Full text: 1.1873 (0001)

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Da steht die vielbesprochene Puppenküche, so.glänzend, 
wie nur je, und die kleine Prinzessin thront majestä¬ 
tisch auf ihrem Sopha! Da sitzt — Martm traut seinen 
Augen kaum — seine alte Mutter in ihrem einzigen 
guten Kleid, das treue Antlitz von stiller Freude ver¬ 
klärt, und schiebt eben die Brille als Lesezeichen in 
die Bibel hinein! Da steht — das Letzte und Lieb¬ 
lichste! — Elise mit holdverschämteu Wangen, Furcht 
und Hoffnung in den schönen Augen, wohlfrisirt und 
sauber angethan, und hält ihm die neue 
Pfeife hin, und spricht stockend, aLM^HMEIkeundlich: 
„Glückselige Weihnachten, liebeAMürtin, und em 
glückliches Neujahr! Sei mir nicht mehr böse, ich — 
ich will anders werden — und " 
Sie konnte nicht weiter sprechen, denn schon hatte 
er sie in seine Arme geschloffen, kräftig, — er war 
ein starker Mann — und drückte einen Kuß auf ihren 
Mund, daß es schallte. 
Ja, das Püppchen hatte ^Wunder gethan, so still 
und unschuldig es jetzt auch ’ da saß. Als Elise aus 
ihrem lebhaften Traume erwachte, blitzte nach der ersten, 
traurigen Enttäuschung der glückliche Gedanke durch 
ihre Seele: „Wozu brauchst du Feenhülfe? Leg' selbst 
Hand an's PLerk." Und das that sie denn mit rechtem 
Eifer, und am Ende ist die Liebe die beste Zauberin. 
Es dauerte freilich bis spät in die Nacht, da war das 
Haus aber auch blink und blank, und Alles gerüstet. 
Müde, aber glücklich legte sie sich zu Bette. Doch da 
überfiel sie noch einmal eine furchtbare Angst. „Viel¬ 
leicht ist Alles zu spät, Martin war im Zorn wegge¬ 
stürzt in die Nacht — wohin? in's Wirth'shaus, um 
am Hellen Tage sinnlos nach Hause zu taumeln! —
	        

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