Full text: 56.1928 (0056)

112 
fr. Zolnhofer 
ein Maler des Saardergbaues. 
7* er Beruf des Bergmanns, seine schwere Arbeit 
^ tief drunten in der Erde Schoß, die Gefahren 
feiner Umgebung für den nicht daran gewohnten 
Besucher, alles das bringt es mit sich, daß wir 
Bildern aus dem Bergmannsleben verhältnismäßig 
selten begegnen. Kann doch der Künstler ihn bei 
seiner Arbeit nicht so leicht und gut beobachten wie 
etwa den Hüttenmann im Walzwerk, fehlen auch 
dort unten jene wunderbaren Lichteffekte, die bei 
jener Tätigkeit vor dem glühenden Erz das Auge 
des Malers entzücken und ihn seine Motive dort 
Zolnhofer: Ausruhender Bergmann (Lithographie). 
suchen lassen. — Aber auch die Bilder aus dem Berg¬ 
mannsleben über Tage haben häufig etwas Ge¬ 
stelltes und Konventionelles an sich, und wenn 
man erst so mancher Illustrationen von Bergmanns¬ 
geschichten gedenkt, so bildete häufig nur die berg¬ 
männische Tracht das einzige Unterscheidungsmerk¬ 
mal. Die Tracht, die doch der Bergmann im Berufe 
gar nicht trägt! Und die daher gerade diesen 
Eindruck des „Unechten" für den bergmännischen 
Beschauer verstärkt. — Das ist es ja gerade, was 
die Bildwerke des belgischen Meisters Me uni er 
so auszeichnet, und weshalb wir in unseren beiden 
letzten Jahrgängen davon Abbildungen brachten: 
daß er seinen Gestalten, eben den Eindruck von der 
Schwere und Größe des bergmännischen Berufes 
gibt, sie aus der Masse der gewöhnlichen Genre¬ 
darstellung heraushebt und zu Typen macht. 
Auf Meunier's Spuren, der ja nicht nur Bild¬ 
hauer, sondern auch Maler war, wandert auch der 
Maler, dessen Bilder und Skizzen unseren heutigen 
Kalender schmücken. 
Fr. Zolnhofer wurde 1896 zu Wolfstein in 
der Rheinpfalz geboren, kam jedoch mit seinem 
vierten Lebensjahre schon nach Schnappach, wo 
er nach dem Verluste seiner Eltern bei der Gro߬ 
mutter aufwuchs Hier im Revier der Bergleute 
lernte er diese in ihrer Art und Lebensweise im 
täglichen Umgänge genau kennen und ihren Beruf 
lieben, so daß sie heute ausschließlich seine Motive 
bilden. 
Zolnhofer studierte an den Akademien in Stutt¬ 
gart und München, und machte dann größere 
Reisen zum Studium der alten Meister durch Süd¬ 
frankreich, Italien, die Schweiz und Holland. Das 
Thema der Arbeit und der realistischen Lebens¬ 
wahrheit, das er bei den großen Allen ebenso fand 
wie auch bei Meunier oder auch bei der großen 
Graphikerin Käthe Kollwitz, hatte es ihm allzeit be¬ 
sonders angetan. So kehrte er denn nach Schnappach 
zurück und begann hier sein Werk: das Bild des 
Saarber gmanns.
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.