Full text: 20.1892 (0020)

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Edelsteine. 
Gefaßt von Wilhelm Fischer. 
1. 
Wir besinne» u»S nur beim Anlauft nützlicher 
oder nötiger Tinge; an Geld für unfer« Liebhaberei»« 
fehlt eS unS nie. Balzac. 
Aie Zeiten sind schlecht, das kann man hören, wohin 
man horcht. „Wie steht'- draußen im Felde?* 
fragt der Städter einen Bauern. Der biedere Land- 
mann kratzt sich hinterm Ohr, zieht dos pfiffige Gesicht 
in Falten und brummt: „Mit dem Roggen ging's 
noch an. Aber der Weizen, der Hafer! Und den Kar¬ 
toffeln fehlt Regen. Wenn'S eine magere Mittelernte 
giebt, so wollen wir'S loben." — „Heiß, heiß!* sagt 
der Wanderer, der am Rhein oder an der Mosel im 
Schweiße seine- Angesicht- zu einer Burgruine steigt. 
.Aber wir wollen'- gern ertragen, denn Sonnenglut 
kocht der Trauben Blut." Der Winzer zuckt die 
Achseln: „Es hat in die Blüte geregnet. Und dann 
waren die Nächte zu kühl. Wenn'S hoch kommt, so 
kriegen wir einen drittel Herbst." Ihr seht Tuch er¬ 
staunt um, denn die Reben hängen anständig voll; 
Ihr fragt Euch, wie eigentlich ein voller Herbst aus¬ 
sehen mag, wenn da- nur ein drittel ist; aber der 
Mann muß e- natürlich besser wissen und macht ein 
gar bedenklich Gesicht und Ihr geht kopfschüttelnd 
weiter, Eure frohe Stimmung ist merklich gedämpft. 
Und nun fragt einmal um unter den Handwerkern,
	        

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