Full text: 8.1954 (0009)

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diese Versammlung, die Art der Einberu 
fung, sowie des Delegiertensdilüssels an 
der Saar niemand verantwortlich gemacht 
werden kann. Für diese Versammlung 
zeichnet die Internationale verantwortlich 
und ich werde mir erlauben, Ihnen zu 
sagen, warum. 
Die Zusammenarbeit war in der letzten 
Zeit im Vier-Mann-Ausschuß alles eher, 
als gut. Wir haben uns deshalb entschlos 
sen, auch nach Rücksprache mit dem 
Deutschen Gewerkschaftsbund, vom pro 
visorischen Vorstand zu verlangen, daß — 
ganz gleich, wie die Dinge stehen, — die 
Generalversammlung gemacht wird, mit 
dem ausdrücklichen Bemerken, daß sie 1. 
depaokratisdi sein muß und 2. die Bestre 
bungen beider Gruppen, auf diesem Kon 
greß die Macht an sich zu reißen, unter 
allen Umständen ausgeschaltet werden. 
Für uns war nun die große Frage: 
Wie soll es gemacht werden! 
Eines steht fest, nicht die 40 000 Mitglie 
der des ehemaligen I. V. Bergbau können 
auf dieser Generalversammlung reden, 
sondern nur die 13 000, die jetzt Mitglie- 
^ der sind und deshalb allein schon konnte 
* der alte Schlüssel nicht angewendet wer 
den. 
Eine alte Erkenntnis aus dem Auf und 
Ab des menschlichen Lebens, sagt überall 
und in allen Berufsgruppen das Gleiche: 
Wer 100% seine Pflicht erfüllt, hat An 
spruch auf 100% Recht. 
Wer 50% Pflicht erfüllt, hat Anspruch 
auf 50% Recht. 
Wer 2 Franken bezahlt, kann nicht um 
[ 10 Franken reden, und wer überhaupt 
nichts bezahlt, kann dort, wo Menschen 
Zusammenkommen, die alle bezahlen, 
überhaupt nichts reden!! (Beifall) 
Hierbei muß noch gesagt werden, daß 
unser Bestreben dahinging, nur solche 
Kollegen zur Generalversammlung ein 
zuladen, die dem Aufbau positiv gegen 
überstehen und nichts zerstören! 
Die Voraussetzungen zur Generalver 
sammlung waren nicht die, wie bei der 
Bildung des Vier-Mann-Ausschusses an- 
ijk genommen wurde. Es mußten deshalb für 
diese Versammlung auch andere Maßnah- 
f men für die Beschickung ergriffen wer 
den. Nach langen Beratungen glaubte 
man, dem Saarbergmann am ehesten 
Rechnung zu tragen, wenn dieser Kongreß 
nach deutschem Muster organisiert und 
beschickt wird, und daran haben wir uns 
gehalten. 
Wenn wir auch nach Auffassung vieler 
die Statuten verletzt haben, in diesem Zu 
sammenhang erlaube ich mir eine Frage 
an den Kongreß zu richten: Wurde der 
Demokratie Rechnung getragen oder 
nicht?? 
Wer sich aber im Geheimen Felle ver 
siedet hat und nun nicht weiß, wo sie 
sind, dem sag' ich's auf diesem Kongreß: 
Die sind alle weggesdiwommen!! 
Nicht die Angst vor den Ortsgruppen 
männern war es, den Kongreß so zu or 
ganisieren, wir haben viele als Gastdele 
gierte eingeladfen, um ihnen zu zeigen, 
wie es auf diesem Kongreß zugeht, — 
sondern der Wille, irgendein Ergebnis, 
ganz gleich, wie es aussieht, auf demo 
kratische Art zu erreichen. 
Ich ersuche Sie deshalb, die Beschickung 
von diesem Standpunkt aus zu betrach 
ten!. 
Ich empfehle aber allen, die bewußt 
gegen den Aufbau sind, sich in Zukunft et 
was anderes auszusuchen, denn die Sta 
tuten sind den meisten unbekannt; denn 
alle — auch Funktionäre, mit denen ich 
darüber sprach — kennen alle nur diesen 
einen Paragraphen, während ihnen an 
dere, weit wichtigere Paragraphen aus 
der Geschäftsordnung völlig unbekannt 
MARGARINE 
sind. Wer mit offenen Augen in das Le 
ben bildet, dem kann also die Absidit die 
hier vorliegt, nidit entgehen. 
Zum Absdiluß dieser Frage: Denken 
Sie an die Sorgen, Nöten und Wünsche, 
Hoffnungen Ihrer Kollegen im Inneren 
der saarländischen Erde! Denken Sie an 
all das Leid, das entgegen allen gesetz- 
lidien Bestimmungen und gegen alles 
menschliche Wollen immer wieder unse 
ren Berufsstand erfaßt und Sie werden 
sehen, wie belanglos dieser Paragraph 
ist, um den hier gestritten wird.“ 
Und noch einige Sätze, die sich jeder 
Gewerkschafter ins Stammbudi schreiben 
sollte: 
,,Kollegen, die Zeit ist hart. Ein Ge 
werkschaftsführer, der nicht imstande ist, 
seinen ^lilgliedern auch manchmal die 
Schattenseiten zu zeigen, spielt mit fal 
schen Karten!! 
Wir wollen alle unsere Rechte wahr 
nehmen, die wir haben, aber der Gewerk 
schaftsführer muß auch von den P f 1 i ch- 
ten sprechen, die wir haben!!“ 
Kollege Kaiba schloß seine Ausführun 
gen auf dem Verbandstag mit folgenden 
Worten: 
„Zu der Wahl des neuen Vorstandes 
möchte ich Ihnen folgendes sagen: Ver 
suchen Sie, die Besten zu wählen! Eine 
Bitte habe ich an Sie: Wählen Sie keine 
Redner, denn geredet ist genug worden! 
Schauen Sie nicht darauf, ob der Funk 
tionär reden kann, oder nicht, sondern 
schauen Sie auf seinen Charakter, schauen 
Sie auf seinen Willen! Und dann stellen 
Sie ihn an den Platz. Und wenn Sie ihn s 
unterstützen, braucht er garnicht viel re 
den können! 
Es muß gelingen, für Sie das zu errei 
chen, was Sie alle miteinander anstreben! 
Glück auf!!'' 
Der in geheimer Abstimmung gewänlta 
Vorstand des I. V. Bergbau setzt sich 
wie folgt zusammen: 
1. Vorsitzender: 
2. Vorsitzender: 
Beisitzer: 
Sekretäre: 
Vertreter der 
Kraftwerke: 
Jugendvertreter: 
Gör gen Jakob; 
W i 11 i n g Karl; 
Scholler Otto; 
Klein Johann; 
Stief Heinrich; 
Schmitt Johann; 
Krausbeck Ludwig; 
Fries Willi; 
Schmitt Hermann; 
Licht Alois; 
Maas Paul; 
Meiser Willi; 
Wohlfahrt Rudi. 
Nach der einstimmigen Annahme meh 
rerer Resolutionen, die unter anderem 
die Mitbestimmung, die Sicherung des Ar 
beitsplatzes, die Sicherung des Lohnes 
und die Altersversorgung zum Gegen 
stand haben, wurde der eindrucksvolle 
Kongreß des I. V. Bergbau geschlossen. 
Audi wir rufen dem neukonstituiei ten 
Verband ein herzliches Glück-Auf zu! 
* 
Erklärung des Landesvorsiandes 
der Einheitsgewerkschaft 
Die Unterzeichneten erklären als Mit 
glieder des Landesvorstandes der Ein 
heitsgewerkschaft die in der „Freie Saar 
presse“, Jahrgang 2 Nr. 4, von Anfang 
Februar 1954 erschienene Notiz „Skandal 
in der Botsdiaft", wonach die Einhcuts- 
'gewerkschaft von der Abtl. Gewerkschaf 
ten der französisdien Botschaft in einigen 
Monaten einen Betrag von 16 Millionen 
Franken erhalten habe und vor Weih- 
naditen an führende Funktionäre der 
Einheitsgewerkschaft, die die französische 
Politik betreiben, ein Betrag von 10 Mil 
lionen ffrs. verteilt worden sei, als eine 
gemeine Verleumdung. 
Als Landesvorstand der Einheitsgewerk 
schaft erklären die Unterzeichneten und 
jeder einzelne für sich, und als Funk 
tionär seines Verbandes, von der Abt. Ge- 
werksdiaften bei der französischen Bot 
schaft keinerlei Mittel erhalten zu halten. 
Saarbrücken, den 6. April 1954. 
Die Unterzeichneten: gez. Rauch, Schäler, 
John, Heinz, Conrad, Weiter.
	        

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