Full text: 20.1892 (0020)

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Der Palmkatzl-Kuschen. 
Sor langer, langer Zeit, es war am Palmsonntag 
und daS Hochamt zu Hallein zu Ende, da näherte 
sich ein schmucker Salzbergknappe, einen geweihten 
„Palmkatzl-Buschen" in der Hand, dem Obersteiger- 
Töchterlein, dem hübschen „Reserl" mit den Worten: 
„Reserl, wenn'st den Buschen annehmst von mir. 
that's mi sreu'n. Woaßt, was die Katzerln bedeuten? 
Kennst dös Lied vom Buschen? da hoaßt'S aa: 
Vom Felberbaam nimm i a paar Katzerln dazua, 
Bedeut', daß auf Ostern i 's heiraten thua.* 
DaS hübsche Reserl nahm freundlich dankend den 
Buschen und ging dem Zechenhause am Salzberge zu. 
Und wieder war der Frühling im schönen Salzach- 
thale eingezogen, wieder hoben die Schneeglöckchen Ihre 
zarten weißen Köpfchen, um die heilige Osterzeit ein¬ 
zuläuten und die Bächlein und Quellen trugen rauschend 
daS Schneewasicr von den sonnigen Höhen in die 
Thäler und der Salzach zu. 
Wieder zogen die Burschen der Umgegend mit 
Palmkatzl-Buschen am Palmsonntag zur Palmweihe. 
Auch Reserl und der Hutmann gingen mitsammen 
zur Kirche, sie waren Brautleute und am Dienstag 
sollten sie den heiligen Bund der Ehe schließen. 
Warum ist dem jungen, tüchtigen Knappen heute 
so bange um's Herz? Weshalb vermag der sonst 
fromme und gotteSfürchtige Martin heute kaum fein 
Herz zum Ewigen zu erheben? — So nahe an dem
	        

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