Full text : 20.1892 (0020)

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freudig  aufgeregten  Silberwäscherin  in  die  Hant>
gleiten.
So  —  für  die  HexenbouquetS.
Unv  die  Erzählung  dazu  gab  er  nun  auch  noch  unaufgefordert
  feiner  aufmerksamen  Zuhörerin  zum  Besten.
Seit  langer,  langer  Zeit  herrscht  am  Hofe  der
Könige  von  Preußen  der  Brauch,  daß  die  Mädchen
der  Königlichen  Silberkammer  ihren  Königlichen  Herrschäften
  am  Morgen  des  ersten  Mai  BlumenbouquetK
überreichen  lassen,  über  deren  freundliche  Annahme
ihnen  von  den  hohen  Herrschaften  eine  goldene  Empfangsbescheinigung,
  für  jeoes  Bouquet  einen  Friedrichsd'or
  erteilt  wird.
Wie  lange  der  Brauch  besteht,  woher  er  stammt,
ob  er  noch  in  den  altgermanischen  Neligionsgebräuchen
wurzelt,  oder  ob  er  einem  Zufall  seine  Entstehung
verdankt,  ist  nicht  mehr  festzustellen.  Daß  er  aber
entstehen  und  sich  in  aller  Stille  erhalten  konnte,
sogar,  wie  wir  gesehen,  vom  Könige  selbst  gepflegt
wird,  ist  ein  ehrendes  Zeugnis  mehr  für  die  Herzensgüte
  der  Hohenzollern,  ein  Zeugnis  mehr  für  den
patriarchalisch,  familiären  Sinn,  mit  welchem  das  edle
Fürstenhaus  sich  die  Herzen  seines  Volkes  zu  gewinnen
und  zu  erhalten  weiß.
Ursprünglich  waren  eS  nur  zwei  Bouquets,  welche
mit  den  Farben  des  Königs  und  der  Königin  geschmückt,
diesen  überreicht  wurden,  und  diese  BouquetS  waren,
weil  nach  dem  altgermanischen  Glauben  in  der  ersten
Mainacht  sämtliche  Hexen  und  Hexenmeister  ihr  greßeS
Frühlingsfest  auf  dem  Blocksberg  feiern,  unter  dem
Namen  Hexenbouquets  bekannt.  Und  weil  die  königlichen
  Herrschaften  am  ersten  Mai,  mit  sehr  seltenen
            
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