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August 1952 
I. V. GRAPHIK 
Grundlagen für ein Mindestprogramm 
Tätigkeit zu prüfen und für den Fall, daß 
sieh Beanstandungen ergeben sollten, ein 
zugreifen. 
Schulungspiogramm 
Die Arbeitskammer hat soeben ein 
eigenes Schulungsprogramm für Gewerk 
schaftler festgelegt. Daraus seien folgende 
Einzelheiten bekanntgegeben: 
Im Rahmen eines weitgespannten Schulungs 
programmes der Arbeitskammer laufen im 
Schulungsheim ,,Scheuerhof“ folgende L'hr- 
f äuge an: 1. Lehrgang vom 15. 9. bis -0. 9. 
952; 2. Lehrgang vom 22. 9. bis 2^. 9. 1952t 
3. Lehrgang vom 29. 9. bis 4. 10. 1952. Die 
Industricverbände machen die Anmcldevor- 
schlage, die Einberufung der Teilnehmer er 
folgt durch die Arbeitskaramer. 
Der 1. Lehrgang ist vornehmlich für im 
Bergbaubeschäftigte, der 2. Lehrgang für 
Metallberufe und der 3. Lehrgang für die 
übrigen Berufsgruppen. An jedem Lehrgang 
nehmen 30 Personen teil. 
Ferienwerk 
U. a. wird die Arbeitskammer zukünftig Auf 
bauarbeiten für ein umfangreiches saarländi 
sches Ferienwerk für die Schaffenden in Angriff 
nehmen, das es den Arbeitnehmern und ihren 
Familien gestattet, mit erheblichen Verbilligun 
gen und ohne langes Herumsuchen und Tasten 
alljährlich für die Urlaubszeit nach freiem Er 
messen zu der gewünschten und richtigen Erho 
lung zu kommen. 
* 
Die Beratungen und Gutachten über 
das Betriebsräte- und das Kündigungs 
schutzgesetz sind von der Kammer ab 
geschlossen. Die Ergebnisse liegen dem 
Landtag vor. Es handelt sich bei der 
Forderung der Arbeitnehmerschaft vor 
allem um das volle Mitbestimmungs- 
recht. 4rbeitskammervorstand und Kam 
merversammlung sind sich darüber einig, 
daß sich die Mitbestimmung auf wirt 
schaftliche, soziale und personelle Fra 
gen erstrecken muß. Die Forderung er 
streckt sich also auch auf die paritäti 
sche Besetzung der Aufsichtsräte, Ver 
waltungsräte und Beiräte. 
Vom Sozialpolitischen Ausschuß des 
Landtages wurden inzwischen die Bera 
tungen über das Betriebsrätegesetz und 
das Kündigungsschutzgesetz wieder auf 
genommen. In absehbarer Zeit wird sich 
im Parlament zeigen, weiche Abgeord 
nete für die fortschrittliche Entwicklung 
sein werden oder wie weit sich Abge 
ordnete dem Fortschritt hemmend ent- 
gegenstellen wollen. Es muß erwartet 
werden, daß das Parlament den Gesetz 
entwurf endlich zur Erledigung bringt. 
-A- 
Ptokiamation des DG8 
(Fortsetzung von Seite 1) 
Parteien war offenbar stärker als die 
Einsicht in die politischen und wirt 
schaftlichen Notwendigkeiten unserer 
• Zeit. 
Das Unternehmertum will die Beleg 
schaften von ihren Gewerkschaften tren 
nen. Es soll ein Keil in die Reihen der 
Arbeiter, Angestellten und Beamten ge 
trieben werden. 
Die Mehrheit des Parlaments hat durch 
seine Einstellung zu dem Betriebsverfas 
sungsgesetz diese Absichten unterstützt. 
Die Verabschiedung des Betriebsverfas 
sungsgesetzes hat eindeutig bewiesen, daß 
von der jetzigen Mehrheit im Bundestag 
eine Gesetzgebung, wie sie zur demokra 
tischen Neuordnung in Wirtschaft und 
Staat notwendig ist, nicht erwartet wer 
den kann. 
Mit allen demokratischen Mitteln wer 
den wir eine Aenderung des Gesetzes 
anstreben und um Rechte kämpfen, die 
uns genommen bzw. vorenthalten wurden. 
Wir erinnern daran, was der Bundes 
kanzler in seinem Brief vom 16. 5. 52 
an den Vorsitzenden des DGB schrieb: 
,,Im kommenden Jahr werden Neu 
wahlen zum Deutschen Bundestag statt 
finden. Hier bietet sich dem Deutschen 
Gewerkschaftsbund eine Möglichkeit, 
auf dem in unserer Verfassung vorge 
sehenen Wege seine Auffassung über 
eine einheitliche und fortschrittliche 
Betriebsverfassung durchzusetzen.“ 
Wir werden den Bundeskanzler nicht 
enttäuschen und Sorge tragen, daß alle 
Wahlberechtigten wissen, welche Abge 
ordneten im Parlament sich für die For 
derungen des Deutschen Gewerkschafts 
bundes eingesetzt haben! 
Deutscher Gewerkschaftsbund 
, Bundesvorstand 
\\ ährend dem II. Kongreß der inter 
nationalen Graphischen Föderation in 
Bournemouth (Englaud) stand u. a. auch 
ein Vorschlag zu einem Mindestprogramm 
zur Diskussion. Der Vorschlag wurde in 
nachstehender Fassung einstimmig ange 
nommen. 
Löhne und Arbeitszeit 
1. Vorauszustellen ist die Forderung, daß 
in allen Ländern die Löhne ins Gleichgewicht 
zu den tatsächlichen Lebenskosten gebracht 
werden, wobei den hohen Anforderungen, die 
an die geistigen und manuellen Fähigkeiten 
der Arbeiter im graphischen Gewerbe gestellt 
werden, durch entsprechenden Qualifikations- 
lohn, über die vertraglich festzusetzenden 
Minimallöhne hinaus, Rechnung zu tragen ist. 
2. In allen Ländern ist danach zu trachten^ 
daß für Ueberstunden-, Schicht- und Nacht 
arbeit, ebenso für Arbeit an Sonn- und Feier 
tagen Zuschläge bezahlt werden. Ihre Höhe 
ist noch zu präzisieren. 
3. Es ist anzustreben, daß die normale Ar 
beitszeit auf keinen Fall pro Tag mehr als 
9 Stunden betragt, die wöchentliche normale 
Arbeitszeit auf 4 0 Stunden beschränkt wird, 
wobei, wenn immer möglich, der Samstag 
oder ein anderer Werktag für alle Arbeit 
nehmer, insbesondere die weiblichen, arbeits 
frei bleiben soll. 
Feiertage 
4. Im Prinzip sollen alle auf die Woche 
fallenden nationalen und lokalen Feiertage 
zum vollen Lohn entschädigt werden. Un 
erläßliche Arbeit an solchen Tagen soll au 
ßer dem Lohn für diese Arbeit mit einem 
Zuschlag entschädigt werden. 
Urlaub und Krankheit 
5. Das Anrecht auf bezahlten Ferienurlaub 
soll auf minimal drei Wochen erweitert 
werden mit einem Zuschlag, der die Ver 
bringung des Urlaubes außerhalb des Wohn 
ortes erleichtert. 
6. Mit den Arbeitgebern sind Vereinbarun 
gen zu treffen, die die Lohnzahlung im Falle 
von Krankheit für eine genügend lange Zeit 
sicherstellen. 
7. Die Kosten für Betriebsunfall- und Be 
rufskrankheitenversicherungen sind vom Ar 
beitgeber zu tragen. 
8. Die Verbände werden aufgefordert, selbst 
verwaltete Alters- und Invaliditätskassen auf 
zubauen, an die die Arbeitgeber ebenfalls ent 
sprechende Beiträge leisten sollten. 
9. Wo die Betriebe eigene Altersfürsorgen 
eingerichtet haben, ist dafür zu sorgen, daß 
die Arbeiter in der Verwaltung genügendes 
Mitspracherecht haben und die Kapitalien aus 
dem Betrieb herausgenomtnen und sicherge 
stellt werden. Verläßt ein Arbeiter einen sol 
chen Betrieb, dann müssen seine Anrecht« 
übertragbar sein auf eine andere Altersfür 
sorge oder Rentenversicherung. 
Entlassung 
10. Werden Arbeiter entlassen, so ist ihnen 
eine der Dienstdauer entsprechende Austritts 
entschädigung auszurichten. 
11. Der Arbeiter soll in der Wahl seine« 
Arbeitgebers volle Freiheit besitzen und nicht 
gezwungen werden, in Betrieben zu arbeiten, 
die mit der Berufsorganisation der Arbeiter 
keine Verträge über die Lohn- und Arbeits 
bedingungen eingegangen sind. 
12. Die Arbeitgeber sollen verpflichtet wer 
den, von ihren Betriebsüberscnüssen Fond* 
Zu den bevorstehenden Wahlen an der 
Saar ist nachstehende Erklärung des stell- 
vertr. Vorsitzenden des DGB, Matthias 
F ö c h e r, die durch die’ kommenden 
Neuwahlen 1953 zum Bundestag ausge 
löst worden ist, besonders wichtig. Fö- 
cher wendet sich gegen das CDU-Mitglied 
Anton Sabel und gegen Aeußerungen des 
Bundesarbeitsministers, vor allem bezüg 
lich einer Proklamation des DGB vom 22. 
Juli und betont dabei u. a.: 
„Sie vertreten die Auffassung, die Ge 
werkschaftseinheit werde zu Grabe ge 
tragen, wenn der DGB bei den kommen 
den Bundestagswahlen die SPD unter 
stütze und die Gewerkschaften liefen Ge 
fahr, den Boden unter den Füßen zu ver 
lieren. 
Solche Bemerkungen müssen befremden 
weil sie unsachlich sind. Bedauerlich ist 
dabei, daß Sabel und Storch offenbar 
kein Gefühl dafür haben, daß sie mit 
solch unsachlicher Kritik — gewollt oder 
ungewollt, das ist belanglos — die ar 
beitnehmerfeindlichen Kräfte unterstüt 
zen. 
Zunächst eine Klarstellung: Weder in 
der Proklamation des Bundesvorstandes 
vom 22. Juli noch in einer anderen offi 
ziellen Verlautbarung des DGB ist die 
Rede davon, daß die Gewerkschaften da 
zu auffordern werden, nur die Kandida 
ten der SPD za wählen. Es heißt in der 
Proklamation des DGB wörtlich: „Wir 
werden dafür Serge tragen, daß alle 
Wahlberechtigten wissen, welche Abge- 
zu speisen, welche gestatten, den Berufsan- 
hörigen aus dem Arbeiterstand im Falle der 
Arbeitslosigkeit Zuschüsse zu den Leistungen 
der Arbeitslosenversicherung der Verbände 
oder des Staates zu gewähren. 
Berutskommissionen 
13. Zur Sicherstellung des Wohlergehens 
der graphischen Gewerbe wird überall di« 
Schaffung gemeinsamer paritätischer Berufs 
kommissionen oder Aernter empfohlen, die alle 
ökonomischen und technischen wie sozialen 
Probleme zu prüfen haben und eine konse 
quente grundsätzliche Rechtsprechung auf 
Grund der jeweils gültigen Gcsamtarbeitsver- 
triige, der Lehrlingsordnungen und anderer 
Regiemente, berufsordnender Natur zur Auf 
gabe haben. 
Lehrlingsausbildung 
14. Die Ausbildung der Lehrlinge ist als 
gemeinsame Angelegenheit der Arbeitgeber und 
der Arbeitnehmer, beziehungsweise ihrer Ver 
bände und Sektionen, in Lehrlingsordnungcn 
zu regeln. Diese sollen Vorschriften enthalten 
über die maximale Zahl der Lehrlinge im 
Verhältnis zur Zahl der gelernten Arbeiter in 
einem Betriebe. 
15. Der Weiterausbildung gelernter Arbeits 
kräfte ist im Rahmen der Gesamtinteressen 
der Berufe der graphischen und verwandten 
Industrien große Aufmerksamkeit zu widmen 
und für paritätische Industrieschulen staat 
licher Art zu sorgen. 
Gleiche Leistung - Gleicher Lohn 
16. Ueberall ist wirksam für das Prinzip 
der gleichen Entlohnung der Frauen- und 
Männerarbeit einzutreten., wo gleichwertige 
Arbeitsleistungen vorliegen. Ea ist eine Liste 
der Arbeiten aufzustellen, deren Ausführung 
durch weibliche Arbeitskräfte aus gesundheit 
lichen Gründen verboten ist. 
17. Um die Durchführung der Gesamtar 
beitsverträge und anderer vertraglicher Ab 
kommen in den einzelnen Betrieben sicherzu 
stellen, sind in diesen Betriebskommissionen, 
die aus Mitgliedern der vertragschließenden 
Gewerkschaften im Betrieb selbst gewählt und 
gebildet werden sollen, einzusetzen, und ihr« 
Kompetenzen sind gesamtarbeitsvertraglich zu 
umschreiben 
* 
Die Verbände der IGF sind sich klar dar 
über, daß die Verwirklichung dieses Mini 
malprogramms nachhaltige Anstrengungen in 
jedem einzelnen Lande und den Unterneh 
mern erfordert, und daß darüber gewacht 
werden muß, daß die aus ihm entstehenden 
Lasten nicht einfach auf die Preise für gra 
phische Produkte überwälzt werden, sondern 
durch rationelle und Verluste vermeidende 
Organisation der Arbeit in den Betrieben aus 
geglichen werden sollten. In diesem Sinne 
richtet sie an alle Mitglieder der Verbände 
der IGF und darüber hinaus den lebhaften 
Appell, die Anstrengungen für die Erreichung 
dieser Ziele durch Treue zu den Gewerkschaf 
ten, Kampfentschlossenheit unnd durch gute 
Arbeit in den Betrieben zu unterstützen und 
zu erleichtern. Aus einer solchen Haltung wird 
die wirtschaftliche Gleichberechtigung der gra 
phischen Arbeiterschaft mit den Arbeitgebern 
zur Tatsache werden. 
* 
Die Angehörigen des graphischen Ge 
werbes werden beim Lesen des Mindest 
programmes festgestellt haben, daß ein 
Teil der darin enthaltenen Forderungen 
ordneten im Parlament sich für die For 
derungen des Deutschen Gewerkschafts - 
bundes eingesetzt haben!“ Das ist etwas 
ganz anderes, als gewisse Kreise der Oef- 
fentlichkeit glauben machen wollen. 
Wir erkennen dankbar an, daß sich die 
Bundestagsfraktion der SPD geschlossen 
für unsere berechtigten Forderungen ein 
gesetzt hat. Wir haben aber auch nicht 
vergessen, wer sich auf dem Arbeitneh 
merflügel der CDU/CSU-Bundestagsfrak- 
tion für die Interessen der Schaffenden 
eingesetzt hat. Wir haben auch nicht 
vergessen, daß sich Gewerkschaftler in 
dieser Fraktion dem Fraktionszwang wi 
dersetzten und sich bei der Abstimmung 
der Stimme enthielten; 
Der DGB wird bei den kommenden 
Bundestagswahlen die Arbeitnehmerschaft 
nicht dazu auffordern, die Kandidaten 
einer bestimmten Partei zu wählen. Er 
wird vielmehr die Empfehlung geben, 
solche Männer und Frauen zu wählen, 
die fähig und entschlossen sind, die In 
teressen der schaffenden Menschen zu 
.vertreten. 
Ich darf hier auf die katholische Kirche 
verweisen, die meistens vor den Wahlen 
ihre Gläubigen dazu auffordert, solche 
Kandidaten zu wählen, die sich von 
christlichen Grundsätzen leiten lassen. 
Haben die Kritiker des DGB vor, der 
Kirche deshalb etwa den Vorwurf der 
bei uns schon realisiert und ein anderer 
Teil in den Anfängen bereits vorhanden 
ist. Die Durchführung der Forderung der 
40-Stundenwoche wird im Saarland auf 
große Schwierigkeiten stoßen. Die hohen 
Lebenshaltungskosten zwingen uns, unse 
ren Reallohn in der jetzigen Höhe unbe 
dingt zu halten, d. h. eine Verkürzung 
der Arbeitszeit müßte unter der Beibe 
haltung des jetzigen Lohnes Platz greifen. 
Oh diese Forderung für unsere Organisa 
tion zu einer vordringlichen wird, liegt 
in den Händen der Regierung. Beharrt 
die Regierung des Saarlandes auf ihrem 
bisherigen Standpunkt in der Frage der 
Lokalzeitungen, so sind wir gezwungen 
zur Sicherung der Existenz der Arbeit 
nehmer im graphischen Gewerbe die 40- 
Stundenwoche zu fordern und durchzu- 
setzen. Die Lösung des einen oder an 
deren Problems bedeutet nämlich, daß 
der in seiner Existenz gefährdete Teil 
der Arbeitnehmer gesichert wäre und 
nicht wie bisher in der dauernden Angst 
vor der Arbeitslosigkeit oder der Kurz 
arbeit leben müßte. 
f Norbert Rosdie j 
Am 14. Juli 1952 verschied nach einem trag- 
gischen Unglücksfall im Alter von 22 Jahren 
Kollege Norbert Roiehe. Er war lieben 
Jahre in der Druckerei „Saarzeitung“, Saar 
louis, in der seit Jahren unsere Gewerks&hnfta- 
zeitung hergestellt wird, als Schrift- und Ma 
schinensetzer tätig. 
Er galt unter seinen Arbeitskollegen all 
überaus tüchtig und aufrichtig. Stets hilfsbereit 
war er an der drucktechnischen Herstellung 
unserer Gewerkschnftszeitung „Die Arbeit” 
maßgeblich beteiligt. 
Seine Arbeitskollegen und wir verlieren in 
ihm einen guten Berufskameraden. Wir bewah 
ren ihm ein treues Angedenken. 
Woche des europäischen Bergmanns. Es tat 
viel darüber berichtet worden. Di« begrüßens 
werten Veranstaltungen hatten aber doch fühl 
bare Lücken. Bei enger Zusammenarbeit de« 
Veranstaltungskomitees mit den Gewerkschaften 
hätte sich — und das gehört dazu, wenn man 
Veranstaltungen mit dem starken Wort: „Wo 
che de« Europäischen Bergmanns“ tituliert — 
der soziale und kulturelle Teil wesentlich so 
gestalten lassen, wie dies z. B. bei den Ruhr 
festspielen d» J. zur Geltung kam. Dann war« 
eine dem Wesen des Bergmanns noch mehr zu 
sagende Form der Veranstaltungen gesichert ge 
wesen. 
Die 2. Saar-Handwerksmesse 1952 vom 23. 8, 
bis 3. 9. in Saarbrücken auf dem Messegeländ« 
am Schanzenberg wird wieder große Aufmerk 
samkeit in der gesamten Bevölkerung finden. 
Wie zur letzten Messe, so wird auch diesmal 
zahlreicher Auslandsbesuch erwartet. Die saar 
ländischen Besucher, und unter ihnen vor allem 
die Arbeitnehmer, werden sich die Produkte der 
geistigen und körperlichen Schaffenskraft, wia 
sie sich ln einer solchen Schau übersichtlich dar 
bietet, mit Kennerblick betrachten. Was man 
heute schon über diese Schau weiß, so läßt sich 
sagen, daß diese Ergebnisse von Können und 
Fleiß ein starkes Bewußtsein des Stolzes Her 
vorrufen werden. 
Einmischung in die Parteipolitik zu ma 
chen? 
Die Industrie pflegt vor Wahlen große 
Geldsummen für die Unterstützung sol 
cher Parteien aufzuwenden, die be 
reit sind, im Parlament ihre, der In 
dustrie Interessen zu vertreten. Wie ver 
halten sich die Kreise, die so schnell bei 
der Hand sind, die Gewerkschaften zu 
verdächtigen, in diesem Falle? 
Der Deutsche Gewerkschaftsbund war 
in der Vergangenheit parteipolitisch neu 
tral. Er wird das auch in der Zukunft 
sein. Das heißt allerdings nicht, daß er 
unpolitisch war oder sein wird. 
Ich bin der Auffassung, daß sich Sabel 
und Storch mit ihren Aeußerungen im 
krassen Gegensatz zu der Meinung der 
christlichen Arbeitnehmerschaft befin 
den, Die Demonstrationen der Gewerk 
schaften haben bewiesen, daß die christ 
lichen Arbeiter, Angestellten und Beam 
ten treu zu den Einheitsgewerkschaften 
stehen.“ 
Am Schluß heißt es: 
„Der DGB und die ihm angeschlos 
senen Gewerkschaften — das möchte 
ich abschließend sagen — sind die be 
rufenen Sprecher auch der christlichen 
Arbeitnehmer. Das sollten sich Sabel, 
Storch und einige andere, die es ihnen 
gleich tun, ein für allemal merken. Im 
übrigen sollten sie lieber darauf achten, 
daß sie aus parteitaktischen Ueberle- 
gungen heraus nicht die Sache der schaf 
fenden Menschen aus den Augen ver 
lieren,“ 
Unsachliche Kritik an der Gewerkschaftseinheit
	        
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