daß in ver¬ 
hältnismäßig geringer 
Tiefe in der Panzerdecke 
der Erdrinde noch kleine 
Magmaherde liegen, die 
mit den Vulkanen durch 
Kanäle in Verbindung 
stehen. Aus diesen 
Magmahcrdcn stammt 
das glühende Material, 
das beim Ausbruch des 
Vulkans herausgeschleu¬ 
dert wird. In diesem 
Magma herrscht zweifel¬ 
los ein gewaltiger 
Gasdruck: die einge¬ 
schlossenen Gase ver¬ 
suchen beständig, die 
Lavamassen und die den 
Kraterkanal verstopfen¬ 
den Gesteinsmengen em¬ 
por zu drücken. Wird 
nun aus irgendwelchen 
Gründen der Gegen¬ 
druck von oben verringert, oder tritt von unten, 
infolge von Kontraktionen der Erdrinde, eine starke 
Pressung hinzu, so finden die glühenden Massen den 
Ausweg, und die feurigen Schlangen entringeln sich 
dem Kraterloch und zün¬ 
geln talwärts, alles ver¬ 
sengend, während L a v a - 
bomben und Staub¬ 
massen und Asche mit 
explosionsartiger Wucht 
hoch in die Luft geschleu¬ 
dert werden und kilo¬ 
meterweit fliegen. Tie 
enormen Mengen, die 
ausgeworfen werden, bil¬ 
den erst nach und nach den 
ganzen Kegelberg, schütten 
ihn sozusagen auf. Ist die 
Disposition zu einem Aus¬ 
bruch da, so können schon 
schwache Kräfte seine 
A u s l ö s u n g bewirken, 
z. B. starke Luftdruckände¬ 
rungen. Auch die von 
Falb ausgesprochene An¬ 
sicht, daß die Anziehungs¬ 
kraft des Mondes die 
Katastrophe verursache, 
scheint nicht von der Hand 
zu weisen zu sein. 
Die Zahl der Vulkane 
auf der Erde ist außer¬ 
Ter letzte neue Krater des Vesuvs. 
ordentlich groß. Folgen 
wir dabei der Zählart 
des Geologen Fuchs, der 
ein zusammenhängendes 
Gebiet, wie z. B. die 
Eifel, als einen einzigen 
Vulkan in Rechnung 
stellt Andernfalls ntüßte 
man z. B. allein aus der 
kleinen Inselgruppe der 
Galapagos mehr als 
zweitausend annehmen!], 
so kommen wir auf eine 
Zahl von über 670, von 
denen etwa 370 noch 
tätig sind. Es kommt für 
eine derartige Zählung 
ja auch in Betracht, daß 
die Vulkane selten ein¬ 
zeln sondern gewöhnlich 
in Reihe n oder 
Gruppen auftreten. 
Hier bei uns haben wir 
die Vulkane ht der Eifel, 
deren Krater heute teil¬ 
weise die Maare bil¬ 
den. Sie befinden sich 
auf Devon-Schichten, sind 
also geologisch betrachtet, 
noch jung. Der Tertiär¬ 
periode gehören die- Vul¬ 
kane der Auvergne in 
Frankreich an. Auch Ita¬ 
lien ist an erloschenen Vulkanen reich. Auch der 
Monte Vulturo, der Mittelpunkt des letzten großen 
Erdbebens, gehört dazu, desgl. der Monte Nuovo, der 
im Verlauf von nur 1 Tagen entstand (1538). 
Im Innern des Kraters.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.