Full text: 20.1892 (0020)

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geräuschvoll in die beiden Nasenöffnungen. Dann 
galten nur ihr seine Blicke. Einen Äugenblick wagte 
er'S in die feurigen dunklen Augen des Reiterschätzleins 
zu schauen; — aber KäthchenS strenger Blick bestrafte 
sofort den Frevler! — 
.Also, Frau Wirtin !" begann ich mein Zwiegespräch. 
.Sogen Sie mir doch, woher der alte Bauer ist, 
welcher hier ausstieg?" 
.Der Bauer, das ist der Gruberbauer von der 
Wies. Wiffen'S," fügte sie flüsternd bei, .er ist ein 
alter Haberfeldmeister." 
.Warum nicht gar," erwiderte ich, .der Alte sieht 
ja ganz zahm aus und ich denke mir die Haberer 
rabiat und verwegen." 
„Ach!" rief Frau Käthchen. .Sie sprechen von 
Haderern, — ist's am Ende recht unsicher in dieser 
Gegend?" 
Die Wirtin lachte hellauf, ich aber beruhigte die 
Dame, indem ich ihr erklärte, daß in Miesbach oder 
Schliersee, wohin die Herrschaften wohl reisen werden, 
überhaupt kein Haderfeldtreiben stattfände, so etwa- 
geschehe nur abseits der Ortschaften. Erleichtert drückte 
Frau Käthchen ihrem jungen — da- heißt kurze Zeit 
angetrauten Buchhalter die Hand. Dieser wollte eben 
eine Frage an mich richten, olS die Nachbarin be¬ 
schweren ReitrrS, welche sich mit diesem fast flüsternd 
unterhalten hatte, energisch ausrief: 
.Na, Sepp, Dei' Muatter derf mir net in'S Hau-, 
wenn i Dei' Weib werd'n soll!" 
.So!" erwiderte der Reservist, .Racher geh' hin, 
wo Du herkommen bist!" Darauf wandte er den 
Kopf gegen das offene Fenster.
	        

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