Full text: 40.1912 (0040)

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Pas GrillMrettliWMleii au der füniglidp KergHule Kaardrückeu. 
Es darf als bekannt vorausgesetzt werden, 
daß der Bergbau und besonders der Stein¬ 
kohlenbergbau Gefahren in sich birgt, deren 
Bekämpfung und 
Beschränkung sich 
Behörden und Pri¬ 
vate, Fachleute und 
Laien, man kann 
sagen, solange 
Bergbau getrieben 
wird, zur vor¬ 
nehmsten Aufgabe 
gemacht haben und 
für die auch in 
der breitesten 
Öffentlichkeit das 
lebhafteste Inter¬ 
esse wach ge¬ 
worden ist. 
Ganz besonders 
sind es die Kata¬ 
strophen der letzten *****1 
Jahre und der 
Umstand gewesen, daß mit fortschreitendem 
Abbau m größere Teufen auch die Gefahren 
an Umfang zunehmen, daß durch scharfe Vor¬ 
schriften umfassende 
Vorbeugungsma߬ 
regeln getroffen sind, 
welche die Gefahren 
nach Menschenmög¬ 
lichkeit beschränken 
und Katastrophen 
von dem Umfange 
der letzten Jahre 
verhüten sollen. Mit 
diesen Vorschriften 
allein ist es jedoch 
nicht getan, sie 
müssen auch befolgt 
werden. Es ist aber 
eine bekannte mensch¬ 
liche Schwäche, daß 
derjenige, der stets 
von Gefahren um¬ 
geben ist, vertraut 
mit denselben wird 
und das Empfinden 
für diese verliert. Der Mensch sieht den Zweck 
der warnenden, vorbeugenden Vorschriften nicht 
mehr völlig ein, er wird bisweilen lässig in der 
Befolgung, wenn lange Zeit alles gut gegangen ist. 
Unfälle im größeren oder kleineren Umfange 
werden daher wohl niemals völlig aus dem 
Bergwerksbetriebe verschwinden, da, abgesehen 
Sammlung von Rettungsapparaten, geordnet nach ihrer geschichtlichen Entwicklung im Modellsaale 
der Kgl. Bergschule. 
von höherer Gewalt, neit jedem einzelnen der 
Belegschaft gerechnet werden muß, und der ge¬ 
ringste Fehler des einzelnen, der aus Unkenntnis, 
Unvorsichtigkeit, 
Fahrlässigkeit und 
Leichtsinn, ganz ab¬ 
gesehen von böser 
Absicht, begangen 
wird, Tausende in 
Gefahr bringen kann. 
Die beste Unter¬ 
weisung in der Be¬ 
folgung vorbeugen¬ 
der Maßnahmen, die 
gründlichste fach¬ 
männische Ausbil¬ 
dung vermögen da¬ 
her wohl die Kennt¬ 
nis der Gefahren 
wachzuhalten, ver¬ 
meiden lassen sie 
sich jedoch nicht 
BUd 2. Rettungslager (Innenansicht) 
Die Gefahren, 
die dem Bergmann 
drohen, sind in der Hauptsache die Stein- und 
Kohlensallgesahr, Wassereinbrüche, Grubenbrände 
und vor allen Dingen Schlagwetter- und Kohlen¬ 
staubexplosionen. Besonders die letzteren sind
	        

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