Full text: 21.1893 (0021)

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Wefhente austeilen konnte, Dann madte fie ihrem
gepreßten Herzen einmal gründlidH Luft. Die Eltern
fudten fie zu tröften. RKathden ladte. Empdrt aber
war bie Nofenwirtin. „Du bift eine befjere Stelle
wert und lannít fie finben^, rief fie aus, „IH Halte
ionft gemi nidtà pom emigen Z8edjjeín. Uber alles
bat feine Grenzen. $ünbige jobalb wie möglich!“

Das wagte jedoch bad geduldbige Madden nod
nicht zu verjpreden, fondern nahm mad) ber furgen
Grquidung8aeit ihr Jod) ergeben wieder auf bie
jungen Schultern.

Einige Tage fpäter traf Herr Robenbad) wieder
einmal im Städtlein ein. Kaum abgeftiegen, fragte
er angelegentíid) nad) dem jungen Mädchen, bie [o
vorteefilid) Tode, io Hug und anftelig war. „Sie
Bat mir au$nebmenb mob( gefallen unb id) módte
fie S8nen gern entfübren“, fagte er. „Unjere Köchin
heiratet bald; einen befferen Grjag Tónnte id kaum
finden, Der Dienft ijt nicht jhwer und über bie
Bedingungen miürden wir uns [don einigen.“

Die hocherfreute Rofenwirtin ergriff die Gelegenheit
beim Schopfe, redete mit pores und überrafchte darauf
Lotthen durch einen febr inhaltreiden und ange:
nehmen Brief. Jept {jhwankte das Mädchen nicht
linger. Sobald ihre Beit abgelaufen mar, traf fie
zu einem furgen Befude in der Heimat ein unb reifte
dann getroft nad ihrem neuen Beftimmungsort Frant-
furt ab. Da jtimmte eà in jeber Beziehung befjer
ald auf bem Gute. Herr Rodenbad war reich, aber
‚allem gerdujdvollen Prunt abhold. (Qr madte fein
großes Haus, jonberm febte mit feiner Familie, die
	        

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