Full text: 58.1930 (0058)

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derung betrug damals 9 696 Tonnen, von denen 
9 042 Tonnen abgesetzt wurden. 
Durch Verfügung des Oberbergamts zu Bonn 
wurde 1818 an Stelle der bisherigen Numme¬ 
rierung der Flöze die Bezeichnung mit Namen 
angeordnet und den Kohlwalder Flözen die Na¬ 
men : Klügel, Laroche, Skalley und Kölpin 
gegeben. 
Bei der 6. Generalbefahrung der Grube Kohl¬ 
wald am 17. August 1821 wurde deren E i n- 
stellung beschlossen, da die Kohlen 
gewinnung daselbst viel Holz erforderte, und man 
die neu eröffnete Grube König mit ihren mäch¬ 
tigen Fettkohlenslözen mit größerem Vorteil be¬ 
treiben zu können glaubte, zudem auch der Be¬ 
darf an Kohlen im Bezirke der 2. Bergmeisterei 
durch die Förderung der Gruben König und 
Wellesweiler gedeckt erschien. 
Der Beschluß der Stillegung wurde am 10. De¬ 
zember ' 1821 durch die Oberberghauptmann¬ 
schaft bestätigt. Die Kohlenvorräte wurden ver¬ 
kauft, die Materialien an die Königsgrube ab¬ 
gegeben ; das Holz aus den Tagestrecken und 
dem Eulentalstollen herausgerissen und die Grube 
am 22. Oktober 1823 förmlich totgefahren. 
Erst im Jahre 1843 nahm man die Schürf¬ 
arbeiten im Kohlwald wieder auf, die zur Ent¬ 
deckung einer größeren Anzahl bauwürdiger Flöze 
im Liegenden der früher gebauten führten. Das 
Ergebnis dieser Untersuchungsarbeiten wurde je¬ 
doch erst von 1868 ab ausgewertet, als der Ab¬ 
bau im Ziehwaldfeld in der oberen Sohle schon 
seinem Ende entgegen ging. 
Im letzteren Feld war 1857 der Z i e h wald¬ 
stollen angehauen worden, der verschiedene 
bauwürdige Flöze durchörterte. Der Betrieb 
wurde alsbald auf Flöz 2 und 3 eröffnet, und 
an Tage ein Zechenhaus, eine Werkstätte und 
Sturzmauern errichtet, um den Absatz zu beschleu¬ 
nigen. Im Jahre 1862 kam bereits eine Zweig¬ 
bahn nach dem neuen Stollen in Betrieb, und 
der Absatz gestaltete sich dadurch sehr lebhaft. 
Der Abbau erfolgte durch diagonale Strecken, 
die Förderung mittels Schlitten. 
1865 betrug die Förderung schon 92 000 Ton¬ 
nen, d. i. mehr als die Hälfte der ganzen Förde¬ 
rung von König. In diesem Jahre wurde ein 
Wetterschacht im östlichen Feld des Ziehwaldes 
bei Wiebelskirchen abgeteuft, in den Haupt¬ 
strecken Pferdebeförderung eingerichtet und der 
Weg vom Stollen bis zur Landstraße Neun- 
kirchen-Wellesweiler ausgebaut. 
Da die erschlossenen Kohlenvorräte nur für 
wenige Jahre genügten, begann man 1867 das 
Abteufen eines Schachtes an der Rhein- 
Nahe-Bahn, zwecks tieferer Lösung des 
Feldes und gleichzeitiger Ausrichtung der im 
Kohlwald erschürften Flöze, und setzte ihn mit 
der Ladeanlage am Mundloch des Ziehwaldstol¬ 
lens in Verbindung. Später erhielt er zu Ehren 
des ersten Leiters der Berginspektion VIII den 
Namen „Folleniusschacht". Im Volksmund lebte 
jedoch der Name Nahebahnschacht weiter. 
Der im folgenden Jahre am südöstlichen 
Abhang des Kohlwaldes niedergebrachte weitere 
Schacht diente zur Untersuchung der bereits er¬ 
schürften und mit dem Folleniusschacht gleich¬ 
zeitig auszurichtenden Flöze und wurde durch 
einen Querschlag mit letzterem verbunden. Der 
Querschlag wurde als Pferdeförderstrecke — spä¬ 
ter als Kettenförderstrecke — ausgebaut und die 
im Kallenbergflöz gewonnenen Kohlen zum 
Folleniusschacht gefördert. 
Zu erwähnen ist aus dieser Zeit noch die Er¬ 
richtung zweier Schlafhäuser am Zieh- 
wnld für ca. 250 Mann. 
Das Ziehwaldfeld wurde 1880 nach 
einer Gesamtförderung von 1 590 000 Tonnen 
eingestellt, da Flöz 2 und 3 völlig ver¬ 
hauen waren. 
Von diesem Zeitpunkt ab erscheint O ber¬ 
sch m e l z in der Geschichte der Grube Kohl¬ 
wald. Dortselbst wurde eine Tagestrecke zum 
Materialtransport und zur Fahrung für das 
Kohlwaldfeld angesetzt und ein Wetterschacht bis 
zur oberen Teilungssohle in Kallenberg nieder¬ 
gebracht, der mit einem Guibal-Ventilator aus¬ 
gestattet wurde. Die alte Fördermaschinenanlage 
im Kohlwald wurde abgeworfen. 
Zwecks Erweiterung des Betriebs wurde dann 
1884 das vor 61 Jahren stillgelegte alte Kohl- 
waldfeld wieder in Angriff ge¬ 
nommen. Die alten Baue im Eulentalstollen 
wurden wieder aufgeräumt und zwecks tieferer 
Lösung des Feldes der sog. G e g e n o r t - 
schacht beim Forsthaus Kohlwald 
angehauen. Die Förderung ging nach er¬ 
folgtem Durchschlag mit der Kettenförderstrecke 
nach dem Folleniusschacht, der in¬ 
zwischen Bahnanschluß erhalten hatte. 
1890 wurde der erste Spatenstich zum Abteufen 
des Hermineschachtes auf Oberschmelz 
getan, welcher die hangenden Flöze der Gruben¬ 
abteilung König mit frischen Wettern versehen 
und gleichzeitig zum Aufschluß der in der Flamm- 
und Fettkohlenpartie der Abteilung Kohlwald an¬ 
stehenden Flöze dienen sollte. 
Im nächsten Jahre wurde zur Untersuchung 
der Lagerung östlich des Kohlwaldsprunges der 
Annaschacht I angehauen. Die gewonne¬ 
nen Aufschlüsse waren jedoch wenig günstig: bis 
237 Meter durchsank er nur 2 Kohlenflöze, da- 
> von eins von 1,70 Meter Mächtigkeit, und traf 
bis zur Teufe von 360 Meter, bei der er ge¬ 
stundet wurde, keine bauwürdigen Flöze mehr an. 
Man sah sich daher gezwungen, nach weiteren 
Aufschlüssen zu suchen. Zu diesem Zwecke wurde 
! 1896/97 neben dem Folleniusschacht der nach der
	        
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