Full text: 20.1892 (0020)

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Bevor er noch zurecht sich findet 
Auch dieses Schauerbild entschwindet 
Und staunend blickt er nun um sich; 
Ein Kohlenflöp, viel Meter mächtig, 
Die Kohle wie Demant so prächtig. 
Das schaut er jetzo wonniglich. 
Die Pulse fühlt er Häher schlagen, 
Das Flötz wird seinen Namen tragen 
Bis einst zum Untergang der Welt. 
Er sieht sein Bild in Erz gegossen, 
Die Blätter sind in Lob zerflossen 
Und Nichts an seinem Glücke fehlt. 
Nicht denkt er mehr an Kunigunden, 
In deren Herz er Platz gefunden, 
Tie blondgelockte Försters Maid. 
Wo schwere Seidenroben rauschen, 
Da darf er Liebesworten lauschen 
Und schwelgen nun in Seligkeit. 
Doch ach! — So eine böse Fliege, 
Die schlich sich über eine Stiege 
Direkt in's stille Kämmerlein. 
Und wie er träumt vom Hochzeitsbraten, 
Da ist sie schon an ihn geraten . 
Und sticht ihn in das linke Bein. 
Und er erwacht. Es ist entschwunden 
Das Glück, der Ruhm, den er gefunden 
Im letzten, wundervollen Traum. 
Betrübt sieht er die Bücher, Skripten, 
Nichts mehr von seiner Heißyeliebten, 
Sie schwand so rasch wie Seifenschaum. 
Gor wütend, daß sein Glück zerstoben, 
Hat er sich rasch vom Bett erhoben 
Und sucht die Glückzerstärerin.
	        
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