Full text: 50.1922 (0050)

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Leitende Männer 
der 
Saarbrücker Sergverwaltung. 
Bon g-crd. Banmann. 
Inxênislirs su GUek (erste Reihe links beginnend): 1. vuNors, 2. Nratoii, 3. Rellnn, 4. Lequette, 5. Chandesris, 
(zweite Reihe links) 6. NioUot, (zweite Reihe rechts) 7. Ganière. 
m vorigen Kalender hat der Kalendermann die 
obersten Leiter der Saarbrücker Bergverwaltung den 
Lesern in Wort und Bild vorgestellt, ivobei der Wunsch laut 
geworden ist, auch die anderen leitenden Personen des 
Saarbergbaues kennen Zu lernen. Dieser Wunsch ist leicht 
verständlich, da cs den Angestellten und Arbeitern nicht 
lieb sein kann, loie es so oft geschieht, in vollster Un¬ 
kenntnis der Person an ihren höheren Vorgesetzten vor¬ 
überzugehen. Auch muß es dem Bergmann eine Ge¬ 
nugtuung sein, wenn er, nach dem Bilde, beim schwacheil 
Schein seines Grubeillichtes in dell Beslicheril seines Orts¬ 
stoßes, trotz der etwas entstellenden Fahrklcidung, plötzlich 
seinen Generaldirektor oder den technischen Direktor oder 
auch soust einen höheren Vorgesetzten erkennt, und wenn 
er nach diesem persönlichen Besuch an der Arbeitsstelle 
weiß, daß es gerade diese Herren waren, die ihre Zu¬ 
friedenheit mit der Arbeit ausgesprochen haben. Ter Ka- 
lendermann kommt daher dein geäußerten Wunsche gerne 
nach und stellt heute die Ingenieurs en Chef vor, die 
bekanntlich direkt unter den virecteurs die Betriebe 
oder eine Zusammenfassung mehrerer Betriebe verantwort¬ 
lich zu leiten haben. 
Weil vorstehend von dem Besuche des vireeteur 
General und des Directeur Technique am Ortsstoße 
selbst gesprochen worden ist, wird es die Leser erfreuell, 
ein gelungenes Bildchen der beiden Herren, vor ihrer 
Einfahrt im Viktoriaschacht (Püttlingen) aufgenommen, 
zu betrachten. Wir haben scholl im vorigen Kalender be¬ 
tont, ivie außergewöhnlich ernst es Herr Generaldirektor 
Defline mit seiner Pflicht nimmt und wie er sich trotz 
Ueberhäufung mit Verwaltungsarbeiten aller Art, die sich 
aus dem ungeheuren Grubenkomplex und den eigenartigen, 
in der Entlvickelung begriffenen Verhältnissen ergebeil, 
nicht abhalten läßt, so oft als möglich die Grubenbaue 
selbst zu befahren, um stets auf dem Laufenden zu feilt 
und sich von der peinlicheil Ausführung der ßctroffcncn 
Generalanordnungen zu überzeugen, ivodurch atfcin er in 
der Lage ist, die Weiterentwickelung der Gruben zu fördern. 
Diese Arbeitslast hat sich liach Aufhebung der „Direction 
du Personnel“ und Uebernahme derselben durch die 
Generaldirektiou noch erheblich vermehrt, was eineil Ar¬ 
beitstag von 8 Stunden sicherlich illusorisch macht. Kaum 
alls einem wohlverdienten Urlallb zurückgekehrt, nnter- 
nimmt der Herr Generaldirektor, ungeachtet der in starkem 
Maße angesammelten, seiner alleiiligen Entscheidung unter¬ 
worfenen wichtigen Verwaltungssachen, eine Grubenfahrt 
nach Viktoriaschacht und hier hatten ivir das Vergnügen, 
ihn mit Herrn Directeur Technique Sainte-Claire 
Deville auf eine Platte zu bannen. 
Sein Begleiter, Herr Ste-CJaire-Deville, ist ja den 
meisten Bergleuten wahrscheinlich schon persönlich zu Gesicht 
gekomlneil, da er unaufhörlich in engster Verbindung mit 
dem ganzen Betriebe steht, ivas den Nachgeordneten In¬ 
genieuren als Ansporn bient, den größten Teil ihrer 
Schichtzeit dem Betriebe selbst 31t widmen. Natürlich sind 
sie dazu nur in der Lage, weil sie von Verwaltungsarbeiten 
fast vollständig befreit sind. 
Kommen wir nun zn den Ingenieurs en Chef. Als 
ältester derselben ist Herr Jules Dubais zu nenneil, der 
am 12. 8. 1869 zu Valenciennes geboren ist. Nach Ab¬ 
schluß feiner Studien als „Ingenieur des Arts et 
Manufactures“ war Herr Dubais bis zum Krieg als 
stellvertretender leitender Ingenieur, später als leitender 
Ingenieur selbst, bei den mechanischen Konstruktionswerk- 
stätten der Firma I. Tlibois & Eo. zu Anzin beschäftigt, 
die im Kriege vollständig zerstört worden sind. In gleicher 
Eigenschaft hat Herr Dubais llach denl Kriege an den 
wichtigsten Wiederherstellungsarbeiten der Gruben in den 
Departements Nord nnb Pas-de-Calais mitgewirkt. Seit 
Uebernahme der Saargruben durch Frailkreich ist er Leiter 
des „Service des Etudes et Constructions“. Dieser 
Dienstzweig hat sämtliche Betriebs- als auch Wohimngs-
	        
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