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Fran; Anton Haßlacher, Geheimer Vergrat in Bonn 
Eine Fülle von Mühe und Arbeit hat dem im 
76. Lebensiahre stehenden Geheimen Bergrat Haß- 
tacher sein fast halbhundertjähriges Wirken im Dienste 
des preußischen und besonders des rheinischen Berg¬ 
baues gebracht, groß sind die Erfolge und Anerken¬ 
nungen, die thm dafür allezeit zuteil geworden sind. 
Als er am 1. April 1904 sich von seinen Dienst¬ 
geschäften, die er zuletzt als Mitglied des Oberberg¬ 
amts zu Bonn wahrgenommen hat, durch übertritt 
in den Ruhestand zurückzog, konnte er aus dem 
Staatsdienst in dem Bewußtsein scheiden, daß er an 
hervorragender Stelle 
an der Entwickelung des 
preußischen, insbeson¬ 
dere aber des rheinischen 
und des Saar-Berg¬ 
baues in erfolgreicher 
Weise mitgearbeitet 
habe. 
Franz AntonHaß- 
lacher ist geboren zu 
Coblenz am 28. Dezem¬ 
ber 1838 als Sohn des 
Wagensabrikanten Kon¬ 
rad'Haßlacher. Nach 
dem Besuche des dor¬ 
tigen Gymnasiums trat 
er im Herbst 1857 in 
den preußischen Staats¬ 
dienst für das Berg- 
Hütten- und Salinen¬ 
wesen ein und wurde 
vom Königlichen Ober¬ 
bergamt zu Bonn behufs 
Ablegung des vorge¬ 
schriebenen Probejahres 
als Bergbaubeflissener 
in den' Saarbrücker 
Steinkohlenbezirk über¬ 
wiesen. Seine erste berg¬ 
männische Schicht hat 
er am 15. Oktober 1857 
auf der Grube Jägers¬ 
freude bei Saarbrücken 
verfahren. Von den 
Saarbrücker Steinkoh¬ 
lengruben führte ihn 
seine weitere praktische 
Ausbildung im Spätherbst -4858 bis dahin 1859 nach 
den Siegener, Dürener und nasfauischen Erzrevieren, 
sowie nach dem niederrheinisch-westfälischen Stein¬ 
kohlenbezirk. Die 3 Jahre, vom Herbst 1859 bis 1862, 
waren dem wissenschaftlichen Studium auf den Uni¬ 
versitäten Berlin und Bonn und auf der Bergakademie 
zu Berlin, die beiden folgenden Jahre größeren tech¬ 
nischen Reisen nach England und Norddeutschland, 
den österreichisch-ungarischen Staaten, sowie der vor¬ 
geschriebenen Beschäftigung bei Bergverwaltungs¬ 
behörden und im Bergrevierdienste gewidmet. In 
dieser Zeit genügte er auch, und zwar von 1860 bis 
1861, seiner Militärpflicht als Einjährig-Freiwilliger 
beim 2. Garderegiment zu Fuß. Am 19. Dezember 
1864 zum Bergreferendar ernannt, erfolgte am 22. 
Juni 1867 seine Ernennung zum Bergassesfor. In 
die Zwischenzeit fällt die Teilnahme am Kriege 
gegen Österreich, welchen er als Landwehr¬ 
offizier beim Linien-Jnfanterie-Regiment Nr. 28 in 
der Elbarmee vom Mai bis Mitte September 1866 
mitmachte; an der Schlacht von Königgrätz und an 
dem Vormarsch bis Wien hat er teilgenommen. Nach 
der Rückkehr aus den: Feldzug erfolgte seine Ernen¬ 
nung zuin Bergassessor, nachdem er'bereits imJDIai. 
1865 durch die Königliche Bergwerksdirektion Saar¬ 
brücken nach der Grube Heinitz berufen worden war, 
um dort unter gleichzeitiger Wahrnehmung der Gruben- 
oeamtenstellung eines 
Gasinspektors die Ein¬ 
richtungen zu umfassen¬ 
den chemischen und 
chemisch-technischen Un¬ 
tersuchungen der Saar¬ 
brücker Kohle zu treffen. 
Er hat auch die Unter¬ 
suchungen selbst noch 
begonnen, bevor er im 
Januar 1866 die Be¬ 
schäftigung beim Kgl. 
Oberbergamt zu Bonn 
antrat. Als Bergassesfor 
war er nach mehrmona¬ 
tigem Aufenthalte in 
England vom 7. Februar 
1868 an bei der König!. 
Berginspektion Sulz- 
bach-Alten waldig im 
unmittelbaren Gruben¬ 
betriebe, besonders bei 
der dort neu eingeführten 
maschinellen Bohrarbeit 
tätig. Mit dem 19.,Juli 
1868 erfolgte seine Über¬ 
weisung an die König¬ 
liche Bergwerksdi¬ 
rektion, und zwar zu¬ 
nächst behufs Vertretung 
des erkrankten Justi¬ 
tiars, dann vom 15. Ok¬ 
tober desselben Jahres 
ab als ständiger Hilfs¬ 
arbeiter bei der Berg¬ 
werksdirektion selbst und 
mit den: l. April 1869 
auch noch als technischer Lehrer an der Saarbrücker 
Bergschule. Die endgültige Ernennung zum Mit¬ 
glied der Bergwerksdirektion erfolgte am 22. 
März 1872 und zwar nach seiner Rückkehr aus dem 
deutsch-französischen Kriege, den er im 1. Ba¬ 
taillon des Landwehr-Jnfanterie-Regiments Nr. 30 
zuletzt als Kompagnieführer mitgemacht hat. Vom 
15. August 1870 ab war er in Feindesland und bis 
zum 11. November vor Metz. Seine Tätigkeit bei 
oer Bergwerksdirektion war eine sehr vielseitige und 
erfolgreiche. Durch Ministerialerlaß vom" Ende 
Februar 1870 war er mit der Herausgabe und der 
Redaktion des „B e r gman n s fr e un d"betraut worden, 
und sein Verdienst ist es, die erste Nummer dieses 
Blattes am 1. Juli 1870 als Redakteur herausgegeben 
zu haben. Leider mußte schon nach der dritten siiummer 
Geheimrat Haßlacher
	        
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