Full text: 53.1925 (0053)

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Maschinen erzeugt wird/ lediglich zur Zersetzung von 
Wasser, also zur Erzeugung von Wasserstoff und 
Sauerstoff, zu benutzen, wozu die Einhaltung einer 
bestimmten Spannung nicht erforderlich ist. Es geht 
vielmehr die Wasserzersetzung bei jeder Umdrehungs¬ 
geschwindigkeit der Dynamos, also bei starkem oder 
schwachem Winde, vor sich, so daß unabhängig von der 
Windstärke ohne Unterbrechung gearbeitet werden 
kann, solange überhaupt nur noch Wind weht. Die 
Kraft des Windes wird also in Form von Wasserstoff 
und Sauerstoff aufgespeichert, die beide in bekannter 
Weise komprimiert, :n Stahlslaschen abgefüllt und 
dann weiter verwandt werden können. 
Noch bedeutungsvoller ist eine Erfindung, die dem 
schwedischen Ingenieur Claes Janson geglückt ist. 
Das Prinzip dieser Erfindung ist das gleiche wie bei 
einem Uhrwerk, in dem ein Gewicht die Triebkraft 
des elektrischen Generators darstellt. Der Windmotor 
zieht dieses Lot auf, und das Bestreben des Lotes, zu 
fallen, bringt den Generator sodann in Wirksamkeit. 
Eine unmittelbare Kuppelung des Generators an den 
Windmotor wird vermieden, letzterer treibt vielmehr 
ein Kettenrad, über das die eine Schlinge der end¬ 
losen Kette läuft, die zugleich über ein zweites Ketten¬ 
rad läuft, das den elektrischen Generator treibt. Zwi¬ 
schen diesen Kettenrädern hängt ein Gewicht, dessen 
Schwere so berechnet ist, daß es allein durch sein Ge¬ 
wicht den Generator bei voller Belastung treiben 
kann. Bei normaler Windstärke steigt und fällt das 
Gewicht je nach der Schnelligkeit des Windes; bei sehr 
schwachem Wind kann der Motor das Gewicht nich't 
mehr schwebend halten, der Generator hält an und 
bleibt stehen, bis das Gewicht auf seine oberste Lage 
gehoben ist, wodurch der Generator frei gemacht wird 
und das Gewicht wieder zu fallen beginnt. Die Fall¬ 
geschwindigkeit ist zwar von der jeweiligen Wind¬ 
geschwindigkeit abhängig, nicht aber die des Gene¬ 
rators, und daher hängen Windelektrizitätswerke, die 
nach dieser Konstruktion ausgefiihrt sind, von keiner 
bestimmten Winostärke ab. 
Auf einer anderen Grundlage baut sich eine Er¬ 
findung auf, die gleichfalls aus Schweden stammt, 
nämlich von den Ingenieuren Boalt und Sandberg. 
Durch Windmotoren und ein Pumpensystem wird 
Wasser in ein Hochbassin getrieben und von diesem 
durch einen künstlichen Wasserfall in gewöhnlicher 
Weise ausgenutzt. Es versteht sich von selbst, daß diese 
Vorrichtung nur da eine wirtschaftliche Grundlage 
besitzt, wo Hochbassins vielfach schon von der Natur 
gratis geliefert werden, wie zum Beispiel an der Küste 
Schwedens, daß sie aber da versagen wird, wo es an 
solchen natürlichen Bassins fehlt. Dort wird man 
vielleicht bessere Erfahrungen mit Windelektrizitäts¬ 
werken machen, die in Dänemark durch den Professor 
La Cour seit zehn Jahren in großer Zahl errichtet 
wurden. Freilich leiden diese Werke an dem Fehler 
(siehe oben), daß ein großer Teil der Windkraft ver¬ 
loren geht. Die Batterie ist sozusagen auf eine ge¬ 
wisse Windgeschwindigkeit eingestellt; sobald der Wind 
diese wesentlich übersteigt oder hinter ihr zurückbleibt, 
wird der Windmotor zu schnell oder zu langsam ge¬ 
trieben, und der Akkumulator arbeitet nicht. In den 
meisten Fällen wurden Kraftwerke mit Dieselmotoren 
als Hauptmaschinen errichtet, die aber durch Wind¬ 
motoren entlastet waren. Ihre Errichtung erwies 
sich schon dann als lohnend, wenn durch sie min¬ 
destens 20 Proz. des Brennstoffverbrauchs der Diesel¬ 
motoren gespart werden konnten. 
In Deutschland sollen sich die entsprechenden An¬ 
lagen der Vereinigten Windturbinenwerke in Dres¬ 
den, die mit Gegenverbunddynamos ohne Neben¬ 
schlußverbindung arbeiten, am besten bewährt haben. 
Auch in der Konstruktion der Windräder und der 
Windmotoren sind in jüngster Zeit wesentliche Ver¬ 
besserungen vorgenommen worden. Hatten bisher die 
Windturbinen nach amerikanischer Bauart, die die 
Grundsätze des Wasserturbinenbaues vorwiegend ver¬ 
wandten, und die nach dänischer Bauart von Paul 
La Cour erbauten Windmotoren sozusagen das allei¬ 
nige Monopol auf diesem Gebiet, so hat neuerdings 
auch in Deutschland der Windmotorenbau sehr be¬ 
deutende Fortschritte gemacht. So verwendet Hilde¬ 
brandt in Stuttgart ein horizontal liegendes Wind¬ 
rad mit vertikaler Achse und beweglichen Schaufeln, 
um alle Windströmungen vollwertig ausnutzen zu 
können, die bekanntlich häufig nicht nur in horizon¬ 
taler, sondern auch in vertikaler Richtung in Form 
unregelmäßiger Windstöße auftreten; ferner läßt 
Edmund Klotzfch in Coswig bei Dresden die An¬ 
triebskurbel für das auf- und niedergehende senk¬ 
rechte Gestänge nicht unmittelbar mit der Achse des 
Windfiügelrades verbinden, sondern ordnet hierfür 
eine verlangsamende Nebenübersetzung durch Anwen¬ 
dung eines Kegelräderpaares an ,wodurch das Wind¬ 
rad näher an den Turbinenkörper und den Turm 
herangebracht wird und zugleich die Windradachse, der 
Turbinenkörper, und der Turm selbst wesentlich ent¬ 
lastet werden. 
Ein verschlußsicherer Korkpfropfen 
Flüssigkeiten, die leicht vergasen, üben einen sehr 
starken Druck auf den Korken aus; daher muß bei 
solchen ein besonders starker Kork genommen und 
dieser mit großer Gewalt eingetrieben werden. Jetzt 
ist eine neue Art der Verkorkung erfunden worden, 
die große Vorzüge hat und besondere Vorsichts¬ 
maßregeln, wie den Drahtverschluß, erübrigt. Die 
Sache ist sehr einfach: Man macht am dünnen Ende 
des Korkes eine konische Aushöhlung, das ist alles. 
Je stärker nun bei diesem Pfropfen der Druck im 
Inneren der Flasche ist, um so besser hält er. Der 
Druck trifft nun keine horizontale, ebene Fläche an, 
sondern die druckhaften Gase treten in den Konus 
und üben dort einen seitlichen Druck auf die Kork- 
wände aus. 
Noch eine andere Eigentümlichkeit zeigt unser ge¬ 
höhlter Korkpropfcn, wenn man ihn mit der Hand 
nur zu drei Viertel seiner Länge in den Flaschenhals 
schiebt; selbst wenn die Flasche eine sehr gasreiche 
Flüssigkeit enthält, kann er in diesem Falle mit 
Leichtigkeit wieder entfernt werden. Denn wenn man 
den Pfropfen mit der Hand ergreift, übt man un¬ 
willkürlich einen Druck auf ihn aus, der dem seitlichen 
Jnnendruck entgegengesetzt ist, diesen also aufhebt.
	        
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