Full text: 53.1925 (0053)

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F'g- 3. 
Bearbeitung der Kopsfläche eines Stempels 
Wirkung kommen muß. Außerdem muß das Gewicht 
des Beiles richtig bemessen sein, damit einerseits ein 
zu schweres Werkzeug den Mann nicht zu sehr er¬ 
müdet und die Sicherheit des Schlages gefährdet, 
anderseits durch zu geringes Gewicht das genügende 
Eindrirlgen der Schneide bei jedem Schlage nicht beein¬ 
trächtigt wird. Diese Bedingungen sind bei dem Beile, 
das lnan in Nordfrankreich verwendet, tatsächlich sehr 
gut erfüllt. Es ist übrigens dasselbe Beil, wie es in 
letzter Zeit im Saarbergbau eingeführt worden ist 
(siehe Fig. 1). Über die für unsere Begriffe eigen¬ 
artige Form läßt sich kurz folgendes sagen: 
1. das Stahlblatt, das die Schneide trägt, ist in 
seiner ganzen Länge und Breite gleichmäßig, 
und zwar etwa 5 mm dick; die keilende Wirkung 
ist infolgedessen gering, die Schnittwirkung aber 
umso besser; 
2. dieses Stahlblatt ist um einen geeigneten Winkel 
so versetzt, daß der Angriffswinkel der Schneide 
an dem Arbeitsstück in allen Punkten äußerst 
günstig ist und die beste Wirkung gewährleister. 
Hinzuzufügen ist noch, daß das Beil dort aus¬ 
nahmslos von jedem Arbeiter sehr schonend und vor¬ 
sichtig behandelt wird und wöchentlich mindestens 
zweimal an den Schleifstein kommt. Es ist keine Über¬ 
treibung, wenn ich sage, daß man sich dort in der 
Grube irgendwo ein Beil leihen kann, um daran — 
einen Bleistift zu spitzen! 
Betrachten wir nun, wie das Beil zu den einzelnen 
Arbeiten gebraucht wird. Ist z. B. ein Stück Holz 
durchzuschneiden, so wird abwechselnd je ein Schlag 
schief und dann vertikal aus die betreffende Stelle 
geführt, wobei das Holz gleichmäßig um seine Längs¬ 
achse gedreht wird. Die Trennungsstelle wird natür¬ 
lich durch die senkrechten Schläge bestimmt. Es ist 
daher notwendig, daß diese ohne Ausnahme genau in 
demselben Querschnitt geführt werden. Um das zu er- 
reichcu, verfährt der Arbeiter folgendermaßen: Mit 
den beiden ersten Schlägen stellt er eine Bcrtiefung 
her von der in Figur 2 gezeichucteu Form. Bei Aus¬ 
führung der anderen senkrechten Schläge verläßt er 
sich dann nicht mehr vollständig auf seine Schlag¬ 
sicherheit; er leitet vielmehr das Beil so, daß die 
Schneide (natürlich unter einem sehr kleinen Winkel) 
die kleine senkrechte Wand zwischen A und li trifft, 
längs dieser herabglcitet und dann den Schnitt ver¬ 
liest. Der geübte Arbeiter macht das auch bei dicken 
Stücken in unglaublich kurzer Zeit und mit erstaun¬ 
licher Präzision. Dabei erhält er an dem einen der 
Teile eine schöne, glatte Schnittfläche, wie bei der 
Trennung mit der Säge, während der andere Teil 
an der Trennungsstelle regelmäßig zugespitzt ist. Je 
nach der Bestimmung des abgeschnittenen Teiles 
Bearbeitung der Kopffläche eines Stempels.
	        
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